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Autotest Carrera 911 S - ein Chamäleon

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Weniger Verbrauch

Heinz-Harald Frentzen im neuen Porsche 911 Quelle: Dirk Krüll für WirtschaftsWoche

Auch das Ansprechverhalten des immerhin 400 PS starken Motors überzeugt ihn als Fahrer eines Porsche Turbo nicht wirklich: „Sauger haben zu wenig Drehmoment.“ Dafür sind die Verbrauchs- werte umso beeindruckender: Der Bordcomputer weist nach 300 Kilometern trotz flotter Autobahnfahrt mit Spitzengeschwindigkeiten von 240 km/h einen Durchschnittsverbrauch von 12,2 Liter Superplus aus. Bislang musste man mit 15 Litern rechnen.

Schalten & Walten

Für die günstigen Verbrauchswerte sorgt auch das Doppelkupplungsgetriebe (PDK), das in unserem Testwagen verbaut ist. Die sieben Gänge können über Schaltwippen am Lenkrad sortiert werden – wenn’s denn sein muss. „Traditionell schalten Männer lieber mit der Hand“, weiß der Rennfahrer. „Aber das System hier arbeitet deutlich schneller und effizienter, ohne spürbare Kraftunterbrechung. Dadurch kann ich mich auch in schnellen Passagen besser auf Straße und Verkehr konzentrieren.“

Keine Frage: „Wer das erstmals kennengelernt hat, mag es nicht mehr missen.“ Respekt zollt der langjährige Kartpilot auch der Fahrwerksabstimmung beim neuen Neunelfer: „Früher wirkte er immer etwas instabil, da die ganze Last auf der Hinterachse liegt. Das Auto lief deshalb gerne Spurrillen hinterher.“ In der jüngsten Ausgabe des Hecktrieblers ist davon nichts mehr zu spüren.

100 Millimeter mehr Radstand sorgen ebenso für Spurstabilität wie die neue elektromechanische Servolenkung. Letztere liefert auch einen Beitrag zum Spritsparen: Sie wendet Energie nur auf, wenn der Fahrer aktiv lenkt. Weiterer Vorteil: „Im Unterschied zu einer hydraulischen Lenkung macht die elektromechanische Lösung bei hohen oder tiefen Temperaturen keine Zicken.“ Und präzise arbeite sie allemal.

In Arbeit
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Geld & Kapital

Über jeden Zweifel erhaben ist auch das Bremssystem. Kein Wunder: Beim Testwagen sind gegen einen Aufpreis von rund 8500 Euro kohlefaserverstärkte Bremsscheiben aus Keramik verbaut. Weniger gefällt Frentzen hingegen die elektrische Parkbremse, die auch als Berganfahrhilfe dient: „Mit einer konventionellen Handbremse kann ich das Auto im Notfall schnell drehen. Hier geht das nicht.“

Wenigstens 102.000 Euro kostet der Porsche 911 Carrera in der Ausführung S, mit ein paar Extras sind es schnell 120.000 Euro. Immerhin: Die Wiederverkaufswerte dürften auch bei diesem Modell gut sein. Für Frentzen ist der Neunelfer bei allen Effizienzsteigerungen und trotz hohem Spaßfaktor kein Traumwagen – als Vater von drei Töchtern bietet dieses Porsche Coupé ihm schlicht zu wenige Sitzplätze. „Ich bin eher ein Typ für den Cayenne.“

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