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Elektroautos Autohersteller büßen Macht ein

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Volvo C30 Quelle: EPA/IAN LANGSDON/dpa

Es geht um einen gigantischen Markt: Das vom Technikwandel betroffene Wertschöpfungsvolumen beziffert PRTM-Experte Wittemann bis 2020 auf global 250 Milliarden Euro. "Das weltweite Wettrennen um die besten Positionen im Automobilbau hat begonnen."

Ein Blick unter die Haube eines E-Mobils zeigt, warum. Wo im konventionellen Auto ein voluminöser Vier- oder Sechs-Zylinder mehr oder weniger lautstark, unter reichlich Wärmeentwicklung den Dienst versieht, sorgt im Stromer ein rundes Teil mit den Proportionen eines Parmesan-Käselaibs summend für Vortrieb.

Extrem einfache Konstruktion

Bisher sausen geschmiedete Stahlkolben in einem Alublock Tausende Mal pro Minute auf und nieder, schließen und öffnen sich kettengesteuerte Ventile, und elektrisch erzeugte Zündfunken bringen den eingespritzten Kraftstoff zur Explosion. Im E-Auto dagegen fließt nur noch Starkstrom durch eine Spule und erzeugt ein Magnetfeld, das eine Welle in Rotation versetzt.

Und wo im Otto- oder Dieselaggregat Pleuelstangen die Bewegung der Zylinder in Drehkraft umsetzen, die über komplizierte Sechs-Gang-Getriebe und Kupplungen an die Räder und auf die Straße gebracht wird, da reicht dem Elektroauto ein Winz-Getriebe mit gerade mal drei Einstellungen: vorwärts, rückwärts, parken.

"Ein Sechs-Zylinder-Verbrennungsmotor mit Getriebe und Nebenaggregaten besteht aus rund 1400 Teilen. Beim Elektroantrieb sind es nur 210", sagt Heinz-Rudolf Meißner, Autoexperte am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).

Entfiel bislang ein Drittel der Fahrzeugkosten auf den Antriebsstrang, dürften es nach Berechnungen des Getriebeherstellers ZF Friedrichshafen bald nur noch fünf Prozent sein. Bitter für die Autobauer, die ihre Motoren bisher selbst produzieren: Sie verlieren einen Großteil Wertschöpfung, zumal, wenn die E-Motoren von Zulieferern gebaut werden.

Das mit Abstand teuerste Teil im elektrisch betriebenen Auto ist der Akku, der mit der in jedem Baumarkt für einen guten Hunderter angebotenen Starterbatterie aus Blei fast nichts mehr gemein hat. Fast 40 Prozent der Wertschöpfung entfallen auf das, je nach Fahrzeugklasse, bis zu einen Quadratmeter große und 20 bis 30 Zentimeter hohe Kraftpaket mit bis zu 800 Volt Spannung. Darin stecken nicht nur die Lithium-Ionen-Zellen, sondern auch die wegen der teilweise sehr hohen Betriebstemperaturen notwendige Kühlung.

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