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Elektroauto-Test Opel Ampera zeigt sich höchst alltagstauglich

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Display Chevrolet Volt Quelle: Lukas Beck für WirtschaftsWoche

Beeindruckender ist dagegen, wie effektiv dieser fast schon geniale Antrieb die zur Verfügung stehende Energie nutzt: Die ersten 50 Kilometer rollt der Ampera allein mit dem im Akku gespeicherten Strom durch die City. Als die Balken der Ladeanzeige immer weniger und dünner werden (in einem normalen E-Mobil würde man jetzt angstvoll nach der nächsten Ladestation Ausschau halten), springt ruckfrei und beinahe unhörbar der kleine Hilfsmotor an.

Der 1,4 Liter große Benziner aus dem Opel-Motorenwerk Wien, der später auch mit Bio-Ethanol betrieben werden kann, wirkt allerdings anders als beim Hybridauto nicht direkt auf die Räder. Als rollendes kleines Kraftwerk produziert er Strom für den Elektroantrieb.

Ein Teil der Elektronen wird auch in den Akku geleitet, der zum Schutz der Zellen auf diese Weise aber nur zu 40 Prozent wiederaufgeladen werden kann. Andere Hersteller sind da mutiger. Für den Rest muss die Batterie später für etwa drei Stunden an eine haushaltsübliche Steckdose.

Mehr als 500 Kilometer weit soll der Ampera auf diese Weise mit einer Akku- und Tankfüllung kommen – für die Heimfahrt von Rügen damals hätte es beispielsweise voll und ganz gereicht.

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    Und das Konzept hat noch Potenzial: Während im Prototyp der Generator erst anspringt, wenn die Batterie leergesaugt ist, soll beim Serienfahrzeug der Fahrer auf Knopfdruck selbst die Energiequelle wählen können, deutet mein Beifahrer an: Akku in der Stadt, Generator auf der Autobahn. Was will man mehr? Vielleicht eine bessere Dämmung für den Verbrennungsmotor. Beim Testfahrzeug sendet die Explosionsmaschine unter Volllast akustische Signale in den Passagierraum, die man eigentlich schon vergessen hatte.

    Geld & Kapital

    General Motors bringt den Chevy Volt in den USA zum Preis von umgerechnet etwa 31 500 Euro in den Handel. Da der Kauf umweltfreundlicher Autos vom Fiskus mit bis zu 7500 Dollar auf die Einkommensteuer gefördert wird, bleibt für die US-Bürger je nach persönlicher Steuersituation ein Nettopreis von etwa 25 785 Euro übrig.

    Das Schwestermodell Opel Ampera wird sicher nicht billiger sein, wenn es Ende 2011 hierzulande angeboten wird: Erwartet wird ein Grundpreis von etwa 33 000 Euro. Das ist eine Menge Holz für einen Kompaktwagen mit dem Platzangebot eines Opel Astra oder VW Golf. Aber dafür muss der Käufer dieses Stromers im Unterschied zu den meist nur zweisitzigen Stadtwägelchen der Konkurrenten auf nichts verzichten, was Autofahren komfortabel und sicher macht.

    Okay, man fährt nicht jeden Tag eine Strecke von 500 Kilometern. Aber es ist gut zu wissen, dass man es könnte und der Ampera als echtes Familienauto auch für Urlaubsfahrten taugt und nicht nur für kurze Fahrten durch die City. Und im Alltag nimmt der Generator den E-Mobilisten den Horror vacui – mit erschöpftem Akku irgendwo auf einsamer Straße liegen zu bleiben. Ja, so lasse ich mir die Zukunft schon eher gefallen.

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