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Carsharing-Markt Die Ökos schlagen zurück

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Viele Nutzer nutzen mehrere Systeme

Ein Smart der Carsharing Firma

Interessanterweise steigt die Zahl der Nutzer mit wachsendem Gesamtangebot. Flinkster etwa, das stationäre Carsharing-System der Deutschen Bahn, "verzeichnete einen deutlichen Anstieg der Kundenzahlen, nachdem Car2Go und DriveNow in Berlin an den Start gingen", sagt Knie, der auch die Strategie der DB-Tochter verantwortet. Die Autohersteller haben auf Plakaten geworben und so das Interesse der Berliner für das Thema insgesamt geweckt. Zudem wirke das One-Way-Carsharing wie "eine Einstiegsdroge". Bei halbstündigen Fahrten sei es günstiger, danach die Etablierten. Viele Nutzer melden sich darum gleich in mehreren Systemen an.

In Berlin kommt bald noch ein neues hinzu. Finanzinvestor Mangrove aus Luxemburg, der sich selbst als "frech" und "geduldig" preist, investiert in ein Startup namens Citeecar. Citeecar verteilt bald Dutzende Kia Rio an festen Stellplätzen, die Privatnutzer bereitstellen. Die Parkplatz-Inhaber pflegen den Kleinwagen auch als persönliche "Hosts" und dürfen es kostenlos nutzen. Andere zahlen einen Euro pro Stunde plus 20 Cent pro Kilometer – der Preiskampf ist eröffnet.

Kunden, Städte und Umwelt profitieren

Das trifft etablierte Anbieter, denn Kosten für Wartung und IT sind hoch. Car2Go und DriveNow haben mit Bordtechnik neue Maßstäbe gesetzt: Navigationssysteme, Chips auf dem Führerschein als Schlüsselersatz und Telefonverbindung zur Zentrale per Knopfdruck, sollte das Auto defekt sein. Um Kosten zu senken, gingen ältere Anbieter etwa in Lüneburg und Freiburg bereits bei Cambio und Stadtmobil auf.

Mobilität



Profiteure des Wachstums sind schon jetzt Kunden, Städte und Umwelt. Nahverkehrsanbieter wie die Düsseldorfer Rheinbahn verkaufen Kombi-Pakete, die es Inhabern erlauben, Bus, Bahn und Carsharing-Auto rabattiert zu nutzen. "Je mehr Carsharing innerhalb einer Stadt angeboten wird, desto mehr Einwohner nutzen am Ende auch den öffentlichen Nahverkehr", sagt Experte Knie, "das gilt auch für One-Way-Anbieter."

Ökologischer Effekt angeblich nicht belegt

Der Bundesverband Carsharing (BCS), der die Mehrheit der Anbieter wie Cambio, Stadtmobil und Teilauto vertritt, bezweifelt das: "Es gibt keine Studie, die den ökologischen Effekt des flexiblen Carsharings belegt", sagt BCS-Chef Willi Loose. Für den BCS ist das aber eine zentrale Forderung.

Auch Stadtmobil-Chef Zielstorff zögerte anfangs, die 30 Fiat 500 im Stadtgebiet von Hannover zu verteilen. "Wir haben anfangs ökologische Risiken gesehen", sagt er. Am Ende war der unternehmerische Ehrgeiz doch größer. Volkswagen saß Zielstorff im Nacken. Der Konzern – seit 2011 schon mit festen Stationen in der Landeshauptstadt vertreten – schließt die Einführung eines One-Way-Systems nicht aus.

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