Innovation der Woche

Viel Platz für kleines Geld

Jürgen Rees
Jürgen Rees Ehem. Redakteur Technik & Wissen

Die rumänische Renault-Tochter Dacia bringt mit dem Dokker einen praktischen Kastenwagen mit Schiebetüren zum Sparpreis auf den Markt

Dacia Dokker Quelle: Pressebild

Citroen Berlingo, Renault Kangoo, VW Caddy und Touran: Die Kastenwagen sind vor allem bei Familien mit Kindern beliebt, weil sie genug Platz für Eltern, Kinder, Gepäck, Fahrräder und Spielsachen bieten. Doch die halb liebevoll, halb abschätzig „Pampersbomber“ genannten Autos sind in Preisregionen gelandet, die sich viele Familien nicht mehr leisten können oder wollen. Der Marktführer VW Touran kostet etwa knapp 22.000 Euro – wohl gemerkt in der Basisversion. Auch der Kangoo (ab 15.200 Euro) Berlingo (ab knapp 17.000 Euro), und der VW Caddy (ab 17.300 Euro) sind keine Billigheimer.

Die neuen Kleinwagen 2012
Volkswagen propagiert auf seinem Messestand auf der North American International Auto Show in Detroit die Kleinwagen der Zukunft. Quelle: dpa
VW Up! Quelle: Pressebild
PeugeotAb 9.650 Euro ist ab März der neue Peugeot 107 erhältlich. Der 68PS-Flitzer verbraucht 4,3 Liter auf 100 Kilometern. Quelle: dapd
Peugeot 208 Quelle: Pressebild
Audi A1Im ersten vollen Absatzjahr des A1 lieferte Audi rund 118.200 Modelle des Premium-Kleinwagens aus – zum überwiegenden Teil in Europa. Im zweiten Halbjahr 2012 wird Audi den A1 quattro einführen. Die auf 333 Exemplare limitierte Baureihe, rangiert jedoch schon im Segment der Kompaktklassen-Fahrzeuge Quelle: obs
Suzuki Swift SportAuf Sportlichkeit im Kleinwagensegment setzt Suzuki. Seinen neuen Swift Sport präsentierte der japanische Autobauer auf der Belgium Auto Show, wo es derzeit neben Detroit ebenfalls heiß her geht. Quelle: dapd
Fiat PandaFormel1-Pilot Felipe Massa posiert am 9. Januar vor einem Fiat Panda. Die neue Panda-Version, ist um ein paar Zentimeter gegenüber ihren Vorgängern gewachsen und besticht durch ein großzügigeres Platzangebot. Quelle: dapd
Smart for-us Quelle: REUTERS
Smart Fortwo Electric Drive Quelle: AP
Tata Nano Quelle: REUTERS
Renault TwizyNoch billiger ist der Renault Twizy. Das Elektro-Auto soll ab Mitte des Jahres für rund 7.000 Euro zu haben sein. Wer so wenig hinlegen möchte, muss in der Basisversion aber auch auf Türen verzichten. Quelle: dapd
QorosAuch die Chinesen springen auf den Kleinwagen-Trend auf. Ab 2013 will der Hersteller Chery Quantum Auto seinen Qoros in Asien und Europa auf den Markt bringen. Hier präsentiert der Vorstandsvorsitzende Guo Qian den Qoros in Shanghai im November 2011. Hinter dem Unternehmen steckt ein Joint Venture aus dem chinesischem Autobauer Chery Automobile und der Investmentfirma Israel Group. Quelle: REUTERS

Solide Motorisierung - aber keine Klimaanlage
Dacia, die rumänische Billigtochter des französischen Autoherstellers Renault hat sich vorgenommen, den Markt der praktischen Kastenwagen aufzumischen. Nach dem Lodgy mit konventionellen Türen und sieben Sitzen für knapp 10.000 Euro, legt Dacia nach und bietet den Dokker an. Er ist mit 4,36 Meter 14 Zentimeter kürzer als der Lodgy, hat Schiebetüren (rechts Serie und links ab der Ausstattung Ambiance) und fünf Sitzplätze. Dafür kostet er noch einmal weniger, ab Ende des Jahres ist er ab 8.990 Euro zu haben – halb so viel wie ein VW Touran. Der Dokker hat enormen Stauraum, 800 Liter sind es, wenn die Rücksitzbank umgeklappt ist wächst der Kofferraum auf 3000 Liter an. Unter der Haube finden sich nicht die allerneuesten aber durchaus soliden Renault-Motoren. Die Basisversion verfügt über einen 83 PS-Benziner, zudem gibt es einen 115 PS-Benziner und zwei Diesel mit 75 und 90 PS.

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Das sind keine Motorisierungen, die jemanden vom Hocker reisen, aber um von A nach B zu kommen reicht es allemal aus. Und der Dokker sieht zumindest so gut aus, dass man sich auf dem Ikea- oder Baumarkt-Parkplatz nicht schämen muss.
Ob die Basisversion tatsächlich häufig verkauft wird, kann man zwar bezweifeln. Denn in der Basisversion ist eine Klimaanlage auch für Geld und gute Worte nicht zu bekommen. Eine moderne Multi-Media-Anlage gibt es erst in der besten aller Ausstattungen, der Laureate für 430 Euro. Doch solche Ausstattungen kosten bei anderen Hersteller noch mehr.
Unterm Strich erhält man für vergleichsweise wenig Geld ein Auto mit viel Stauraum, Airbags und dem Schleuderschutz ESP zu einem moderaten Preis.

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