E-Mobility Zahl der Pedelec-Unfälle stark gestiegen

Im Jahr 2014 war jeder neunte Mensch, der mit einem Pedelec verunglückte, unter 45 Jahre alt, 2021 bereits rund jeder vierte. Quelle: imago images

Pedelecs sind beliebt – nicht nur als E-Bike für Senioren. Doch bei Unfällen können die Folgen wegen des höheren Tempos schwerer sein als beim „normalen“ Fahrradunfall.

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Die Zahl der Unfälle mit Pedelecs ist seit 2014 stark gestiegen. Häufig waren diese Unfälle schwerwiegender als Unfälle mit Fahrrädern ohne Motor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag berichtete. Grund dafür sei insbesondere das nach wie vor höhere Alter der Verunglückten, sagte Bernhard Veldhues, Leiter der Gruppe „Wirtschaftsstruktur und Verkehr“ beim Statistischen Bundesamt. Denn bei Stürzen nehme mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit schwerer Verletzungen zu.

Allerdings werde das E-Bike auch bei Jüngeren zunehmend beliebter: Waren im Jahr 2014 noch 54,5 Prozent der verunglückten Pedelecfahrerinnen und -fahrer mindestens 65 Jahre alt, lag ihr Anteil im vergangenen Jahr nur noch bei 33,5 Prozent.

Im Jahr 2014 war jeder neunte Mensch, der mit einem Pedelec verunglückte, unter 45 Jahre alt, 2021 bereits rund jeder vierte. Zum Vergleich: Bei Verunglückten auf Fahrrädern ohne Motor war jeder sechste Betroffene 65 Jahre und älter. Mehr als jeder Zweite (55,5 Prozent) in dieser Gruppe war jünger als 45 Jahre.

Neue E-Bikes für den Arbeitsweg – mit teils saftigen Preisen
Winora E-FlitzerWinora gehört zu den etablierten Fahrradherstellern, die Geschichte reicht über hundert Jahre zurück. Der E-Flitzer von Winora ist gänzlich in der Zukunft angekommen – das Fahrrad ist fast so schlank wie ein konventionelles Fahrrad und wiegt nur 16 Kilogramm. 2400 Euro kostet das Pedelec der Traditionsmarke. Quelle: Presse
Vanmoof S5Mit smarten und günstigen Pedelecs hat Vanmoof die Herzen vieler Großstädter erobert. Nun bringen die Niederländer neue E-Bikes auf den Markt. Der Hersteller hat unter anderem sein Erfolgsmodell S3 revidiert und in S5 umbenannt. Zugleich haben die Holländer mit dem A5 eine neue Variante mit Tiefeinsteigerrahmen im Angebot, die das bisherige X3 ersetzt. Im Sommer sollen die auf mittlerweile 2500 Euro im Preis gestiegenen Stadt-Pedelecs verfügbar sein. Quelle: Presse
Ampler Axel Die 2018 gestartete E-Bike-Marke Ampler hat mit Axel (Bild) und Juna eine neue Modellgeneration vorgestellt. Wie bisher handelt es sich um schicke Alltagspedelecs, die ihre E-Antriebstechnik geschickt kaschieren. Das Modell Axel gibt es auch mit Diamantrahmen, Nutzer sollten zwischen 1,72 bis 2,00 Meter groß sein. Quelle: Presse
Ampler JunaDas Modell Juna mit Tiefeinsteigerrahmen empfiehlt sich wiederum für 1,50 bis 1,74 Meter große Personen. Beide Bikes sind online zu Preisen ab 2590 Euro bestellbar. Quelle: Presse
Opium Speed-PedelecKurze Randnotiz am Anfang: Laut des Vergleichsportals Check24 ist jedes vierte E-Bike nicht gegen Diebstahl versichert. Im Schnitt kosten die Bikes mit E-Motor fast 2900 Euro. Lohnen könnte es sich für dieses Schweizer Fabrikat: Das neue Speed-Pedelec von Opium soll satte 340 Kilometer Reichweite bieten und dürfte über 5000 Euro kosten. Der Marktstart ist fürs nächste Frühjahr geplant. Quelle: Presse
Stromer ST3 PinionAuch aus der Schweiz stammt das ST3 genannte Heckmotor-Pedelec. In Kombination mit Pinion-Mittelgetriebe und Gates-Riemenantrieb soll es alltagstauglicher, pflegeleichter und verschleißärmer sein als andere Bikes. Dafür müssen Interessierte ebenfalls tief ins Portemonnaie greifen: In der Standard-Ausführung mit kleinem Akku ist das Pinion-ST3 ab 7800 Euro zu haben. Quelle: Presse
UBN SevenHöherpreisig ist auch dieses Bike von Riese & Müller. Ab 5200 Euro kann das UBN Seven genannte Fahrrad den Besitzer wechseln. Das Fahrrad zeichnet sich durch einen Tiefeinsteigerrahmen aus. Optional lässt es sich gegen Aufpreis mit einer gefederte Vordergabel kombinieren. Riese & Müller verbaut in dem Stadtrad statt den üblichen Bosch-Antrieben einen Motor des Herstellers Fazua. Quelle: Presse

2021 starben insgesamt 131 Menschen, die mit einem Pedelec unterwegs waren. Nur ein Mensch war jünger als 25 Jahre, 68 Prozent gehörten der Generation 65 plus an.

Wurden 2014 noch 480.000 Pedelecs verkauft, waren es im vergangenen Jahr bereits rund zwei Millionen Pedelecs, hieß es. Im Jahr 2014 meldete die Polizei 2245 Pedelecunfälle mit Personenschaden, 2021 waren es 17.285. Zum Vergleich: Bei nichtmotorisierten Fahrrädern ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden von 2014 bis 2021 von 76.643 auf 67.931 gesunken. Allerdings flossen in die Statistik nur diejenigen Unfälle ein, die von der Polizei aufgenommen wurden. Die Dunkelziffer dürfte nach Einschätzung der Statistiker erheblich sein.

Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, verweist darauf, dass es hingegen beim Vergleich der Unfälle pro Kilometerfahrleistung kaum Unterschiede bei der Schwere der Unfälle bei Fahrrad- und Pedelecfahrern gibt. Ausnahme seien „die ganz jungen und die ganz alten“ Verkehrsteilnehmer. Sinnvoll wäre aber gerade bei Pedelec-Fahrern eine „offensivere Kommunikation“ über den Sinn eines Helms. Denn trotz der im Vergleich zum Fahrrad ohne Motor höheren Geschwindigkeit gibt es keine Helmpflicht oder vorgeschriebene Schutzkleidung. „Rechtlich ist ein Pedelec ein Fahrrad“, sagte Brockmann. „Die Frage ist, ob das auf Dauer so bleiben kann.“

Waren Pedelec-Fahrer im vergangenen Jahr in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt, lag es nach Angaben des Statistischen Bundesamts am häufigsten an falscher Straßenbenutzung - weil sie etwa auf dem Gehweg oder in falscher Richtung in einer Einbahnstraße fuhren. Auch zu hohe Geschwindigkeit und Alkoholeinfluss spielten häufig eine Rolle.

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Zahlen gab es auch zu der Unfallentwicklung mit E-Scootern. Sie sind vor allem ein Großstadtphänomen: Knapp die Hälfte aller Unfälle mit Elektrorollern ereignete sich in Großstädten mit mehr als einer halben Million Einwohner. Eine weitere Auffälligkeit: Zwei Drittel der Fahrer, die in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt waren, waren männlich. Menschen, die auf einem E-Scooter verletzt oder getötet werden, waren zudem im Durchschnitt 31 Jahre alt – und damit noch einmal deutlich jünger als die mit einem Fahrrad Verunglückten.

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