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Audi A3 Neue Business-Class von Audi

Der neue Einser von BMW saust bereits seit einigen Wochen über die Autobahn, die neue A-Klasse von Mercedes folgt ihm im September. Auch der Audi A3 steht vor einem Modellwechsel. Voraussichtlich im August (sagt der Hersteller) oder Anfang Oktober (heißt es im Handel) kommt die dritte Generation des Bestsellers aus Ingolstadt in den Handel. Der Kampf um die Spitze in der Premium-Kompaktklasse geht dann in die nächste Runde. Wer das Rennen gewinnt, lässt sich noch nicht absehen.

Der neue A3 im Detail
Seit 1996 baut Audi den A3. Die in den Startlöchern stehende Modellreiche (rechts) ist die nun mehr dritte der Ingolstädter Kompaktklasse. Diese bekommt ein paar Wochen Vorsprung vor dem Bruder aus Wolfsburg, dem Golf VII. Der Audi soll sich schon einmal im Markt zeigen, bevor Klassenprimus Golf die Medien dominiert. Quelle: Pressefoto
Der neue A3 kommt zuerst als dreitürige Schräghecklimousine auf den Markt. An der Architektur ändert sich nichts. Der Audi A3 sieht aus wie ein A3. Seine Linien sind allerdings etwas schärfer geschnitten, erkennbar auch an der von Audi so genannten Tornadolinie von der Oberkante des Scheinwerfers bis zur Oberkante des Rücklichts. Sie ist erhabener als früher und gliedert mit ihrem Schattenwurf die Seite deutlicher. Quelle: Pressefoto
Auf der Motorhaube laufen zwei ähnlich kräftige Sicken auf die oberen Ecken des Audi-Grills zu. Die neuen Scheinwerfer zeigen Breite und erzeugen einen Blick der Respekt heischenden Art. Die Kotflügelverbreiterung wachsen sanft aber deutlich in die Breite. Das hübsche Heck zeichnet sich nun durch besonders schmale Leuchteinheiten aus. Hier geht es darum, den A3 „satt auf der Straße stehen“ zu lassen – so, wie es alle zur Zeit gern tun. Quelle: Pressefoto
Cockpit und Armaturenträger präsentieren sich beim neuen Audi A3 nicht nur in vorbildlicher Ergonomie. Die Materialien und die Verarbeitung erreicht kein anderer Wettbewerber in der Kompaktklasse. Die Armaturentafel unterstützt den Eindruck von Breite. Sie baut flach, und besonders bei zweifarbigen Innenräumen schafft sie einen (scheinbar) weiten Blick. Das wird noch durch die Tatsache unterstützt, dass die Designer auf die Mittelkonsole verzichtet haben. Aus der Armaturentafelmitte erhebt sich auf Knopfdruck der große, nur elf Millimeter dicke Bildschirm. Quelle: Pressefoto
Die wesentlichen Bedienelemente stecken in dem Mitteltunnel. Von hier aus lassen sich mit ein paar Tasten und dem Dreh-Drücksteller aber auch mit Spracheingabe das Infotainmentsystem und die Fahrzeugparameter steuern. Zwei Besonderheiten werden wir beim A3 erstmals sehen: Das Touchpad für die Eingabe von Buchstaben oder Zahlen sitzt nicht – wie beim A8 und A6 – neben dem Drehdrücksteller. Beim A3 ist die schwarze Oberfläche des Drehrades das Touchpad. Und unter der Mittelarmlehne befindet sich ein Fach mit einer Antenne zur Nahfeldkopplung, in dem das Mobiltelefon mit dem Auto verbunden wird. Quelle: Pressefoto
Die drei Google-Dienste Earth, Map und Streetview, die Suche nach interessierenden Zielen wie der kostengünstigsten Tankstelle, die Verkehrsinformation und der Umleitungsvorschlag in Echtzeit, die Kommunikation mit der Straße, mit anderen Autos oder mit der Werkstatt – alles funktioniert unter dem Dach von Audi Connect.
Der neue Audi A3 kommt Ende August für mindestens 22.500 Euro auf den Markt. Mit dem Golf zusammen ist der A3 das erste Auto, das auf dem modularen Querbaukasten beruht. MQB – an diese Abkürzung werden wir uns gewöhnen müssen; denn in der Konzernsprache ist sie längst stehender Begriff. Dabei geht es um den nächsten Schritt zu einem System von Baukästen, aus dem jede Konzernmarke Modelle von hoher technischer Riefe zu geringen Kosten entwickeln kann. Quelle: Pressefoto

Je größer der Dienstwagen, desto wichtiger der Fahrer? In der Endphase des Erdölzeitalters haben solch simple Gleichungen keinen Bestand mehr. Selbst Vorstandsvorsitzende verzichten inzwischen auf ihre S-Klasse und fahren politisch korrekt in einem Auto der nächstniedrigen Fahrzeugkategorie zum Termin. Und auch die Führungskräfte mittelständischer Unternehmen stellen Prestigeaspekte hintenan und lassen ihre Dienstwagen schrumpfen.

Wer früher einen VW Passat oder eine Mercedes C-Klasse durchs Land chauffierte, zeigt sich inzwischen am Steuer eines Kompaktautos vom Format eines Golfs. Die Autoindustrie macht es einem inzwischen leicht, Bescheidenheit zu praktizieren – fast alle Ausstattungen, die früher der Luxusklasse vorbehalten waren, lassen sich inzwischen auch für Autos der so genannten Golf-Klasse ordern. Unser Testwagen, ein Audi A3 1,8 TFSI mit Siebengang-Automatik und Ambition-Ausstattung, kam so auf einen Listenpreis von 42.500 Euro – bei einem Basispreis von 29.700 Euro. Für den Preis könnte man auch locker einen A6 ordern. Von neuer Armut kann also wirklich keine Rede sein.

Audi A3 Quelle: Pressebild

Schein & Sein

Der neue A3, der Audi-intern als 8V geführt wird, ist der erste Kompaktwagen aus dem Volkswagen-Konzern, der den modularen Querbaukasten nutzt – ein Plattformkonzept, das durch die Vereinheitlichung von Baugruppen Entwicklungs- und Produktionskosten sparen hilft. Der A3 ist damit ein Schwestermodell des kommenden VW Golf, des künftigen Seat Leon und Skoda Octavia.

Dennoch ist der A3 an vielen Details wie dem großformatigen, Singleframe genannten Kühlergrill sofort als Audi zu erkennen. Der Radstand wuchs gegenüber dem Vorgänger um drei Zentimeter auf 2,60 Meter, die Gesamtlänge um knapp vier Zentimeter auf nunmehr 4,24 Meter. Das gibt den Passagieren auf der Rücksitzbank einen Tick mehr Kniefreiheit, aber nur unwesentlich mehr Reisekomfort – am besten sitzt es sich immer noch in der ersten Reihe.

Dort gibt es in der dritten Generation immerhin 15 Millimeter mehr Kopffreiheit und ein insgesamt luftigeres Raumgefühl. Dafür sorgt unter anderem die neue flügelförmige Instrumententafel, die sehr schlank baut und mit wenigen Bedienelementen auskommt. Funktionen, die nicht so häufig benötigt werden, lassen sich über einen Dreh-Drückschalter auf der Mittelkonsole ansteuern.

Der Handbremshebel wurde durch eine elektrische Parkbremse ersetzt, der Bordrechner verschwand im Handschuhfach. So wurde alles schön übersichtlich. Und die Designer bekamen mehr Spielraum, auch Platz für die neue Phone-Box – einer gepolsterten Ablage, in der sich Handys aller Art kontaktlos mit Freisprecheinrichtung und Außenantenne koppeln lassen.

Interieur Audi A3 Quelle: Pressebild

Mit viel Liebe zum Detail haben die Designer auch sonst das Interieur gestaltet. Der Coolness-Faktor ist ähnlich hoch wie bei Apple-Produkten: Kurz vor Serienanlauf und nach der Präsentation des neuen iPad wurde deshalb der ausfahrbare Farbmonitor noch schnell gegen ein flacheres Exemplar getauscht. Auch die vielfältig einstellbaren, mit fein geriffeltem Aluminium umkränzten Lüftungsdüsen sind kleine Kunstwerke, die Schalter rasten und klicken mit der Präzision mechanischer Tresorschlösser. In dem Punkt und bei der Verarbeitungsqualität macht Audi derzeit kein anderer Hersteller etwas vor.

Beim Interieur macht der neue A3 ohne Zweifel einen großen Sprung nach vorn. Beim Exterieur hingegen beließ es Chefdesigner Wolfgang Egger bei einer evolutionären Weiterentwicklung. Klar, alle Linien wurden noch einmal geschärft, die Flächen gestrafft und akzentuiert. Die so genannte Tornadolinie, die von den Frontscheinwerfern bis zu den Heckleuchten läuft, lässt nun die Seitenlinie plastisch hervortreten und den Wagen auch im Stand dynamischer als bisher erscheinen.

Aber die Veränderungen werden erst im unmittelbaren Vergleich mit dem Vorgängermodell offenbar. Der erste Eindruck im Straßenverkehr ist längst nicht so spektakulär wie der, den die neue A-Klasse von Mercedes hinterlässt. Das hält zwar die Restwerte beim Vorgänger stabil, enttäuscht aber all jene, die sich einen stärkeren Sprung nach vorn erhofft hatten. Wer partout Showeffekte braucht, kommt um die neuen Xenon-Plus-Scheinwerfer nicht herum. Besser noch wartet er auf die neuen Voll-LED-Scheinwerfer. Dann ist ihm die Aufmerksamkeit der übrigen Verkehrsteilnehmer sicher, zumindest nach Einbruch der Dämmerung.

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