WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

BMW Fahrbericht: Mit dem Elektro-Mini unterwegs in Kalifornien

BMW lässt den Mini in New York und Los Angeles als Elektroauto auf die Straße. WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner konnte den 204 PS starken Lautlos-Flitzer bereits testen - und erlebte einige Überraschungen.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
WirtschaftsWoche-Redaktuer Quelle: dpa

Mit einem Mini in einer Stadt wie Los Angeles aufzufallen, wo nagelneue Rolls Royce Cabriolets in quietschgelbem Lack glänzen und an fast jeder Ecke ein Lamborghini oder Ferrari röhrt, ist zugegebenermaßen nicht ganz einfach. Es ist eigentlich sogar unmöglich. Es sei denn, man fährt den Mini E, und daran ist mutmaßlich nicht nur die bunte Beklebung schuld, die BMW seinem Versuchsträger spendiert hat.

Dieses Auto taugt auch in der superlativ-verwöhnten Metropole Kaliforniens durchaus zum Kopfverdreher, und das, obwohl oder vielleicht auch weil man ihn eigentlich gar nicht hört. Bis auf das kaum vernehmbare Summen der Batteriekühlung und der Pumpe für den Bremskraftstärker zischt dieser Mini geräuschlos durch die Stadt und lässt bei Bedarf selbst die Fahrer deutlich stärkerer Gefährte staunend zurück. Weil die 220 Newtonmeter Drehmoment des 204 PS starken Autos, hinter dessen Vordersitzen mehr als 5000 Lithium-Ionen-Akkus Dienst verrichten, praktisch ab dem Stand anliegen, sehen die meisten Autofahrer den auspufflosen Mini E an der Ampel nur von hinten, um an der nächsten Ampel mit weit gerecktem Hals wieder von hinten heranzurollen.

Eines wird hier schon nach wenigen Kilometern klar: Wer Sorgen hat, ein elektrischer Mini - wegen des großen Akkus nur ein Zweisitzer - würde weniger Spaß bereiten als sein benzinbetriebenes Pendant, kann absolut beruhigt sein. Der Mini E macht wirklich Spaß, selbst wenn beim hier verfügbaren Versuchsfahrzeug manchmal noch der Elektronikteufel zuschlug. So schaltete sich unser Test-Mini während der Fahrt kurz nach einem Schlagloch einfach mal aus und blieb mit Warnblinkanlage auf einem dreispurigen Highway stehen, um sich etwa 30 Minuten später wieder einzuschalten, als sei nie etwas gewesen. Doch die BMW-Techniker haben das Problem bereits erkannt und geloben schnelle Besserung. Auch beim Fahrwerk könnte BMW durchaus noch nachbessern und die wegen des um 300 Kilogramm auf 1,5 Tonnen gestiegenen Gewichts sehr ruppig abgestimmte Federung ein bisschen bandscheibenverträglicher abstimmen.  

Dennoch: Die Münchner haben schon jetzt so viel Vertrauen in ihr Produkt, dass sie in Kürze 500 Stück an ausgewählte Kunden in Los Angeles und New York verleasen wollen. Die sollen dann mit einer Batterieladung etwa 250 Kilometer weit kommen und ihr Auto mit einer speziellen Ladestation in der Garage in gut zwei Stunden wieder aufladen können. Wer in Deutschland in den Genuss eines Elektro-Minis kommen will, muss sich dagegen vermutlich noch etwas gedulden.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Hinter vorgehaltener Hand wird jedoch bereits von einem weiteren möglichen Flottenversuch in Berlin gemunkelt. Da könnte sich der Mini dann trefflich mit seinem direkten Konkurrenten duellieren: Dem Smart mit Elektroantrieb, der im kommenden Jahr durch die Hauptstadt rollen wird. Einer Sache darf sich der Mini Fahrer angesichts der mehr als dreifachen Leistung aber wohl sicher sein: Den Ampelspurt gewinnt der Mini.

    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%