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Autozoom

NPE: Nationale Planwirtschaft am Ende

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Leitanbieter statt Leitmarkt

Die beliebtesten Autos der Deutschen
Volkswagen Up Quelle: dpa
Opel Corsa Quelle: GM Company
VW Golf Quelle: dpa
VW Passat Quelle: dpa
VW Tiguan Quelle: dapd
BMW 5er Quelle: dpa/dpaweb
Porsche Panamera Quelle: REUTERS

Leitanbieter statt Leitmarkt, so muss das Motto für die Elektromobilität Made in Germany lauten. Das entspricht dem Wesen der deutschen Autobauer, die oft die Besten, aber nicht immer die Schnellsten sind. Das entspricht einer vernünftigen Industriepolitik, die ebenso reichen wie leistungsstarken Autokonzernen keine Milliarden aus dem Steuersäckel hinterherwirft. Und es passt zur Exportnation Deutschland, die vorwiegend vom Erfolg außerhalb unserer Landesgrenzen lebt.

Laut Evi-Index geht derzeit nur in einem der untersuchten zwölf Industrieländer der vorhergesagte E-Auto-Anteil zurück: In Deutschland. Das bedeutet, dass 2017 wohl nur rund 20.000 Elektroautos in Deutschland verkauft werden. Dass es so nichts werden kann mit einer Million E-Autos im Jahr 2020 ist offensichtlich. Hoffnungen, ein Leitmarkt zu werden, können sich dagegen andere machen: In Japan wird der Anteil von E-Autos an den neu zugelassenen Fahrzeugen 2017 zehn Mal größer sein als in Deutschland, in den USA immerhin vier Mal größer.

Trotzdem kann Deutschland im Evi seinen dritten Platz in der Gesamtwertung halten, was an dem großen Angebot an Elektroautos liegt, das deutsche Hersteller aufbauen werden. Der Evi-Index misst neben der Nachfrage eben auch das Angebot der Autoindustrie eines Landes. 2017 werden die deutschen Hersteller rund 250.000 Elektroautos produzieren, die größtenteils exportiert werden. Nur Japan wird mit einem Anteil von gut zehn Prozent (830.000 Fahrzeuge) noch einen höheren Anteil von E-Autos an der nationalen Fahrzeugproduktion haben.

Mobilität



Das Auto mit Elektromotor kommt massenhaft, es kommt in verschiedenen Varianten – rein elektrisch und kombiniert mit Verbrennungsmotor – und es kommt zu großen Teilen auch aus Deutschland. Dafür werden die deutschen Hersteller sorgen, auch ganz ohne Nationale Plattform und ohne rosige Verkaufszahlen im Inland. Die hiesigen Autobauer und Zulieferer haben gar keine andere Wahl, als sich dem weltweiten Wettbewerb um den besten, den emissionsfreien Autoantrieb zu stellen.

Beim Thema Wettbewerb sei noch ein Hinweis in eigener Sache erlaubt. Pünktlich zur Vorstellung des NPE-Berichts hat nun auch die Unternehmensberatung Roland Berger ihr Bekenntnis zur Technologiewende unter der Motorhaube gesprochen: Fortan wird sie vierteljährlich einen Elektromobilitätsindex errechnen, der angibt, welche der führenden Autobauer-Nationen im Rennen um das E-Auto die Nase vorn hat. In der Methodik, bei den Ergebnissen und selbst den verwendeten Grafiken sieht die Untersuchung dem Evi-Index von McKinsey und WirtschaftsWoche, den es bereits seit zwei Jahren gibt, zum Verwechseln ähnlich. Inhaltlich ist die Berger-Studie also verzichtbar und die Mühe nicht wirklich wert. Aber ganz ehrlich, uns bei der WirtschaftsWoche hat es schon gefreut, ist das Plagiat bekanntlich die höchste Form der Anerkennung.

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