Innovation der Woche

Fahren mit Luft

Jürgen Rees
Jürgen Rees Ehem. Redakteur Technik & Wissen

Ein luftbetriebenes Auto? Das klingt beinahe so unwirklich wie ein Perpetuum Mobile. Aber so unrealistisch ist es gar nicht.

Der druckluftbetriebenen AirPod beim „Tanken“ Quelle: Presse

Der indische Autohersteller Tata will verstopfte Straßen und dreckige Luft in den indischen Mega-Millionenstädten mit Druckluftautos bekämpfen. Die Technologie liefert das in Luxenburg ansässige Unternehmen MDI (Motor Development International), das schon seit 1996 Prototypen mit Druckluftmotoren herstellt.

Die zehn außergewöhnlichsten Fortbewegungsmittel
SBU V3 Quelle: Pressebild
Seabreacher X Quelle: Pressebild
Das elektrische Skateboard: The Board Of Awesomeness ist ein Skateboard mit einem 800-Watt-Elektromotor, das mit Gesten gesteuert wird. Bis zu 50 Stundenkilometer erreicht das Longboard. Die Bewegungen des Fahrers übermitteln eine Kinect und ein Tablet von Samsung an den Motor. Quelle: Pressebild
Das rollende Smartphone: Der C1 von litmotors steht derzeit nur in Showrooms und düst noch nicht über die Straßen. Laut Hersteller vereint es das Fahrgefühl eines Motorrades mit der Sicherheit eines Autos. Platz haben in dem futuristischen Zwerg höchstens zweiMenschen - für den Familieneinkauf ist der C1 nichts. Dafür bietet das skurrile Gefährt eine direkte digitale Verbindung zur Welt da draußen und versorgt seinen Fahrer sofort mit Informationen über Staus, Baustellen, mögliche Routen oder das Wetter unterwegs. Quelle: Screenshot
Satteltasche mal anders: Ebenfalls vom Startup Litmotors kommt der Cargoscooter: In diesem Elektroroller lassen sich Gegenstände verstauen. Gelenkige Menschen passen ebenfalls in den
Aus eins mach zwei. Dieses futuristische Auto lässt sich in zwei Motorräder aufteilen. Der Catamaran im Ganzen fährt dementsprechend mit zwei Elektromotoren. Das Einsteigen ist etwas kompliziert - Türen hat das Doppelmotorrad nämlich keine, ebensowenig wie ein Dach. Bislang ist der Catamaran aber nur ein Konzept und noch kein Serienprodukt. Quelle: Screenshot
Und noch ein U-Boot für den Hausgebrauch: EGO soll jedem einen spannenden Tauchgang ermöglichen - und das ohne Flossen und Sauerstoffflasche. Das Cockpit des Halb-U-Boots befindet sich nämlich unterhalb des schwimmenden Schiffskörpers. Während einer Fahrt hat man so einen Blick nach unten. Die Höchstgeschwindigkeit des Bootes beträgt vier Knoten und es hat eine Akkulaufzeit von sechs bis zehn Stunden. Danach muss das Elektrofahrzeug zurück an die Steckdose. Quelle: Screenshot

Einer davon ist der AirPod, der aussieht wie eine etwas unförmige Kabinen-Seilbahn. Der Wagen ist zwei Meter lang und wiegt nur 220 Kilogramm. Die Druckluft wird in einem Tank unter einem Druck von 350 Bar mitgeführt. Mit dem Luftdruck wird ein kleiner Motor betrieben, der etwa vier Kilowatt Leistung hat. Die Reichweite des viersitzigen Wagens soll rund 220 Kilometern betragen.

Günstige Tankkosten

Der Wagen ist bis zu 70 Kilometer pro Stunde schnell. Wie tankt man Druckluft? Entweder wird der AirPod an einer Druckluftstation wieder befüllt, was nur einige Minuten in Anspruch nimmt, oder er wird an eine Steckdose angeschlossen. Dann übernimmt ein eingebauter Kompressor das Tanken. Diese Methode dauert allerdings deutlich länger als die direkte Befüllung. Die Tankkosten für die Druckluft belaufen sich auf lediglich einen Euro pro 200 Kilometer.

Tata arbeitet bereits seit 2007 mit MDI zusammen. Nachdem die ersten Fahrzeuge bei Tata im Alltagsbetrieb getestet wurden, soll jetzt die Technologie verfeinert und für die Massenproduktion tauglich gemacht werden. Beispielsweise könnte durch eine Erhöhung des Drucks in den Tanks die Reichweite noch erhöht werden. Wann die Autos marktreif sind steht jedoch noch nicht fest.

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