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Autotest Tesla Modell S gegen Porsche Panamera Hybrid

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Tesla führt in Punkto Reichweite

Heinz-Harald Frentzen: Porsche Panamera E-Hybrid vs. Tesla Model S

Rein elektrisch betrieben wird allerdings auch der Porsche maximal 135 km/h schnell – mehr gibt sein Lithium-Ionen-Akku mit einer Speicherkapazität von knapp zehn Kilowattstunden nicht her. Der Tesla bunkert immerhin 85 Kilowattstunden. Damit lässt sich unter deutschen Verkehrsbedingungen und auch bei Reisen auf der Autobahn leicht über der Richtgeschwindigkeit über 300 Kilometer weit fahren. Bei defensiver Fahrweise und viel Stadtverkehr sind sogar Distanzen von fast 400 Kilometern ohne Ladepause drin.

Tesla Model S 85

Der Radius des Porsche im Elektromodus beträgt hingegen zwischen 30 und 50 Kilometer, je nachdem, wie feinfühlig das Fahrpedal gedrückt wird. Das sollte für die meisten Pendler für die Fahrt ins Büro locker reichen. Und wer längere Strecken plant: Nach Druck auf die E-Charge-Taste lädt der Benzinmotor die Batterie wieder auf. Mit einer Tankfüllung wären wir so insgesamt 750 Kilometer weit gekommen.

Die S-Klasse unter den Stromern
Bekannt wurde Elon Musks kalifornische Elektroautoschmiede durch den Sportwagen Tesla Roadster, der auf der Lotus Elise basierte. Das neue Modell, das schlicht "S" heißt, ist eine Eigenentwicklung mit einigen Superlativen. So sorgen die Batterien des viertürigen und 2,1 Tonnen schweren Luxus-Sportcoupes theoretisch für maximal 480 Kilometer Reichweite, verspricht der Hersteller. So weit fährt mit einer Batterieladung derzeit kein anderes Serien-Elektroauto. Allerdings zeigen langfristige Tests auch immer wieder, dass diese Angaben in der Realität kaum zu schaffen sind. Quelle: PR
Diesmal soll es - anders als beim Roadster - keine Kleinserie werden, sagt der Hersteller. Und schon jetzt liegen angeblich 13.000 Vorbestellungen vor. Für Europa sind davon 3.000 bestimmt. Eine gewisse Exklusivität ist also garantiert. Dabei nennt Tesla bisher noch nicht einmal einen offiziellen Preis für den deutschen Markt, allerdings sollen sich die Kurse an den amerikanischen Listen orientieren. Quelle: PR
Die Motorleistung der Grundversion steht noch nicht fest, dafür stellt Tesla derzeit seine Spitzenversion ganz in den Vordergrund. Die kostet 97.000 Dollar (rund 75.000 Euro) und wartet mit einem 85 Kilowattstunden-Akku auf. Der bringt 310 kW bzw. 421 PS Power und 600 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterachse. Quelle: PR
Dass bei einem so futuristischen Auto wie dem Tesla S keine Kontrolle mehr analog funktioniert, versteht sich fast von selbst. Quelle: PR
Das gigantisch große 17-Zoll-Touchscreen dominiert den Innenraum. Quelle: PR
Beeindruckend gestalten sich die Fahrleistungen des 421 PS starken Topmodells. Quelle: PR
Das Staufach unter der Fronthaube fasst 150 Liter. Quelle: PR

Schalten und walten

Der Tesla fährt sich so leicht wie ein Autoscooter, nur ohne Stromabnehmer: Reinsetzen, den Ganghebel am Lenkrad (der wie einige andere Schalter von Mercedes stammt) auf „D“ gedrückt – und ab geht die Post. Obwohl Newcomer im Automobilbau, haben die Amerikaner bereits ein erstaunlich hohes Qualitätsniveau erreicht.

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    Auch Fahrtkomfort und Handling des luftgefederten Model S beeindrucken. Auch in schnellen Kurven liegt der Tesla dank seines tiefen Schwerpunkts sicher auf der Straße. Sobald der Fahrer den Fuß vom Fahrpedal nimmt, wechselt der Generator in den sogenannten Rekuperationsmodus. Der lädt mit der Bewegungsenergie die Batterie – und wirkt wie eine Motorbremse.

    Der Porsche braucht sich aber nicht zu verstecken. In puncto Verarbeitung, Fahrdynamik, Komfort und Bremsverhalten ist er dem Tesla überlegen. Zudem verfügt der Panamera über Assistenzsysteme, an die man bei Tesla noch gar nicht gedacht hat.

    Mobilität



    Geld und Kapital

    Frentzen ist nach Abschluss des Tests hin- und hergerissen. „Im Panamera arbeitet der beste Hybridantrieb, der derzeit zu kriegen ist.“ Er biete eine Menge Fahrspaß und sorge für einen vergleichsweise niedrigen Kraftstoffverbrauch (siehe Kasten oben). „Aber der Tesla ist das coolere Auto.“ Wer – wie Frenzen – Strom selbst produziert, fährt damit beinahe kostenlos. Aber auch wer Strom aus dem Netz zieht, hat niedrigere Betriebskosten als der Porsche-Fahrer. Demgegenüber steht ein Wertverlust, der nach Prognosen von Experten nach drei Jahren 30 Prozent höher sein dürfte als beim Porsche. Frentzen: „Die Rechnung muss jeder selbst lösen.“

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