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Bugatti Veyron Grand Sport Vitesse Unterwegs im schnellsten Roadster der Welt

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Für Klimafreunde ein Graus

Steile Kurve. Das blaue Monster fliegt wie von selbst durch das Rund. Wer sich traut, kann das Lenkrad loslassen Quelle: Pressebild

Klimabesorgte Zeitgenossen werden sich spätestens hier mit Grausen abwenden. Allein, der Vitesse ist nicht mit heutigen Maßstäben zu messen und schon gar nicht mit den Maßstäben von Normalverdienern. Solche Traumwagen bewegt man nicht, um möglichst schnell, möglichst komfortabel von A nach B zu kommen – dafür sind Flieger und Schnellzug wesentlich besser geeignet. Sie zählen vielmehr zu jenen exklusiven Vehikeln, mit denen Menschen, die es sich leisten können, Breschen in den Alltag schlagen – und dem Augenblick besonderen Glanz verleihen. Jede Fahrt mit einem solchen Auto wird zu einer Erfahrung gesteigerter Lust, wird zu einem Fest des Lebens.

Extras treiben den Preis

Der Eintrittspreis zu dieser Party ist hoch: Unter 1,69 Millionen Euro netto geht gar nichts, nicht einmal mit VIP-Rabatt. Und mit ein paar Extras wie etwa Karosserieteilen aus blauem Sichtcarbon (Aufpreis 200 000 Euro), mit Horseshoe-Felgen, Bremssätteln, Tank- und Öldeckel in Wagenfarbe, Stepparbeiten in der Kopfstütze und noch ein paar anderen netten Sonderanfertigungen eilt der Preis rasch der Schwelle von zwei Millionen Euro entgegen. Zwei Millionen Euro! Für das Geld könnte man eine Villa am Starnberger See erwerben oder ein Apartment am Hyde Park, man könnte einen hübschen Lebensabend unter Palmen verbringen, Gold horten oder bei einer Kunstauktion das eine oder andere Meisterwerk ersteigern.

Der teuerste Roadster der Welt

Und der Kaufpreis ist noch nicht alles. Auch die Unterhaltskosten sind dazu angetan, Normalsterblichen den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben. Schon die Vollkaskoversicherung schlägt hierzu- lande je nach Schadensfreiheitsrabatt, Regionalklasse und Selbstbeteiligung mit Beträgen zwischen 25 000 und 35 000 Euro zu Buche. Und dann erst die Wartung: Ein Bugatti muss alle 4000 Kilometer zur Inspektion, alle 16 000 Kilometer wird der Wechsel sämtlicher Felgen empfohlen. Allein ein Satz der Spezialreifen von Michelin (mit einer Lebensdauer von gerade mal 10 000 Kilometern) kostet rund 25 000 Euro, die große Jahresinspektion mit rund 16 000 Euro hat das englische Magazin "Autocar" ermittelt. Inklusive Sprit kamen die Experten auf jährliche Kosten von umgerechnet rund 250 000 Euro. Da könnte aus einem Traum schnell ein Albtraum werden. Jedenfalls für mich.

Ein Auto pro Woche

Doch offenbar gibt es Menschen, die solche Summen nicht schrecken. Die Wirtschafts-, Banken- und Schuldenkrise wirft jedenfalls bislang noch keine Schatten auf die Absatzzahlen von Bugatti, im Gegenteil: Mit einem Auftragsbestand von 42 Fahrzeugen ist die Bugatti-Manufaktur im elsässischen Molsheim noch bis zum Mai 2013 gut ausgelastet – bei der Fertigstellung von einem Auto pro Woche.

Und die Nachfrage ist weiterhin groß, wie Vertriebschef Stefan Brungs erzählt: Von der auf 150 Exemplare limitierten Serie des offenen Bugatti Veyron seien schon 59 Exemplare verkauft. Seit der Vorstellung der Top-Version Vitesse im März auf dem Genfer Autosalon habe die Nachfrage sogar angezogen: "Für gewisse Menschen sind exklusive Autos eine besonders schöne Form der Geldanlage und Krisenwährung", glaubt der Marketingstratege.

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