Facebook Messenger Skype bekommt Konkurrenz bei den Videoanrufen

Facebook stellt seinem Kurzmitteilungsdienst Messenger breiter auf. Seit vergangener Nacht bietet das Online-Netzwerk seinen Nutzer in 18 Ländern eine neue Option: Videoanrufe vom Smartphone.

Was sich bei Facebook ändert
Ab Freitag, 30. Januar, gelten bei Facebook neue Geschäftsbedingungen. Nun haben Nutzer mehr Möglichkeiten, Privatsphäre- und Sichtbarkeitseinstellungen zu kontrollieren. Auf der anderen Seite bringen die neuen AGB aber auch eine viel detailliertere und zielgerichtete Verfolgung des Nutzerverhaltens mit sich. Mit einem Log-in nach dem 30. Januar stimmen Nutzer den neuen AGB automatisch zu, ein Widerspruch ist nicht möglich. Nutzer haben zwei Möglichkeiten: Akzeptieren oder Abmelden. Doch auch, wenn man einzelnen Punkten nicht widersprechen kann, ist es wichtig, sich darüber bewusst zu sein, was mit den eigenen Daten geschieht. Hier die wichtigsten Änderungen im Überblick. Quelle: dpa
DatenschutzFacebook will es Nutzern leichter machen, zu entscheiden, wer ihre Inhalte sieht. Dazu gibt es jetzt interaktive Anleitungen und auch Möglichkeiten, die Analyse von besuchten Seiten und Apps zu kontrollieren. Hier muss der Nutzer aber aktiv tätig werden. Neue Funktionen müssen in der Regel abgestellt werden, wenn man mit ihnen nicht einverstanden ist. Und trotz aller Einstellungen: Facebook erfährt alles und kann es möglicherweise auswerten. Quelle: REUTERS
StandortdatenKünftig können Standortdaten mit denen der Freunde und mit Werbeanzeigen verbunden werden. Wer seinen Standort teilt, kann etwa Informationen über Restaurants in der Nähe oder Neuigkeiten von Freunden angezeigt bekommen. Wer das nicht möchte, sollte der Facebook-App auf seinem Smartphone wenn möglich keinen Zugriff auf das GPS-Modul gewähren. Allerdings räumt nicht jede Plattform diese Möglichkeit ein. Quelle: dpa
Werbung IFacebook will Werbung auf den Einzelnutzer zuschneiden. Bislang werden die Inhalte der Werbeanzeigen aus „Gefällt mir“-Angaben und anderen Aktivitäten im Netzwerk generiert. Bald sollen auch besuchte Webseiten und genutzte Apps ausgewertet werden. Das Netzwerk ist in der Lage, die Aktivitäten seiner eingeloggten Nutzer im Netz teilweise nachzuvollziehen. Wer dann online ein Paar Sportschuhe kauft, könnte beispielsweise Anzeigen für Sportkurse oder andere Trainingskleidung sehen. Wer Urlaubsziele recherchiert, sieht Werbung von Reiseveranstaltern. Quelle: REUTERS
Werbung IIKünftig sollen Facebook-Nutzer Werbeanzeigen auf ihre Relevanz bewerten können. Dazu wird auch sichtbar gemacht, in welche Zielgruppe Facebook die Nutzer einordnet und warum man eine bestimmte Anzeige sieht. Laut Facebook soll so sichergestellt werden, dass Nutzer nur relevante Werbung sehen. Die neue Einstellung für Werbeanzeigen geben dem Nutzer zwar mehr Kontrolle, ein großer Gewinn sind sie aber nicht, wie Staatssekretär Ulrich Kelber (SPD) vom Bundesverbraucherschutzministerium bei der Vorstellung der neuen AGB Ende November 2014 urteilte: „Gleichzeitig erhält Facebook so aber auch noch mehr werberelevante Informationen über den Nutzer.“ Quelle: REUTERS
Neue FunktionenDas Netzwerk will seine Kunden durch neue Optionen wie einen „Kaufen“-Knopf enger an sich binden. So könnte der Kauf von Waren direkt über das Facebook-Konto erfolgen. Damit könnte das Unternehmen neben Nutzungsdaten auch an Einkaufsgewohnheiten und Zahlungsdaten der Kunden kommen. Durch Zusammenführung dieser Daten lassen sich umfassende Personenprofile erstellen. Quelle: AP
Verbraucherschützer empfehlen grundsätzlich, die Sichtbarkeit von Beiträgen stark zu kontrollieren und in den Privatsphäre-Einstellungen auf minimale Auswertung der persönlichen Daten zu Werbezwecken zu setzen. Und Facebook-Nutzer müssen wachsam sein, sagt Rechtsanwältin Sabine Petri von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: „Man sollte regelmäßig nachsehen, ob die Einstellungen noch so sind, wie man sie eingestellt hatte.“ Quelle: AP

Facebook baut seinen Kurzmitteilungsdienst Messenger mit Videoanrufen für Smartphones aus. Die Funktion wurde zunächst in 18 Ländern eingeführt, wie das weltgrößte Online-Netzwerk am späten Montagabend mitteilte. Deutschland ist nicht darunter, aber dafür neben den USA etwa auch Belgien, Frankreich, Polen oder Uruguay.

Die Reichweite des neuen Videoanruf-Service ist enorm: Facebooks Messenger hat nach jüngsten Angaben über 600 Millionen Nutzer weltweit - Facebook kommt auf 1,44 Milliarden Facebook-Nutzer, die alle Zugang zum Messenger hätten. Mobil wird der mit den Videoanrufen nun zu einem vollwertigen Konkurrenten für den Pionier Skype, der inzwischen zu Microsoft gehört, oder den Dienst Facetime für Nutzer von Apple-Geräten.

Erst vergangene Woche hatte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg davon gesprochen, dass der Messenger zehn Prozent der mobilen Videoanrufe abdecken könne.

Smartphone-Nutzer können sowohl mit Android als auch iOS die Videotelefonie über den Messenger nutzen. Kostenpflichtig soll das Angebot auch zukünftig nicht werden.

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