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Effizienz-Wettbewerb Sparauto schafft mit einem Liter Sprit 3500 Kilometer

Das Auto der Zukunft soll mit möglichst wenig Energie fahren. An der Hochschule Trier basteln Nachwuchsingenieure an einem Modell, dass mit nur einem Liter Benzin 3500 Kilometer weit kommen soll.

Fahrerin Stephanie Rodermund liegt im Sparauto Protron, das mit umgerechnet einem Liter Superbenzin 3500 Kilometer weit kommt. Rechts im Bild Protron-Projektleiter Matthias Braband. Quelle: dpa

Sie sehen aus wie kleine Rennautos, ihre Fahrer tragen Helme und spezielle Anzüge. Ihr Ziel ist aber nicht, schnell zu fahren, sondern dabei möglichst wenig Energie zu verbrauchen. Mit ihren Elektrofahrzeugen sind Nachwuchsingenieure der Hochschule Trier schon weit gekommen: Modell „Protron“ schafft es mit einem Energieäquivalent von einem Liter Superbenzin 3500 Kilometer weit - also von Deutschland bis Nordafrika. Modell „Aeris“ hat mit einem Liter Kraftstoff oder der entsprechenden Menge Strom eine Reichweite von etwa 3000 Kilometern.

Mit den beiden Sparautos geht das Trierer Studenten-Team Protron für Rheinland-Pfalz beim 30. Shell Eco-Marathon Europe vom 15. bis 18. Mai in Rotterdam an den Start. Erstmals waren die angehenden Maschinenbauer, Elektrotechniker, Informatiker und Designer 2007 beim weltgrößten Effizienz-Wettbewerb dabei. „Wir wollen jedes Jahr besser werden“, sagt Teamsprecher Florian Deutscher. Insgesamt treten bei dem Marathon mehr als 200 Mannschaften an - darunter 20 Teams von deutschen Hochschulen und Berufsschulen.

Diese neuen Autos kommen 2014
Mercedes-Benz GLADer GLA wird der kleine Bruder des GLK. Auf der A-Klasse basierend, ist er der erste Kompakt-SUV aus der Stuttgarter Autoschmiede. Deshalb wird der GLA intern auch als SUC, Sports Utility Cruiser, bezeichnet. Der GLA ist als Konkurrent zum Audi Q3 und Range Rover Evoque gedacht. Der kleine mit dem Stern beeindruckt mit formschönem Design: Die sportliche Linienführung sorgt für den besten Luftwiderstandsbeiwert im betreffenden Segment. Wenn der GLA wie erwartet 2014 auf den Markt kommt, können potenzielle Käufer aus sieben verschiedenen Motorisierungen wählen - vier Diesel und drei Benziner. Die Leistung reicht von 136 bis 211 PS. Bei der 136 PS-Variante (Diesel) verbraucht der GLA durchschnittlich 4,3 l/100 km, beim 211 PS-Benziner rund 6,5 Liter. Preis je nach Motorisierungen mit Standardausstattung: 29.300 bis 39.250 Euro. Quelle: REUTERS
Porsche MacanDer neue kleine SUV hatte seinen großen Auftritt auf der LA Motorshow, im April 2014 soll er im deutschen Handel sein. Der kleine Bruder des Cayenne wird mit einem Einstiegspreis von etwa 58.000 Euro das günstigste Modell des Sportwagenherstellers, der damit auch eine neue Baureihe begründet. Der Namensgebung - Macan stammt vom indonesischen Wort für Tiger - rechtfertigen die Modelle Macan Turbo, Macan S und Macan S Diesel, die mit bis zu 400 PS Leistung aufwarten. Das Einstiegsmodell Macan S treibt ein neuer 6-Zylinder Biturbo-Motor mit drei Litern Hubraum und 340 PS an. Das ermöglicht Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 254 km/h. Quelle: dpa
BMW X4BMW bezeichnet den X4 als ein Sports Activity Coupé. Die Basis des neuen SUV stellt der Markenbruder X3, dessen Ladevolumen von etwa 500 Litern und Palette an Motorisierungen der X4 übernimmt. Dementsprechend reichen die Leistungen der verfügbaren Motoren von 184 bis 313 PS. Bisher nur als Concept vehicle bekannt, soll der X4 auf dem Genfer Autosalon 2014 offiziell vorgestellt werden und anschließend möglichst schnell in Serie gehen. Quelle: REUTERS
Honda NSXDie erste Generation des NSX lief zwischen 1990 und 2005 vom Band. 2014 spendiert Honda dem NSX eine Neuauflage. Und was für eine: Ein Hochleistungshybridmotor und bedarfsmäßig zuschaltbarer Allradantrieb gehören zum 116 Zentimeter hohen NSX Concept. Während der 3,7-Liter V6-Benziner seine Kraft auf die Hinterachse überträgt, haben die Vorderräder ihre eigenen zwei Elektromotoren, die sie antreiben. Produziert werden soll die neue Generation in einem eigens errichteten Werk im US-Bundesstaat Ohio, das sich Honda knapp 70 Millionen US-Dollar kosten ließ. Die Fertigung soll 2015 anlaufen. Quelle: dpa
Peugeot RCZ RMit dem RCZ R präsentiert der französische Traditionshersteller einen neuen Sportwagen, der als stärkstes Serienmodell der Marke neue Maßstäbe setzen soll. Aus nur 1,6 Litern Hubraum generiert der RCZ R erstaunliche 270 PS, die Geschwindigkeit wird bei 250 km/h elektronisch abgeriegelt. Turbolader, tiefergelegte Karosserie und Spoiler lassen direkt auf ein Sportmodell schließen. Dazu gesellen sich noch ein flacher Heckspoiler und die zwei Auspuffrohre links und rechts am Heck. Zur Markteinführung, die für Anfang 2014 geplant ist, sollen mindestens 41.500 Euro für den Top-Sportler fällig werden. Quelle: REUTERS
BMW M4 CoupéDer neue Hochleistungssportwagen von der BMW M GmbH heißt M4 Coupé und soll Anfang 2014 auf den Markt kommen. Basierend auf dem 4er Coupé hat BMWs hauseigene Tuningschmiede ein klassisches M-Modell entwickelt. Das gewohnt sportliche Design wird durch eine neue Doppelniere und neue Doppelrundscheinwerfer verfeinert. Zusätzlich wurde das Gewicht im Vergleich zum Vorgänger um 80 Kilogramm auf rund 1500 Kilogramm reduziert, man kann also mit recht von einem Leichtbausportler sprechen. Der drei Liter große Turbomotor des Münchners bringt eine Maximalleistung von etwa 450 PS auf die Straße und muss sich damit in dieser Kategorie dem aktuellen C 63 AMG von Mercedes (507 PS) geschlagen geben. Die 250 km/h Höchstgeschwindigkeit können Käufer vermutlich ab dem frühen Sommer 2014 ausfahren. Quelle: obs
Audi A3 e-tronAudi möchte bei den Hybridantrieben den Anschluss halten. Als neue Waffe im Kampf um die Vorreiterposition in Sachen Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit haben die Ingolstädter den A3 e-tron auserkoren. Anders als die Konkurrenzmodelle anderer Hersteller ist im A3 e-tron zwar immer noch ein Verbrennungsmotor verbaut, doch erscheint Audi der Weg des alltagstauglichen Plug-In-Hybriden als der aussichtsreichste. Der Verbrenner ist der bereits bekannte 1,4 Liter Motor der TSI-Baureihe mit 150 PS während der E-Motor mit bis zu 102 PS eine neue Entwicklung ist. In Kombination sollen die beiden Antriebe einen Verbrauch von lediglich 1,5 Litern auf 100 Kilometern ermöglichen. Mitte 2014 lässt sich das dann auch vom Kunden testen. Quelle: AP/dpa

A und O ist das Gewicht der Fahrzeuge. Je leichter sie sind, desto weniger Energie brauchen sie. So sei es ein großer Durchbruch gewesen, als die Konstrukteure im vergangenen Jahr das Gewicht des aus Kohlefaser gefertigten „Protrons“ um gut zehn Kilo auf jetzt 37 Kilo verringerten, sagt Deutscher. Da jedes Gramm zählt, gilt für die Fahrer: „Sie sollten nicht größer als 1,60 Meter sein und ein Maximalgewicht von 50 Kilo haben“, sagt Projektleiter Matthias Braband.

Deswegen sitzen im „Protron“ Frauen am Steuer. Etwa Stephanie Rodermund von der Universität Trier. Wie sich so ein Auto fährt? „Man liegt schöner darin als es aussieht“, sagt die Studentin der Wirtschaftsinformatik. Das Gefährt lasse sich gut lenken. Die große Kunst sei, möglichst konstant zu fahren, um wenig Energie zu verbrauchen. Der „Protron“ wird von zwei Elektromotoren angetrieben. Wegen moderner Brennstoffzellentechnik bestehen die Abgase zu 100 Prozent aus Wasser, sagt Elektrotechniker Braband.

"Alles weg, das man nicht zum Fahren braucht"

Sportlich, schnittig, aus Karbon
BMW i3Der Elektrowagen geht jetzt in Großserie. Für rund 35.000 Euro bekommen Kunden eine Reichweite von etwa 200 Kilometern. Das viersitzige Elektromobil erhält eine ultraleichte und extrem stabile Fahrgastzelle aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff. Die soll das Mehrgewicht der Lithium-Ionen-Batterien von rund 200 Kilo ausgleichen. Quelle: REUTERS
Volkswagen XL1 Quelle: dapd
McLaren MP4-12C Quelle: dapd
KTM X-Bow Quelle: dpa-tmn
BMW Vision Efficient Dynamics Quelle: dpa
Red Bull RB7 Quelle: REUTERS
BMW M3 CSL Quelle: BMW AG

Der knapp 150 Kilo schwere „Aeris“ hat zwei Elektromotoren im Radkasten, die von einem Lithium-Eisen-Phosphat-Akkumulator gespeist werden. Zusätzlich wird Energie über Solarzellen erzeugt, die auf dem Auto verbaut sind. Der Zweisitzer habe auch eine Straßenzulassung, sagt „Aeris“-Projektleiter Felix Müllenbach. Allerdings könne man nicht einfach losfahren, sondern müsse das Auto vor jeder Fahrt warten und checken.

An einem dritten viersitzigen Auto mit elektrischem Antrieb arbeitet das 80-köpfige Team noch. Hier soll versucht werden, „durch einen intelligenten Einsatz von Werkstoffen wie Naturfasern oder Kohlefasern Material wie Stahl zu ersetzen, um Gewicht zu reduzieren“, sagt Projektleiter Christian Gapp.

Auf das Thema Energieeffizienz werde beim Autobau zu wenig geachtet, sagt Maschinenbau-Student Deutscher. Eine große Rolle spiele dagegen der Komfort. „Und der kostet sehr viel Gewicht“, sagt er. Jeder einzelne Stellmotor, der am Sitz festgeschraubt werde, jeder elektrische Fensterheber - das sei alles Gewicht. Die Aggregate müssten zudem mit Strom versorgt werden, was Energie koste.

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„Man muss das Auto mittelfristig von all dem befreien, das man nicht zum Fahren braucht“, sagt Maschinenbau-Professor Hartmut Zoppke, der das Projekt Protron 2006 an der Trierer Hochschule ins Leben gerufen hat. Ein Umdenken sei nötig, denn „wir haben die Energie nicht“. Auch Deutscher meint: „Man muss das Auto wieder als das betrachten, was es eigentlich ist: ein Verkehrsmittel und kein zweites Wohnzimmer“.

Nach Einschätzung der Shell-Eco-Marathon-Veranstalter wird sich der weltweite Energiebedarf angesichts der wachsenden Bevölkerung bis 2050 verdoppeln. Die Zahl der Fahrzeuge werde von gut 900 Millionen auf mehr als zwei Milliarden steigen.

„Wie sich Mobilität im 21. Jahrhundert angesichts knapper werdender Rohstoffe gewährleisten lässt, ist eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit“, sagt die rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerin Doris Ahnen (SPD). Daher seien die Erkenntnisse des Trierer Teams für Wissenschaft und Wirtschaft „gleichermaßen wertvoll“.

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