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Innovation Neue Technik fürs Zwei-Liter-Auto

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Den Durchbruch bei den Investoren schafften die Einspritzanlagen-Pioniere mit einem Gutachten des kalifornischen Elite-instituts California Institute of Technology: Erstmals wurde die Machbarkeit ihrer Idee von renommierten Experten bestätigt. Das ermutigte die Wagniskapitalfirma Venrock im Juli 2006, das Risiko zu wagen. Kurz darauf stieg Technologie-Vordenker Vinod Khosla ein, der einst den Computerhersteller Sun Microsystems gründete. Auf einmal konnte sich Transonic vor Anfragen neuer Investoren kaum retten.

Woher auf einmal die Faszination für die neue Einspritzanlage kommt? „Die Batterietechnologie ist noch nicht so weit, um ein Elektroauto zu bauen, das nur wenig teurer ist als ein vergleichbares Auto mit einem Verbrennungsmotor“, sagt Investor Khosla, der heute nach Venrock und der Verlegerfamilie Chandler, den Ex-Eigentümern der „Los Angeles Times“, der größte Aktionär von Transonic ist.

Autohersteller sind interessiert an neuer Technik

Und dieses Aufgebot prominenter Investoren scheint auch die Autohersteller zu beeindrucken. Rund 50 Fahrzeugherstellern wollte das Startup die neue Technik präsentieren. „Gleich die ersten vier auf der Liste sagten zu“, behauptet Rocke. Darunter zwei amerikanische, ein japanischer und ein deutscher Autohersteller. Die Namen kann das Unternehmen nicht verraten.

Denn noch warten die Motoren-Ingenieure der Hersteller ab. „Das große Geheimnis um die Technik, die dahintersteckt, macht uns sehr skeptisch“, sagt der Motoren-Entwickler eines deutschen Autobauers. Aus eigener Erfahrung weiß er, dass beispielsweise die drastische Erhöhung des Einspritzdrucks starke Nebenwirkungen hat: „Wie kriege ich Fehlzündungen in den Griff? Wie verhindere ich, dass der Motor ausgeht? Wie ist die Dauerhaltbarkeit eines solchen Powermotors?“ Es sind Fragen, an denen alle Autobauer intensiv forschen.

Doch Transonic-Chef Ahlborn hat bereits Werkshallen angemietet, in denen jeder der vier interessierten Autohersteller mit Testmotoren arbeiten kann. Er will die neue Einspritzanlage nun in Eigenregie fertigen und sie dann an die Motorenhersteller verkaufen. Große Anpassungen müssen dabei laut Transonic an den Motoren nicht vorgenommen werden. Autos mit Dieselmotor ließen sich sogar nachträglich auf die neue Einspritzanlage umrüsten, was laut Ahlborn jedoch wegen der nachträglichen Einbaukosten wirtschaftlich nur bei Neuwagen sinnvoll ist.

Cheikys Erfindung funktioniert nicht nur mit Diesel. Auch mit normalen Benzinmotoren klappt das Prinzip wie erste Tests ergeben haben. Doch am effizientesten funktioniert es mit Dieselmotoren. Deshalb konzentriert sich Ahlborn zunächst darauf. Wegen der langen Entwicklungszyklen in der Autoindustrie erwartet Ahlborn den Einsatz der Transonic-Einspritzanlage nicht vor 2014.

Doch schon heute melden sich in den Büros in Camarillo öfter Autobesitzer, die eines der sparsamen Autos kaufen wollen. Die muss Ahlborn dann immer vertrösten: „Rufen Sie in ein paar Jahren noch mal an.“

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