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Autonomes Fahren USA wollen Autos ohne Lenkrad erlauben

In den USA könnten schon bald Autos ohne Lenkrad unterwegs sein. Quelle: General Motors

Beim autonomen Fahren zählen US-Unternehmen zu den Vorreitern. Bald dürfen sie in ihrer Heimat sogar Autos ohne Lenkrad auf die Straße bringen. GM will schon 2019 einen Robotertaxidienst starten.

In den USA könnten schon bald Autos ohne Lenkrad unterwegs sein. Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA plant, autonome Autos mit Level-4-Technologie zur Zulassung freizugeben. Diese würden komplett ohne menschlichen Eingriff fahren. Das geht aus nun veröffentlichten freiwilligen Richtlinien für die Autohersteller hervor. Verbindliche Regeln werden aktuell noch ausgearbeitet. Dabei will die Behörde das Ausmaß der Regulierung so gering wie möglich halten. Sollte es Probleme geben, behält sie sich jedoch das Recht vor, die Anforderungen jederzeit zu verschärfen.

Mit General Motors und Waymo haben bereits zwei große Unternehmen angekündigt, in den kommenden Monaten mit kommerziellen Robotertaxidiensten starten zu wollen.

In Deutschland ist die Gesetzeslage noch lange nicht so weit. Aktuell dürfen maximal Autos mit dem Autonomie-Level 2 auf öffentlichen Straßen fahren, in den kommenden Monaten werden die ersten Level-3-Autos erwartet. Lenkrad und Pedalerie bleiben aber auch dann unverzichtbar, weil der menschliche Fahrer jederzeit eingreifen können muss. Verzichtbar ist er lediglich bei den beiden höchsten Autonomie-Leveln 4 und 5.

Kurz erklärt: Die fünf Stufen des autonomen Fahrens

Modelle, in denen der Mensch im Notfall eingreifen muss, gelten Experten allerdings als besonders kritisch. Gerade der plötzliche Moment des Übergangs der Verantwortung von Maschine auf Mensch birgt Risiken. Im ungünstigsten Fall könnte die Level-3-Automatisierung sogar zu mehr statt weniger Unfällen führen, warnte jüngst eine OECD-Studie. Selbst sehr defensive und vorsichtige Fahrer, die im konventionellen Auto keinen Unfall bauen würden, könnten in solchen Übergabesituationen unvermittelt in Gefahrensituationen kommen, auf die sie dann falsch reagieren. Eine noch nicht veröffentlichte Studie der Universität Salzburg sieht ähnliche Probleme. Vor allem untrainierte Fahrer könnten mit der plötzlichen Notsituation überfordert sein. Die Wissenschaftler belegten mit Tests, dass sie im Ernstfall weniger gut reagieren als geübte Fahrer. Was die Situation noch komplizierter macht: Auch erfahrene Autonutzer verlernen nach Erkenntnissen der Wissenschaftler das optimale Fahren, wenn sie sich nur noch vom Computer chauffieren lassen. Im Ernstfall könnte das schlimme Folgen haben.

Den Auto- und Softwareherstellern ist das Level-3-Problem bewusst. Einige Unternehmen wie Google, Ford und Volvo haben bereits angekündigt, Level 3 überspringen zu wollen. Auch Toyota könnte aufspringen. Statt auf die Übergangs-Stufe zu setzen, will man offenbar auf die Serienreife der Level-4/5-Technik warten, bei der der Mensch die Maschine nicht mehr überwachen muss und auch im Notfall nicht einzugreifen braucht.

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