Automobilindustrie Agassis Elektroauto-Idee kommt bei deutschen Autobauern nicht an

Statt Elektroautos lange an die Steckdose zu hängen, sollen Tankstellen leere Akkus in Minutenschnelle austauschen – der Clou: Kunden bekommen die Autos zu ihrem Batterie-Abo kostenlos dazu. Das ist die Vision von Ex-SAP-Vorstand Shai Agassi. Deutsche Autobauer sind jedoch skeptisch.

Shai Agassi konnte deutsche Quelle: dpa

Der Manager hat für sein „Project Better Place“ bei Investoren bereits mehrere Hundert Millionen Dollar eingesammelt. Überzeugt hat er auch die Autoallianz Renault-Nissan. Sie will etwa die Elektroautos für zwei Großprojekte in Dänemark und Israel liefern, die 2011 starten. In Deutschland dagegen kommt Agassi nicht voran.

Verhandlungen mit der hiesigen Autoindustrie laufen nicht gut: BMW sagte ab, Daimler und VW sind skeptisch. „Es stellt sich doch die Frage, wofür wir einen Intermediär zwischen Autoindustrie und Stromkonzernen brauchen“, sagt ein ranghoher BMW-Manager. Eine solche Lösung könne nicht im Interesse der Autohersteller sein. Daimler-Forschungschef Herbert Kohler argumentiert ähnlich: „Ich denke, das könnten wir gemeinsam mit den Energieversorgern auch gut selber machen.“

Der Konzern habe sich intensiv mit dem Projekt beschäftigt, aber auch erkannt, wo die Knackpunkte seien: „Das ist zum einen die fehlende Wirtschaftlichkeit. Zum anderen habe ich noch keine technische Lösung zum Batteriewechsel-Konzept gesehen.“

Auch der Sicherheitsaspekt sei nicht zu vernachlässigen. Volkswagen hat sich laut Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch „noch keine abschließende Meinung“ gebildet, aber: „Die Kritikpunkte, die wir sehen, reichen von technischen Themen bis hin zu Versorgungsthemen und dem wirtschaftlichen Modell.“

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