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Better Place Die Elektroauto-Revolution rollt langsam voran

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Nächster Markt: Dänemark

Nun muss sich die Idee im Praxistest bewähren: 33 solcher Ladestationen stehen dazu seit Februar 2012 in Israel zur Verfügung. Von Metulla im Norden des Landes, an der Grenze zum Libanon, bis hinunter nach Eilat am Roten Meer können die Autos so fahren. Quelle: dapd

Ein weiteres Problem: Die Infrastruktur. Vier Jahre hat Better Place gebraucht, um ein Netzwerk von Wechsel- und Ladestationen in einem kleinen Flächenland wie Israel funktionsfähig zu machen. „Um gleiches in einem großen Land zu schaffen“, so Bratzel, „bedarf es enormer Investitionssummen“. Die Chance, dass sich Better Place mit seinem Konzept tatsächlich durchsetzt, hängt daher von dem Erfolg in kleinen Märkten ab.

Da sind die finanziellen und logistischen Herausforderung nicht zu vernachlässigen. In Dänemark, dem zweiten Markt, den Better Place erobern möchte, hat der Ausbau der Infrastruktur mehr Zeit in Anspruch genommen als vorab geplant. Mehrere Male verschob sich dort der Start der ersten Stationen. Nach Firmenangaben rollen nun in dem kleinen Land die ersten 100 Wagen.

Die Verzögerungen sorgten trotzdem bei dem Kooperationspartner Renault für Irritationen. Dieser verkündete prompt, den Kunden in Kopenhagen ein anderes E-Modell anzubieten. Und zwar das Modell Zoe. Renault ließ das Publikum wissen: „Wir verkaufen den Zoe mit eigener Batterie, und zwar bis Better Place bewiesen hat, dass seine Ladestationen reibungslos funktionieren“. Harte Worte von dem französischen Autobauer, mit dem Better Place sich das ehrgeizige Ziel gesetzt hat, im Jahr 2016 bis zu 100.000 Elektroautos auf den Markt zu bringen.

Die Entwicklung hat 428 Millionen Euro verschlungen

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    Auf dem israelischen Markt hat es Better Place derweil geschafft, einige Akteure von dem Konzept zu überzeugen. So hat der größte nationale Autoverleiher Eldan einen Vertrag mit dem Start-up unterzeichnet. Eldan bietet nun seinen Kunden auch den Renault Fluence zur Vermietung an. Beißen diese an, wäre das ein Vorteilen für beiden Seiten. Etwa zwei Drittel aller Wagen, die in Israel jedes Jahr verkauft werden, landen in den Depots und Garagen der Verleihfirmen. Immerhin haben die Autoverleihfirmen bereits 1800 Exemplare des Renault-Fluence mit Better Place Batterien bestellt. „In dem Bereich Flotten – sei es Firmen- oder Leihflotten – könnte dieses Leasingmodell vielleicht Erfolg haben“, sagt Autoexperte Bratzel. Dem Eldan Deal folgten auf jeden Fall weitere Verträge mit den Verleihern Albar, Avis, Eurodrive und Hertz, wie Better Place auf Anfrage mitteilt.

    In vier Jahren Entwicklungsphase hat Better Place bei diversen Kapitalgebern 750 Millionen Dollar eingesammelt. Und in der gleichen Zeit verschlungen Entwicklung und Test der technischen Infrastruktur, Software und Hardware schon 426 Millionen Dollar.

    Mobilität



    Nun stellen langsam auch Experten in Israel die Frage: Wie möchte das Unternehmen nach all den Verzögerungen endlich Geld verdienen?

    Diejenigen, die Anteile an dem Unternehmen halten, dürfte diese Frage auch umtreiben. Nach draußen steht die Israel Corporation noch zu Better Place. Doch die größte Investment Holding im Land, die 29 Prozent an dem Start-up hält, vermeldete kürzlich im ersten Quartal 2012 hohe Verluste. Unter anderem auch wegen dem Better Place.

    Kurz nachdem die ersten Fluence-Elektroautos über die Straßen Israels rollten, hatte der Gründer und Geschäftsführer Shai Agassi erklärt, vor weiteren Geldanfragen bei der Holding abzusehen. Frisches Geld soll es erst beim Börsengang geben – wenn überhaupt, so der ehemalige SAP-Manager, erst in frühestens zwei Jahren.

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