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Elektroautobauer Tesla will den Massenmarkt erobern

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"Mir doch egal wie Tesla fährt, ich möchte auch eins"

Wie das Raumschiff Enterprise auf Warp-Geschwindigkeit - der Tesla Roadster. Quelle: dpa-tmn

Mit seinem neuen Exemplar hat sich Tesla nun höhere Ziele gesteckt. Es ist wie eine Feuertaufe: Gelingt es dem Automobil-Newcomer sein neues Elektromodell S in Serie zu produzieren? Schließlich möchte Tesla 20 000 Exemplare davon im Jahr fertigen. Der Umsatz von derzeit 200 Millionen Euro soll sich noch 2012 verdreifachen, schwarze Zahlen sind dann für das nächste Jahr geplant. Die Ziele sind so anspruchsvoll, wie wagemutig.

Einen Erfolg hat das Unternehmen dringend nötig. Tesla schreibt bisher Verluste, im ersten Quartal 2012 waren es 89,9 Millionen Euro. Auch das zweite Quartal wird voraussichtlich nicht gut sein. Die Hoffnung ruht also umso mehr auf dem Erfolg des S-Models, bei dem man per Smartphone App den Batteriestatus prüfen, die Klimaanlage justieren und per GPS herausfinden kann, wo man zuletzt sein Auto geparkt hat.

Um die neuen Ziele zu erreichen, hat sich das Unternehmen Know-How aus Deutschland eingekauft. Manager von Daimler und VW haben in Kalifornien volle Arbeit in der Fertigung geleistet. So urteilen zumindest die ersten Journalisten, die das neue Werk in Fremont besichtigt haben.

Der Gründer und Firmenchef Elon Musk hat die Zweifel an die neuen Aufgaben selbst zerstreut. Mit Herausforderungen kennt sich der aus Südafrika eingewanderte Entrepreneur aus. Er schmiss sein Studium, als das Internet tatsächlich noch eine Spielwiese für wenige Nerds war. 1995 gründete Musk sein erstes Start-up im Silicon Valley. Die Erfahrung und das Geld, das er damit machte, steckte er in PayPal, einer der etablierten Bezahlsysteme im heutigen WWW.

Lob von einem Dinosaurier der Autoindustrie

Und als Musk schließlich auch PayPal für 1,5 Milliarden Euro an Ebay verkaufte, wagte er sich auf ganz neues Terrain. 2003 schuf er Tesla und wollte damit nicht weniger als den Automarkt revolutionieren. Das Thema Mobilität hat es ihm angetan. Musks neuestes Unterfangen: Mit seinem Raumflugunternehmen Space X die ersten privaten Flüge ins Weltall anzubieten. Erst Ende Mai glückte beim zweiten Versuch der Flug der Falcon-9-Rakete. Die Nasa stand Pate, hat die US-Raumfahrtagentur doch schon für zwölf unbemannte Flüge zur internationalen Weltraumstation gut 1,6 Millionen Euro gezahlt.

Mobilität



Die Finanzspritze, ohne die Musk mit Space X die Trägerrakete nicht hätte entwickeln können, darf auch als Vertrauensvorschuss gelten. Elon Musk ist nichts anders gewohnt. Mit seinem Tesla-Roadster hat der 40-Jährige auf jeden Fall das Herz eines alten Hasen in der Automobilindustrie gewonnen. „Der Wagen ist so schön, dass Du Dir denkst: Mir doch egal wie das Ding fährt, ich möchte auch eins.“

Dieses Kompliment stammt aus dem Munde vom ehemaligen General Motors Manager Bob Lutz. Eigentlich hält Lutz die globale Klimaerwärmung für „kompletten Scheiß“. Es hat einen einfachen Grund, dass er trotzdem für Elektroautos eintritt: „Wir müssen uns von Öl-Importen unabhängig machen“. Für Tesla hat der alte Manager, der auch schon das Ford-Werk in Köln geleitet hat, nur lobende Worte: „Ich bin überzeugt davon, dass sie Erfolg haben werden“.

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