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Autobauer Wie Hyundai Innovationen vorantreibt

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Ein Deutscher als Designchef

Der heute 61-jährige Bayer aus Bad Reichenhall hat einst bei Audi den Sportwagen TT entworfen – seit 2006 frischt er die Optik von Kia auf. Seit Januar 2013 ist er auch für das Design der Marke Hyundai verantwortlich. Der 76-jährige Firmenpatriarch Chung Mong-koo schätzt Schreyers Arbeit so sehr, dass er den Deutschen 2013 als ersten und einzigen Europäer ins Konzernpräsidium berufen hat.

Hyundai investiert nicht nur in Design, Technik und Kundenzufriedenheit. Mindestens genauso wichtig ist die Produktivität der Werke außerhalb des Heimatlandes. In den USA zählen die Hyundai-Werke mit einer durchschnittlichen Fertigungszeit von knapp unter 20 Stunden pro Fahrzeug zu den produktivsten des Landes, wie Jahr für Jahr Oliver Wymans Harbour Report ausweist. Sie arbeiten auch effektiver als die Hyundai-Werke im Heimatland.

Diese SUV erobern den Genfer Automobilsalon
BMW X3Mit mehreren Welt- und Europapremieren präsentiert sich BMW auf dem diesjährigen Internationalen Automobil-Salon in Genf. Darunter ist auch die zweite Generation des BMW X3. Bereits 2003 begründete BMW mit dem X3 das Segment der Mittelklasse Sports Activity Vehicles (SAV). Die in Genf vorgestellte zweite Generation überzeugt mit zwei leistungsstärkeren und im Verbrauch abermals gesenkten Dieselmotoren. Der leicht geliftete X3 hat einen Kraftstoffverbrauch von fünf Litern pro 100 Kilometern beziehungsweise 8,3 Litern (Stadtverkehr). Die CO2-Emissionen betragen kombiniert 193 bis 131 Gramm pro Kilometer. Quelle: dpa
Opel Adam RocksDie Rüsselsheimer haben eine höher gelegte Version ihres Stadtflitzers mitgebracht, um die vielen SUV-Fans auf "Augenhöhe" abzuholen. Dank modifiziertem Fahrwerk liegt der Rocks 1,5 Zentimeter höher über dem Fahrzeugboden des klassischen Adam. Zur Serienausstattung gehören nicht nur LED-Rück- und Tagfahrlichter, sondern auch ein elektrisches Faltdach, das Cabrio-Fans beim Adam bisher schmerzlich vermissten. Künftig wird die komplette Adam-Reihe mit zwei verschiedenen Drei-Zylinder-Motoren zu haben sein. Variante A als 66 kW/90 PS oder B als 85 kW/115 PS. Damit der Adam noch sparsamer unterwegs ist, bringen die Rüsselsheimer die modernen Direkteinspritzer mit einem frischen Sechsgang-Getriebe zusammen. Preislich soll der Rocks wohl rund 2000 bis 2500 Euro über dem bisherigen Adam liegen. Im Sommer soll er zu den Händlern kommen. Quelle: dpa
Jeep RenegadeStatt eines Facelifts eines bestehenden Modells präsentiert Jeep in Genf eine Weltneuheit: Der Jeep Renegade ist mit 4,23 Metern deutlich kompakter als andere Modelle des Geländewagenherstellers. In der Ausstattung steht er den Großen aber in Nichts nach: Motorisiert ist der Geländewagen wahlweise mit einem 1,6-Liter Benziner (108 PS) oder einem Zwei-Liter Turbodiesel (138 oder 167 PS). Allradantrieb und allgemeine Offroadtauglichkeit verstehen sich bei Jeep von selbst. Quelle: dpa
VW T-RocDie Verschmelzung von Geländewagen, City-Flitzer und Buggy mag auf dem Papier wie eine gute Idee wirken. Zumindest optisch funktioniert die Kombination bei VWs Fahrzeug-Studie T-Roc jedoch so gar nicht. Die aggressive Front mit dem großen Grill und den schlitzartigen LED-Leuchten passt einfach nicht zu dem zierlichen Zweitürer. Bleibt zu hoffen, dass der Spagat zwischen den unterschiedlichen Anforderungen zumindest fahrtechnisch besser gelöst wird. Quelle: dpa
Martin Winterkorn - der oberste Wolfsburger höchstpersönlich - stellte die neue SUV-Studie im Golf-Format vor. Mit 4,18 Meter Länger ordnet sich der T-Roc zwischen Taigun (3,86 m) und Tiguan (4,43 m) ein. In der Mittelkonsole gibt es ein als Tablet konzipiertes Multitouch-Display, das auf Bewegungsgesten der Finger reagiert. Im Bereich der Innenspiegel ist außerdem eine HD-Kamera integriert. Beide Geräte lassen sich auch außerhalb des Fahrzeugs nutzen. Leichtbauweise machen den nur 1,50 hohen T-Roc zu einem Federgewicht von nur 1400 Kilogramm. Die 100 km/h packt der kleine (Radstand 2,60), aber dafür breite (1,81) Fun-SUV in 6,9 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit laut VW: 210 km/h. Quelle: dpa
Hyundai IntradoHyundai präsentiert sich in Genf mit seinem Konzeptfahrzeug Intrado. Als Weiterentwicklung der Hyundai Designsprache "Fluidic Sculpture" hat Hyundai beim Intrado mit neuen Materialien und kontrastierenden Farbschemen gearbeitet. Der Intrado ist das erste Konzeptfahrzeug, das unter der Leitung von Peter Schreyer seit seiner Ernennung zum Chefdesigner der Hyundai Motor Group entstanden ist. "Die Wahrnehmung der Marke Hyundai in Europa hat sich erheblich gewandelt, seit wir 2009 begonnen haben, das Gesicht unserer Fahrzeuge zu verändern. Seitdem haben wir unseren Marktanteil nahezu verdoppelt, und das Design ist mittlerweile der wichtigste Grund, warum sich Kunden für ein Hyundai Modell entscheiden", sagt Mark Hall, Vice President Marketing, Hyundai Motor Europe. Quelle: AP
Citroen Cactus C4 Citroen stellt in Genf den Cactus C4 auf den Präsentierteller. Die Studie war bereits auf der IAA in Frankfurt zu sehen. Der schicke Franzose wird als Alternative zu herkömmlichen Kompaktlimousinen gehandelt und besticht vor allem durch sein spezielles Design. Luftpolster an den Türen sollen das Auto vor Kratzern und Beulen schützen und der Park-Assistent, ein sieben-Zoll-Touchscreen machen das Fahren einfacher. Hunger unterwegs? Auch das ist im Cactus C4 kein Problem: Ein integrierter Online-Dienst sucht nach günstigen Tankstellen oder nahegelegenen Restaurants. Preislich liegt der Cactus bei rund 15.000 Euro. Quelle: dpa

Und das brandneue Werk im brasilianischen Piracicaba, etwa 150 Kilometer nordwestlich von São Paulo, soll noch besser sein – aktuelle Zahlen legt Hyundai freilich nicht vor. Auf 1,4 Millionen Quadratmeter Fläche baut Hyundai dort pro Jahr 180 000 Kompaktwagen des Typs HB20, der dem ix20 gleicht, für den brasilianischen Markt – den viertgrößten der Welt.

Was auffällt: In den riesigen Hallen arbeiten nur wenige Menschen, die meisten Arbeiten in der Lackiererei oder in der Karosseriefertigung übernehmen Roboter. Nach dem brasilianischen Vorbild soll 2015 eine neue Hyundai-Produktion im US-Bundesstaat Texas entstehen. „Hyundai und Kia haben sehr viel von den Japanern gelernt“, sagt Produktionsexperte Horst Wildemann von der Technischen Universität München.

Die beliebtesten Firmenwagen des Jahres
Kategorie „Minicar“Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Der Hyundai i10 ist in dieser Klasse nicht nur das beste Modell eines Importeurs, sondern zugleich der beste Kleinstwagen mit konventionellem Verbrennungsmotor überhaupt. Der kleinste Hyundai überzeugt mit ansprechendem Fahrverhalten, hohem Komfort und niedrigen Betriebskosten: Unter der Motorhaube arbeitet ein effizienter Benziner, der je nach Hubraum wahlweise 49 kW (67 PS) oder 64 kW (87 PS) freisetzt. Außerdem gewährt die Marke eine Fahrzeuggarantie von fünf Jahren ohne Kilometerbegrenzung, die auch einen europaweiten Mobilitätsservice umfasst. Quelle: Presse
Bei den so genannten Minicars, also Kleinstwagen, siegte in der Gesamtwertung der Volkswagen E-UpHintergrund: Bei Europas größtem Praxis-Vergleichstest testen und bewerten die Fuhrparkmanager alljährlich zwei Tage lang potenzielle Firmenautos. In diesem Jahr haben 280 Fahrzeugprofis an der Wahl teilgenommen. Die Fachleute betreuen in ihren Unternehmen zusammengerechnet mehr als 200.000 Fahrzeuge und repräsentieren somit die Elite deutscher Flottenkunden. Im Auftrag der Fachzeitschrift „Firmenauto“ und der Sachverständigenorganisation Dekra nahmen sie 71 Modelle in elf Kategorien unter die Lupe und legten dabei rund 50.000 Kilometer zurück ... Quelle: Presse
Den Gesamtsieg bei den Kleinwagen erreichte der BMW i3, das Pendant bei den Importeuren erreichte der Citroen DS3. ... Da in jeder Klasse jeweils ein Gesamt- und ein Importsieger ermittelt wurden, dürfen 2014 insgesamt 19 Modelle (in drei Kategorien gab es nur eine Gesamtwertung) das Prädikat „Firmenauto des Jahres“ tragen. Die Flottenmanager bewerteten neben Fahrverhalten und Komfort insbesondere die Wirtschaftlichkeit des Autos. Quelle: Presse
In der Kompaktklasse belegte der Seat Leon ST den ersten Platz. Quelle: Ampnet
Die neue Mercedes-Benz C-Klasse erreichte den ersten Platz in der Mittelklasse, diesen belegte bei den Importeuren der Lexus IS. Quelle: Presse
In der oberen Mittelklasse ging der erste Platz an den Tesla Model S. Quelle: Presse
In der Oberklasse siegte der Porsche Panamera.   Quelle: Presse

In den vergangenen Jahren hat Hyundai die gemeinsame Entwicklung und Produktion mit Kia drastisch vereinfacht und verschlankt: 2002 nutzten die beiden Marken noch 22 verschiedene Plattformen. Bis Ende des vergangenen Jahres schmolz die Vielfalt aufgrund der Synergien auf sechs zusammen. Im Jahr 1998, als Hyundai Kia übernahm, teilten sich die beiden Marken lediglich 20 Prozent der rund 740 Zulieferer, aktuell sind es mehr als 90 Prozent.

Doch die rasante Expansion hat auch Schattenseiten. Stefan Bratzel, Leiter des Lehrstuhls für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach, beobachtet nach Jahren stürmischer Expansion inzwischen eine Zunahme von Rückrufen – für den Fachmann ein Indiz für wachsende Qualitätsprobleme. 2013 stieg die Zahl der Hyundai-Rückrufe etwa in den USA um 263 Prozent – bei einem branchenübergreifenden Zuwachs um 131 Prozent.

Mobilität



Vermutlich auch deshalb will Hyundai-Firmenpatriarch Chung Mong-koo sich nun etwas mehr Zeit für die Entwicklung lassen. Insider berichten, der 76-Jährige befürchte, durch Qualitätsprobleme ebenso heftig gebeutelt zu werden wie Toyota vor einigen Jahren. Statt auf Masse soll der Fokus nun erst einmal auf die Qualität der Produkte gelegt werden, auf Herstellung und die Organisation. „Es wird interessant sein, wie gut sie aus dieser Phase der Reorganisation herauskommen“, sagt Bratzel.

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