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Elektroauto erneut in Flammen Wie sicher ist der Tesla S?

Schon wieder stand ein Model S nach einem Unfall in Flammen. Es ist der zweite Vorfall dieser Art innerhalb weniger Wochen. Ein Desaster für den Automobilhersteller.

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Die S-Klasse unter den Stromern
Bekannt wurde Elon Musks kalifornische Elektroautoschmiede durch den Sportwagen Tesla Roadster, der auf der Lotus Elise basierte. Das neue Modell, das schlicht "S" heißt, ist eine Eigenentwicklung mit einigen Superlativen. So sorgen die Batterien des viertürigen und 2,1 Tonnen schweren Luxus-Sportcoupes theoretisch für maximal 480 Kilometer Reichweite, verspricht der Hersteller. So weit fährt mit einer Batterieladung derzeit kein anderes Serien-Elektroauto. Allerdings zeigen langfristige Tests auch immer wieder, dass diese Angaben in der Realität kaum zu schaffen sind. Quelle: PR
Diesmal soll es - anders als beim Roadster - keine Kleinserie werden, sagt der Hersteller. Und schon jetzt liegen angeblich 13.000 Vorbestellungen vor. Für Europa sind davon 3.000 bestimmt. Eine gewisse Exklusivität ist also garantiert. Dabei nennt Tesla bisher noch nicht einmal einen offiziellen Preis für den deutschen Markt, allerdings sollen sich die Kurse an den amerikanischen Listen orientieren. Quelle: PR
Die Motorleistung der Grundversion steht noch nicht fest, dafür stellt Tesla derzeit seine Spitzenversion ganz in den Vordergrund. Die kostet 97.000 Dollar (rund 75.000 Euro) und wartet mit einem 85 Kilowattstunden-Akku auf. Der bringt 310 kW bzw. 421 PS Power und 600 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterachse. Quelle: PR
Dass bei einem so futuristischen Auto wie dem Tesla S keine Kontrolle mehr analog funktioniert, versteht sich fast von selbst. Quelle: PR
Das gigantisch große 17-Zoll-Touchscreen dominiert den Innenraum. Quelle: PR
Beeindruckend gestalten sich die Fahrleistungen des 421 PS starken Topmodells. Quelle: PR
Das Staufach unter der Fronthaube fasst 150 Liter. Quelle: PR

Drei Wochen nach dem ersten Vorfall, ist nun ein zweiter Brand eines Tesla S bekannt geworden. Das Elektroauto wurde bereits am 18. Oktober in einen Unfall verwickelt. Im mexikanischen Merida verlor ein Fahrer offensichtlich die Kontrolle über den Wagen, als er mit hohem Tempo in den Kreisverkehr raste. Die Limousine prallte gegen eine Mauer und fing sofort Feuer. Verletzt wurde bei dem Vorfall glücklicherweise niemand.

Dennoch: Wenn sich ein Fahrzeug so schnell entzündet, kann das böse ausgehen. In punkto Sicherheit scheinen das hochgelobte Tesla-Model zu versagen.

Erst Anfang Oktober war der Fahrer eines 70.000 US-Dollar teuren Tesla Model S auf der Washington Route 167 in der Nähe von Seattle unterwegs und überfuhr nach eigenen Angaben einen metallischen Gegenstand, möglicherweise Bauschutt. Kurz darauf zeigte das computergesteuerte Warnsystem des Wagens einen Defekt an einem der Batteriemodule an. Durchschlägt tatsächlich ein metallischer Gegenstand den Batteriecontainer im Unterboden des Wagens, bemerkt das Sicherheitssystem den Kapazitätsunterschied sofort, reagiert mit einer Warnung und trennt die Batterie vom Motor.

Das bestätigt auch der Fahrer, der sagt das Fahrzeug habe ihn darum gebeten, zu Halten und Auszusteigen. Was dann passiert, entwickelt sich zum PR-Desaster für den Autohersteller. Denn ein Amateurfilmer nimmt auf, wie die Feuerwehr anrückt, um das brennende E-Auto zu löschen. Das auf YouTube veröffentlichte Video wird zum Klick-Hit. Und am Ende stuft ein Börsenanalyst die Aktie von Tesla herab. Der Börsenkurs fällt dramatisch. Teilweise 13 Prozent verliert die Aktie des kalifornischen Autoherstellers. Ein Börsenwert von drei Milliarden Dollar, umgerechnet 2,2 Milliarden Euro, ist vernichtet. Aber wieso brennt der Tesla überhaupt? Trotz des immer wieder ausgegebenen Mantras: Die Technik sei absolut sicher und vollkommen harmlos?

Das Feuer entzündet sich, wie im Video zu sehen, im vorderen Bereich des Wagens, wo die Akkus in einer Metallbox untergebracht sind. Diese Box ist komplett geschlossen, ein sogenanntes Containment, das die Akkus nach Außen und Innen schützen soll. Elektroautohersteller haben der Entwicklung dieser Containments viel Aufmerksamkeit geschenkt. Tesla hält sogar mehrere Patente – auch für die Feuerfestigkeit.

Elektro-Mobile werden nochmal geprüft

Elektroautos, die zu haben sind
VW e-Up! Quelle: Volkswagen
Porsche Panamera S E Hybrid Quelle: Porsche
Renault FluenceMarke: Renault Modell: Fluence Preis: ca. 25.950 Euro plus Batteriemiete von 79 €/Monat Reichweite (in km): 185 km Leistung (kw/PS): 70kW/95 PS Quelle: Presse
Mercedes SLS ed Quelle: Daimler
Renault TwizyMit futuristischem Design und ohne echte Türen kommt der Twizy daher. Der Zweisitzer ist besonders klein und wendig und für den Stadtverkehr konzipiert. Er kann an jeder Haushaltssteckdose aufgeladen werden. Marke: Renault Modell: Twizy Urban Grundpreis (inkl. MwSt): ab 6990 Euro, zusätzlich fallen mindestens 50 Euro Batteriemiete pro Monat an Reichweite (in km): 100 Höchstgeschwindigkeit (km/h): 80 Stromverbrauch (kWh/100km): 6,3 Quelle: dapd
Smart ed Quelle: Daimler
Kangoo RapidDer Elektro-Kangoo soll den städtischen Lieferverkehr sauberer und leiser machen. Er bietet mit bis zu 3,5 Kubikmetern Laderaum soviel Platz wie sein konventioneller Dieselbruder. Das ist möglich, weil die Batterien im doppelten Ladeboden verschwinden. Mit 60 PS ist der Elektro-Kangoo ausreichend schnell.   Marke: Renault Modell: Kangoo Rapid Z.E. Grundpreis (inkl. MwSt): 15.100 (+ 86 Euro monatlich fürs Batterie-Leasing) Reichweite (in km): 160 Höchstgeschwindigkeit (km/h): 130 Stromverbrauch (kWh/100km): nicht bekannt Quelle: Presse

Das Containment verhindert im konkreten Fall zwar nicht den Brand selbst, wie es sich die Entwickler wünschen, aber zumindest die Ausbreitung der Flammen. Der Fahrgastraum und der hintere Teil des Autos bleiben unbeschadet. Und den Brand unter der Fronthaube bekommen die Feuerwehrleute offenbar auch schnell in den Griff.

Problematisch aber ist der Sicherheitscontainer der Batterie. Denn dort lodern die Flammen offenbar wieder auf, als die Feuerwehr einen möglichen Schwelbrand der Leitungen oder des Innenraums prüft. Der Grund scheint der abgeschottete Batteriecontainer zu sein. Erst nachdem die Feuerwehrleute die Box mit Kreissäge und Bohrer öffnen, und mit einer Spezialchemikalie fluten, bekommen sie die Flammen in den Griff.

Genau das aber, soll – glaubt man Propagandisten der E-Mobilität und der Konstrukteuren der Batterie-Container – eigentlich gar nicht erforderlich sein. Schon deshalb weil die Akkus dort hermetisch versiegelt sind, damit sich niemand an den hohen Batteriespannungen darin verletzen kann.

Dass ein solcher Eingriff im Falle des brennenden Tesla erforderlich war, ist das eigentliche Problem für den E-Mobil-Produzenten, weniger der brennende Wagen selbst. Schließlich kommt es auch bei Fahrzeugen mit traditionellen Antrieben immer wieder zu Entzündungen im Motorraum oder brennenden Reifen wegen heiß gelaufener Bremsen. Und auch wenn beim Tesla die bisherigen Erkenntnisse dafür sprechen, dass es ein Unfall und keine spontane, eigenständige Entzündung war – ein Auto darf im normalen Straßenverkehr nicht in Brand geraten. Auch nicht, wenn ein metallischer Gegenstand gegen den Unterboden schlägt.

Mobilität



Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass jetzt reihenweise Elektro-Mobile in Flammen aufgehen. Dieser Unfall kann, speziell weil keine Personen zu Schaden kamen, sogar eine positive Wirkung haben. Wenn er nämlich dazu führt, dass auch die Verfahren zum Löschen von brennenden Bauteilen nochmals überprüft und – sofern erforderlich – verbessert werden.

Und noch einen – potenziell nützlichen – Nebeneffekt dürfte der Brand des Wagens gehabt haben. Der Aktienkurs des Unternehmens liegt jetzt vermutlich deutlich näher an dessen tatsächlichen Wert. Denn der Hype um Tesla und Elon Musk ist durch ein einziges brennendes Auto erst mal gedämpft. Die genaue Untersuchung des Vorfalls wird sich indes noch verzögern. Der Shutdown der US-Regierung betrifft auch die zuständige Behörde für Verkehrssicherheit.

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