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Automatisiertes Fahren Warum selbstfahrende Lkw bald durch Deutschland rollen

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Auf Nevadas Straßen bereits unterwegs

In den USA hat ein autonom fahrender Lkw von Daimler bereits eine Straßenzulassung. Zwei Fahrzeuge des sogenannten Freightliner Inspiration Truck, der mit dem Highway Pilot System ausgestattet ist, dürfen seit Mai im regulären Betrieb über öffentliche Straßen des US-Bundesstaats Nevada rollen.

Für den US-Verkehr wurde die Highway-Pilot-Technologie laut Daimler erweitert und "auf den Einsatz im amerikanischen Highway-Verkehr konfiguriert". Zur Ausstattung gehören demnach – neben einem Frontradar und einer Stereokamera – bereits übliche Daimler-Assistenzsysteme wie etwa der Abstands-Regel-Tempomat.

Grundsätzlich funktioniere die Technologie im US-amerikanischen Freightliner Inspiration Truck und deutschen Mercedes-Benz Future Truck ähnlich. Allerdings handele es sich um "eigenständige Fahrzeugkonzepte, die auf die jeweiligen Markt- und Einsatzanforderungen angepasst" seien, so Daimler.

Welche Assistenzsysteme es schon gibt und wann Roboter das Steuer komplett übernehmen

Geht es nach dem Willen des Bundesverkehrsministeriums sollen demnächst aber nicht nur selbstfahrende Lkw sondern auch automatisierte Autos über deutsche Autobahnen rollen - und zwar auf dem sogenannten "Digitalen Testfeld Autobahn". Dafür soll die Bundesautobahn 9 in Bayern digitalisiert und werden. Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) spricht davon, dass dies "in Kürze" Realität werden soll. Ein genauer Termin stehe aber noch nicht fest. Erste Maßnahmen zur Digitalisierung der Strecke würden "noch in diesem Jahr" starten, heißt es aus dem Ministerium.

Dort soll dann ganz konkret die Erprobung von Fahrzeugen mit automatisierten Fahrsystemen möglich sein - im ganz normalen Verkehr. Vorausgesetzt, dass das Erprobungsfahrzeug eine grundsätzliche Straßenzulassung hat und die automatisierten Fahrzeugsysteme von Menschenhand abschaltbar oder steuerbar sind.

Das sollen die Autos der Zukunft sein
In sein erstes selbstfahrendes Auto baute der Internet-Gigant Google Lenkrad und Pedale nur ein, weil es gesetzlich noch vorgeschrieben ist. Technisch nötig wäre es bei dem Versuchsfahrzeug nicht mehr. "Unternehmen der Technologie-Branche rücken immer tiefer ins einstige Hoheitsgebiet der Autoindustrie vor", sagt Autoexperte Thilo Koslowski vom IT-Marktforscher Gartner. Das treffe nicht nur die Fahrzeuge, sondern - was viel gravierender ist - auch das Geschäftsmodell. "Ich bin mir nicht sicher, ob die Mehrheit der Autoindustrie gewappnet ist, dem Druck der neuen Player standzuhalten", sagt der Gartner-Analyst. Quelle: Presse
Auch Branchenexperte Stefan Bratzel sieht neue Spieler im Anmarsch. "Insbesondere die Big-Data Player der IT-Industrie spielen künftig in der Wertschöpfungskette der Automobilindustrie eine sehr wichtige Rolle", analysiert er. Die Autobauer agierten derzeit nach dem Modell der "Co-opetition": Kooperation und Wettbewerb zugleich. So arbeiten sie einerseits vor allem mit Apple und Google zusammen, um Smartphones und Apps ins Auto zu bringen. "Andererseits sehen sie die IT-Player auch als künftige Konkurrenten für den Mobilitätskunden der Zukunft und wollen ihnen keinen umfassenden Zugang zum Auto gewähren", betont Bratzel. Quelle: Presse
In den nächsten Wochen wird der Kampf um die Zukunft des Autos gleich zwei Mal im Rampenlicht ausgetragen: Bei der Elektronik-Messe CES (6. bis 9. Januar) in Las Vegas und danach der Automesse in Detroit (12. bis 25. Januar), dem Herzen der amerikanischen Fahrzeugindustrie. Die CES, auf der früher traditionell eher Fernseher, Hifi oder Computer vorgestellt wurden, wurde in den vergangenen Jahren immer mehr auch zur Autoshow. Im vergangenen Jahr wurde Audi-Chef Rupert Stadler zu seiner Eröffnungs-Keynote in einem selbstfahrenden Auto des Unternehmens auf die Bühne kutschiert. Quelle: Presse
Diesmal übernimmt Daimler-Chef Dieter Zetsche diesen zentralen Auftritt. Kurz vor der Messe wurde eine wegweisende Partnerschaft bekannt: Der südkoreanische Elektronikriese LG soll mit seinen Stereokameras die "Augen" für die automatisierten Autos von Mercedes liefern. Quelle: Presse
Die Mercedes-Studie - hier mit CES-Messechef Gary Shapiro - namens F015 war dann tatsächlich ein gewaltiger Hingucker. Neben Design, Front und Rädern wirkt vor allem das Innenraumkonzept konsequent futuristisch. Selbstverständlich soll das Modell autonom fahren, die Insassen sitzen sich auf drehbarem Lounge-Gestühl gegenüber und beschäftigen sich anderweitig. Quelle: REUTERS
Luxury in motion ist der Beiname, den Mercedes der Studie F 015 gibt. Sie steuert gestützt auf Stereokameras, Ultraschall- und Radarsensoren durch den Verkehr. Dem Fahrer stehen Informationen auf einem breiten Hauptbildschirm im digitalen Armaturenträger sowie auf einem Head-up-Display zur Verfügung. Mit mit einer Länge von 5,22 Meter und 3,61 Meter Radstand hat die Studie Maybach-Abmessungen. Geprägt wird ihr Auftritt durch große Flächen, Alulook und 26 Zoll-Räder. Quelle: REUTERS
In der mit Leder, Edelhölzern und viel Glas gestalteten ambientebeleuchteten Lounge können Reisende während der Fahrt entspannen, kommunizieren und arbeiten. Die vorderen beiden Einzelsitze sind drehbar. Integrierte Monitore stellen cloud-basiert alle notwenigen Daten, Apps und Funktionalitäten bereit und werden per Gesten, Eye-Tracking oder Berührung gesteuert.   Quelle: REUTERS

Weitere Informationen zu dem Projekt soll es schon bald geben, heißt es. "Unser Ziel muss es sein, auch beim automatisierten Fahren an der Weltspitze zu bleiben", zitiert das Ministerium den Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. "Bis zur Internationalen Automobil-Ausstellung im September werden wir erste Eckpunkte vorlegen, mit denen wir dem automatisierten Fahren in Deutschland weitere Dynamik verleihen."

Die ersten deutschen Schritte scheinen jedenfalls tatkräftig gemacht: Im Juli 2014 hatte Daimler angekündigt, die Technologie solle bis 2025 serienreif sein. Jetzt wird mit dem Future Truck 2025 das erste Lkw-Testfahrzeug im Regelverkehr wohl noch in diesem Jahr tatsächlich über auf Deutschlands Autobahnen rollen - wenn auch vorerst testweise, und „es wird immer ein Mensch drin sitzen, der sicher stellt, dass nichts passiert“, so Bernhard. Bis zum vollautonomen Fahren komplett ohne Mensch werde noch einige Zeit vergehen - da ist sich auch der Daimler-Vorstand sicher.

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Google hat vor wenigen Wochen die Tests für selbstfahrende Autos ausgeweitet. Der Internetkonzern und die Automobilhersteller gehen davon aus, dass die Technologie für selbstfahrende Autos bis 2020 serienreif ist. Experten erwarten selbstfahrende Autos ebenfalls bis zum Jahr 2020 im Verkehr. Viele Fragen etwa zur Haftung sind aber noch ungeklärt.

Mit Material von dpa

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