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Luxus-Autos Geschlossen gedrosselt: Bugatti Veyron Grand Sport

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Eines, dass es ohne die Macht und auch die Sturheit von Ferdinand Piëch, dem Großaktionär und Aufsichtsratschef von Volkswagen, nicht gäbe. Damals als Vorstandsvorsitzender von Volkswagen hatte Piëch die französische Traditionsmarke 1998 seinen Einkäufen von Bentley und Lamborghini zugefügt und später den Weg zur Konstruktion des Veyron freigeräumt. Selbst für einen Manager mit der Machtfülle von Piëch nicht einfach. Einen Supersportwagen unter dem Volkswagen-Dach, das ist noch heute umstritten.

Mir ist das für den Moment unwichtig: Kurz vor Monterey fährt Henri vom Highway ab, hält in einer Schneise. Wir wechseln die Plätze. Endlich! Auch wenn es mir schwerfällt, die Anzahl der PS und den Preis zu verdrängen und mich aufs Fahren zu konzentrieren.

Die ersten Kilometer zügele ich meine Neugier auf das Tempo. Der Veyron steuere sich auch bei niedrigen Geschwindigkeiten so leicht wie ein normales Auto, heißt es. Mit dem Unterschied, dass sich die Verbrauchsanzeige bei 26 Liter pro 100 Kilometer einpendelt. Bei Höchstgeschwindigkeit wären es gut 100 Liter, nach zwölf Minuten Bleifuß der Tank leer. Aber Stop-and- go mit 1001 PS? Angeblich kein Problem. Und es stimmt. Minuten später jedoch verfluche ich die Wahl der Strecke. Ausgerechnet dieses Teilstück zwischen Monterey und Carmel ist berüchtigt für die Kontrollen der California Highway Patrol. Ein Strafzettel fürs Rasen tut langfristig weh – in Kalifornien erhöht sich die Versicherungsprämie empfindlich. Egal – einmal diesen 1001-PS- Schlitten ausfahren, einmal richtig schnell sein. Alle abhängen, jetzt.

Geschlossen nur Tempo 130

150 zeigt der Tacho. Das war’s. Der dichte Verkehr zerstört meinen Traum. Dafür hilft die Bremse über den Frust hinweg. Etwas kräftiger antippen, und der Wagen klebt förmlich am Boden. Langsam endet die Fahrt, ich biege bei Schritt-Tempo gemütlich in die Auffahrt des Hotels ein, das Bugatti-Präsident Franz-Josef Paefgen als Ort für die Präsentation der neuesten Variante des Veyron ausgesucht hat. Die Besonderheit des Bugatti ist das transparente Glasdach, durch das Licht in den Innenraum flutet. Mit ein paar Handgriffen wird es abgenommen und verwandelt das Coupé in ein Cabrio. Versenken lässt es sich nicht. „Das hätten wir sicherlich konstruieren können“, sagt mir Chefentwickler Wolfgang Schreiber, nachdem ich ausgestiegen bin. „Aber es hätte die Optik verschandelt.“ So wird der Grand Sport nun mit einem Faltdach ausgestattet, das in den Kofferraum passt. Es wird wie ein Regenschirm auseinandergefaltet und im Dach eingehängt. Diese Lösung macht bei Regen viele PS überflüssig. Denn mehr als Tempo 130 ist bedacht nicht drin.

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