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Konkurrenz für die Straße Uber und Airbus planen fliegende Autos

Die Autobranche feiert das selbstfahrende Auto. Doch warum nicht einfach über den Stau hinwegfliegen? Schon 2018 sollen erste Jet-Prototypen in die Lüfte steigen und rollenden Karossen auf den Straßen Konkurrenz machen.

Mobilität über den Wolken: Das PAL-V fährt wie ein Auto und fliegt wie ein Helikopter. Quelle: Spotpress

Es ist einer der unvergesslichen Momente im Kinoklassiker „Zurück in die Zukunft“: „Straßen?“, sagt der Erfinder Emmett Brown am Steuer seines DeLorean. „Wo wir hinfahren, brauchen wir keine Straßen.“ Und schon hebt er mit seinem Auto ab, düst in den Himmel über Kalifornien.

Inzwischen sind fliegende Karossen kein Science-Fiction-Konzept mehr, sondern stehen vor der Markteinführung. Ein Dutzend Start-ups arbeitet an eigenen Modellen, darunter Lilium Aviation aus München, das gerade zehn Millionen Euro Wagniskapital eingesammelt hat. Bis 2018 wollen fünf Anbieter an den Markt gehen, PAL-V aus den Niederlanden nimmt seit dieser Woche schon Bestellungen auf.

Google-Gründer Larry Page ist so von der Idee überzeugt, dass er mit Zee.Aero und Kitty Hawk gleich zwei Flugauto-Schmieden mitfinanziert. Sogar der Luftfahrtkonzern Airbus hat einen Prototyp (Project Vahana) noch für 2017 angekündigt – und will 2021 den Betrieb aufnehmen.

Diese Flugautos sollen bald auf den Markt kommen
PAL-V Quelle: obs
Computergrafik des Lilium Jet. Quelle: PR
Terrafugia TF-X- Auto, das zum Fliegen zwei Propeller ausklappt - Kann auf einem 30 Meter großen Platz abheben und 800 Kilometer weit fliegen - Der Prototyp soll 2018 erstmals fliegen. Die Serienproduktion ist erst in den 2020ern geplant Quelle: PR
Ehang 184- Drohne mit acht Propellern, die einen Passagier per Autopilot transportieren kann - Maximale Flugdauer: 25 Minuten. Reichweite: bis zu 50 Kilometer - Dubai will die Taxidrohne ab Juli einsetzen Quelle: Presse
Volocopter VC 200 Quelle: e-volo, Nikolay Kazakov

Damit könnte sich eine unverhoffte Revolution der Mobilität Bahn brechen: Noch bevor autonom fahrende Autos Gestresste vor Staus retten, könnten Geschäftsreisende über die verstopften Straßen einfach hinwegfliegen. Oder Pendler selbst bei langen Wegen schneller zur Arbeit kommen, als sie an Bord ihren Kaffee austrinken.

Sogar Städtetrips, etwa von München nach Frankfurt, ließen sich im Flugtaxi schneller erledigen als mit Auto oder Bahn. Denn fliegende Shuttles müssten keine Umwege in Kauf nehmen und könnten auch auf Parkhausdächern landen, in der Mitte von Autobahnabfahrten oder auf Plätzen mitten in der Stadt. Und das alles per Autopilot, leiser als Hubschrauber und ohne Abgase – weil die bemannten Flieger elektrisch abheben.

Klingt verrückt, die Pläne sind aber durchaus realistisch, auch wenn es noch einige technologische Hürden zu nehmen gibt.

Das sind die Rennstrecken im deutschen Luftverkehr
Rückläufige PassagierzahlenInnerhalb Deutschlands nutzen immer weniger Passagiere das Flugzeug. Im Vergleich zu 2008 ging der innerdeutsche Flugverkehr stark zurück. 2014 sind nur noch 15,5 Millionen Passagiere innerhalb der Bundesrepublik geflogen zeigen Zahlen des Flughafenverbands ADV. Für den Airport Travel Survey 2015 wurden an den deutschen Flughäfen 180.000 Passagiere aus der ganzen Welt befragt, um Erkenntnisse über die Entwicklung des Luftverkehrsmarktes, die Passagierstruktur und das Reiseverhalten der Fluggäste zu gewinnen. Quelle: REUTERS
Platz 10: Köln/Bonn - Hamburg - Köln/BonnVon Köln nach Hamburg und wieder zurück: 340.000 Passagiere sind 2014 diese Strecke geflogen. Köln/Bonn (1,4 Millionen) und Hamburg (1,9 Millionen) gehören zudem zu den Flughäfen mit den meisten abfliegenden Fluggästen mit innerdeutschen Zielen. Quelle: REUTERS
Platz 9: Düsseldorf - Hamburg - DüsseldorfMaßgeblich für den Rückgang der innerdeutschen Flüge ist für den ADV vor allem die Einführung der Luftverkehrssteuer: Durch die Abgabe hätten Millionen Gäste den deutschen Flughäfen den Rücken zugewandt. Doch auch die Konkurrenz durch Fernbusse und die Deutsche Bahn trug sicherlich dazu bei. Immerhin: 440.000 Passagiere reisten mit dem Flieger zwischen Düsseldorf und Hamburg. Insgesamt zählte der Flughafen Düsseldorf 1,6 Millionen Fluggäste mit innerdeutschen Zielen. Quelle: dpa
Platz 8: Hamburg - Frankfurt - HamburgDer Frankfurter Flughafen, das größte deutsche Luftfahrtdrehkreuz, fertigte 2014 rund 60 Millionen Passagiere ab. 1,3 Millionen davon hatten ein innerdeutsches Ziel. 660.000 Gäste nahmen die Flugverbindung Hamburg-Frankfurt-Hamburg. Quelle: REUTERS
Platz 7: Stuttgart - Hamburg- Stuttgart710.000 Passagiere reisten von Stuttgart nach Hamburg und umgekehrt. Insgesamt hatte der Stuttgarter Flughafen im vergangenen Jahr 1,2 Millionen Passagiere mit einem innerdeutschen Ziel. Quelle: dpa
Platz 6: Stuttgart - Berlin - StuttgartMit 3,1 Millionen Passagieren ist Berlin (im Bild der Flughafen Tegel) eine der Top-Destinationen für innerdeutsche Flüge. Die Strecke Stuttgart-Berlin-Stuttgart sind 960.000 Fluggäste geflogen. Quelle: dpa
Platz 5: Berlin - Frankfurt - BerlinNoch beliebter ist aber die Strecke Berlin-Frankfurt-Berlin: Insgesamt wurden 1,09 Millionen Passagiere gezählt. Die Bundeshauptstadt steht als touristisches Ziel und bei Geschäftsreisenden hoch im Kurs – wie auch die folgende Stadt... Quelle: dpa

Das Thema hat zusätzlich Auftrieb erhalten, seit der Fahrtenvermittler Uber vor Kurzem den Nasa-Forscher Mark Moore anheuerte, der als der führende Experte für elektrische Flieger gilt. Bis 2021 will Uber den Jet für jedermann fertig haben, 2026 sollen dann Scharen von Flugtaxis abheben. Im Gespräch mit der WirtschaftsWoche prophezeite Moore: Eine Fahrt im Flugtaxi „wird ähnliche Kosten erreichen wie ein Uber-Trip – und dabei drei Mal schneller sein.“

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