Innovation der Woche VW-Käfer wird zum E-Bugster

Volkswagen hat dem Beetle für die Detroiter Auto Show eine schicke Karosserie mit abnehmbarem Dach verpasst. Doch die eigentliche Innovation der Studie findet sich unter dem Blechkleid.

Der E-Bugster von Volkswagen zeigt sich optisch sportlich und technisch innovativ auf der Auto-Show in Detroit. Quelle: Pressebild VW

Ein Hingucker auf der Detroiter Auto-Show (bis 22. Januar) ist der E-Bugster von Volkswagen. Er beweist: Elektroautos müssen nicht langweilig aussehen. Geduckt, weil das Dach um neun Zentimter abgesenkt ist, mit flachen Scheiben und großen und breiten 20 Zoll-Reifen soll der Zweisitzer Sportlichkeit signalisieren. Das ist erst Mal nichts wirklich Neues, denn die Sportlichkeit erinnert an die getunten Versionen des legendären Käfer in den Siebziger Jahren.

Die Zutaten für solche Autos sind ebenfalls nicht neu: Die beiden Sportsitze des E-Bugster von 2012 sind mit Kunstleder und einem robusten Stoff bezogen. Das weiße Lederlenkrad sieht schick aus und liegt gut in der Hand. Die weiß lackierten Oberflächen in Cockpit und Türverkleidung erinnern ebenfalls an den Schleiflack-Schick der 1970er Jahre.

Wenn die beiden Insassen in dem Konzeptauto sich den Wind um die Nase wehen lassen wollen, können sie das Hardtop komplett abnehmen. Das ist der Grund dafür, dass der Wagen Bugster heißt, ein Kunstwort aus der englischen Käfer-Übersetzung Bug und der Bezeichnung Speedster für einen offenen, zweisitzigen Sportwagen.

Neue Technik unter der Motorhaube

Die Innovation liegt jedoch unter der vertrauten Form verborgen: Das Auto wird von einer Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 23,8 Kilowattstunden gespeist. Dabei ermöglicht der 80 Kilogramm leichte und 115 PS (85 kW) starke Elektromotor unter der Vorderhaube eine Reichweite von mindestens 180 Kilometer – ohne jegliche Emissionen. Zudem verfügt der E-Bugster über ein System zur Bremsenergierückgewinnung. Sobald der Fahrer vom Gas geht oder bremst, wird die Bewegungsenergie in Strom umgewandelt und via Batterie zwischengespeichert. Das vergrößert die Reichweite.

Die schönsten Modelle von der Detroit Show
Seine USA-Premiere feiert der überarbeitete Audi A4. Neben den äußeren Neuerungen an der Front gibt es unter der Haube frische Technik. Quelle: Audi
Sämtliche Motoren haben jetzt eine Turboaufladung, auch Start-Stopp-Technik ist serienmäßig an Bord. Quelle: Audi
Bentley betreibt in Detroit Downsizing auf hohem Niveau. Der Continental GT erhält den aus den Audi-Modellen S6, S7 und S8 bekannten V8-Benziner mit Zylinderabschaltung. Da spart es sich doch gern. Quelle: dapd
Wie Audi bringt auch BMW sein neuestes Mittelklasse-Modell nach Amerika. Der neue 3er soll helfen, den gerade frisch eroberten Thron des führenden Luxus-Autobauers in den USA zu verteidigen. Quelle: Reuters
Das der neue 3er ein paar Zentimeter zugelegt hat, dürfte die meisten Amerikaner wohl nicht stören. Quelle: Reuters
Mit dem neuen ATS zielt Cadillac auch auf den europäischen Markt. Die Limousine soll in der hierzulande beliebten Mittelklasse für frischen Wind sorgen. Quelle: Pressefoto
Apropos frischer Wind: Der turbogeladene Zweiliter-Vierzylinder entwickelt bis zu 270 PS. Mit 135 PS Literleistung hat das Triebwerk einen der besten Werte für aufgeladene Benziner. Quelle: Pressefoto
Chevrolet hat den Sonic überarbeitet. In Europa wird dieses Modell unter dem Namen Aveo verkauft, der in den USA bereits für eine andere Baureihe vergeben ist. Quelle: dapd
US-Präsident Barack Obama hat bei einer Werksbesichtigung bereits im Sonic Platz genommen. Prominent ist auch der Beifahrer: Südkoreas Präsident Lee Myung-bak. Quelle: Reuters
Ford schickt einen neuen Fusion ins Rennen. Der Fusion ist eines der wichtigsten Modelle für Ford in den USA und war 2011 das meistverkaufte Auto seiner Klasse. Quelle: Ford
An das in Europa etablierte Markengesicht hat Hyundai das Genesis Coupé angepasst. Bis vor kurzem trug der Genesis noch einen deutlich kleineren Kühlergrill und nicht die geschwungenen Elemente in den Scheinwerfern. Quelle: Hyundai
Am Heck ändert sich nicht so viel. Aber unter dem Blech: Der V6-Benziner leistet jetzt bis zu 350 PS (statt 306 PS). Quelle: Hyundai
Lexus gibt mit dem LF-LC einen Ausblick auf die künftige Design-Linie. Nicht nur optisch lehnt sich der 2+2-Sitzer an den Supersportwagen LFA an. Quelle: Toyota
Mercedes zeigt zwei Hybride auf Basis der E-Klasse. In dem E 300 Bluetec Hybrid wird der (sonst als 250 CDI bekannte) 2,2-Liter-Diesel mit 204 PS von einem 27 PS starken Elektromotor unterstützt. Der Verbrauch: 4,2 Liter. Quelle: Daimler
Im E 400 Hybrid unterstützt derselbe Elektromotor einen 306 PS starken V6-Benziner. Die antriebsstarke Kombination soll dann im Normverbrauch 8,7 Liter Superbenzin schlucken. Quelle: Daimler
USA-Premiere hat auch der neue SL. Erstmals ist der große Roadster fast komplett aus Aluminium gefertigt. Dies reduziert sein Gewicht je nach Modell um bis zu 140 Kilogramm. Quelle: Pressefoto
In Verbindung mit der neuen Motorengeneration soll der neue SL um bis zu 28 Prozent sparsamer als sein Vorgänger sein. Zur serienmäßigen Ausstattung des SL gehören ein semiaktives Fahrwerk - auf Wunsch kann der Kunde das aktive Fahrwerk (ABC) bestellen. Eine neue elektromechanische Lenkung mit über den Lenkwinkel verstellbarer Kennung und geschwindigkeitsabhängiger Lenkunterstützung soll den Geradeauslauf stabilisieren. Quelle: Pressefoto
Erstmals geht es auch für den Mini Roadster in die USA. Auf der IAA war nur das geschlossene Mini Coupé zu sehen. Quelle: BMW
In dem Mini Roadster kommen insgesamt vier Motoren von 122 bis 211 PS zum Einsatz. Quelle: BMW
Die Bilder sind schon seit ein paar Tagen veröffentlicht, am Wochenende feiert das Porsche 911 Cabrio Premiere auf einer Automesse. Quelle: Porsche

Geladen wird der Stromspeicher zudem mit einer neuen Technik. Das Combined Charging System ist eine Gemeinschaftsentwicklung aller deutschen Hersteller sowie Ford und General Motors. Der Clou daran: Die standardisierte Ladeschnittstelle funktioniert mit allen verfügbaren Stromsorten - egal ob Wechsel-, Dreh- oder Gleichstrom. Außerdem lassen sich die Autos an speziellen Schnellladestationen in nur 35 Minuten aufladen.

Standards gegen das Wirrwarr

Der Zusammenschluss der Hersteller hat erhebliche Vorteile: Alle verwenden einheitliche Ladebuchsen, Stecker und vor allem ist die Ladesteuerung, also die notwendige Software für sämtliche Stromarten, bei allen Fahrzeugen dieser Hersteller einheitlich integriert. So sollen die Kosten verringert und das Wirrwarr der je nach Land unterschiedlichen Strom- und Steckerarten entwirrt werden. Denn wie soll eine praktikable Ladeinfrastruktur entstehen, wenn sich die Hersteller bisher nicht mal auf einen Stecker einigen konnten?

Vielleicht soll der E-Bugster die Wartezeit auf die ersten Elektroautos von VW verkürzen: Denn die kommen erst 2013 mit dem Kleinwagen e-up! Und dem Elektro-Golf. Der E-Bugster bleibt wohl eine Studie. Aber die Technik, die unter der Haube des Elektroautos steckt, werden wir mit Sicherheit bald in einem Serienauto von VW wiedersehen.

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