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Mobilität Neue Lade-Label für E-Autos sollen tanken erleichtern

Nach Angaben des BDEW wächst die Zahl der öffentlichen Ladestationen seit Jahren kräftig. Quelle: dpa

Diverse Stecker- und Steckdosentypen machen das E-Autotanken gelegentlich kompliziert. Die EU will jetzt endlich Erleichterung bringen.

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Neue Kennzeichnungen an E-Autos, Ladesäulen und -kabeln sollen ab dem 20. März das Stromtanken erleichtern. Die EU-weit geltenden Label zeigen ein horizontales Sechseck, in dessen Mitte sich ein Buchstabe befindet. Passen die Symbole von Stecker und Steckdose beziehungsweise von Auto und Ladesäule zusammen, kann getankt werden.

An der Fahrzeugseite ist das Kennzeichen in Schwarz gehalten, an der Infrastruktur-Seite in Weiß. Insgesamt gibt es zehn unterschiedliche Kenn-Buchstaben, jeweils fünf für das AC- und fünf für das schnellere DC-Laden. Die gängigsten dürften das „C“ für den Typ-2-Stecker sowie „K“ (bis 500 V) und „L“ (bis 920 V) für den CCS-Schnellladestecker sein.

Immer mehr Ladestationen für E-Autos

Nach Angaben des BDEW wächst die Zahl der öffentlichen Ladestationen seit Jahren kräftig. Mittlerweile sind 39.538 Ladepunkte im Ladesäulenregister des Verbands gemeldet. Jeder siebte davon ist ein Schnellladepunkt - also eine Einrichtung mit einer höheren Ladeleistung. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren lag die Gesamtzahl der öffentlichen Ladepunkte noch bei 7.400.

In den vergangenen drei Monaten seien rund 3800 hinzugekommen - ein Plus von zehn Prozent. „Es kommt richtig Fahrt in die Elektromobilität“, bilanzierte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae. Mittlerweile würden mehr als 85 Prozent der vorhandenen öffentlichen Ladepunkte von Mitgliedern ihres Verbands betrieben.



Dem BDEW zufolge sind in Deutschland aktuell 500.000 Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb oder Hybridantrieb zugelassen. Die vorhandenen Ladepunkte könnten den Angaben zufolge aktuell mehr als 550.000 E-Fahrzeuge versorgen.

Die Bundesregierung will bis 2030 eine Million öffentlicher Ladepunkte für zehn Millionen E-Autos geschaffen haben. Der BDEW bezweifelt, dass dieser „starre Schlüssel“ zielführend ist. Auch Autobranche, Ladesäulenbetreiber und Kommunen hätten sich kritisch zu unflexiblen Zielvorgaben geäußert, argumentierte der Verband. Zum Ausbau der Infrastruktur gehörten neben der reinen Zahl an Ladepunkten auch die Ladeleistung, das Ladeverhalten der Nutzer und technische Neuerungen.

So seien etwa die aktuellen öffentlichen Stationen weit davon entfernt, voll ausgelastet zu sein, erklärte Verbandschefin Andreae. Die durchschnittliche Auslastung einer Ladesäule liegt demnach bei einem Ladevorgang in fünf Tagen, bei Schnellladepunkten sei es eine Ladung alle zwei Tage.

„Es ist mehr als fraglich, ob wir bis 2030 eine Million Ladepunkte brauchen.“ Zumal auch die Leistung der Stationen zugenommen habe. Seit 2019 steige die Zahl der Fahrzeugmodelle mit einer Ladeleistung ab 100 Kilowatt. Die Elektromobilität sei „an der Schwelle vom Nischenphänomen zum dynamischen Markt“, urteilt der Verband.

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Um dieser Dynamik gerecht zu werden, fordert er auch schnellere Genehmigungsverfahren für Flächen, die sich für Ladestationen eignen, und weniger Bürokratie bei Förderanträgen. Daneben sei es wichtig, die privaten Ladestationen weiter auszubauen. Auch hier gibt es einen Zuwachs. Seit Ende November vergangenen Jahres seien 300.000 Förderanträge für private Wandladestationen, sogenannte Wallboxen, eingegangen.

Mehr zum Thema: Varta-Chef Herbert Schein über den Einstieg in die Elektroautobranche, die Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten der neuen Batteriezelle sowie das Interesse der deutschen Autohersteller – und Tesla.

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