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Mobilität Warum Sie Erdgasautos kaufen sollten

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Flottenverbrauch senken

Das sind die meistverkauften Erdgas-Modelle
Platz 10: Fiat FiorinoGerade einmal 3200 Erdgasautos wurden in den ersten sieben Monaten in Deutschland verkauft. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum verkauften Händler 1,8 Millionen Fahrzeuge. Die Erdgas-Autos machen also gerade einmal 0,2 Prozent aller Neuwagen aus. Fiat bietet die meisten Modelle an, etwa den Fiat Fiorino der zwischen Januar 2011 und Juli diesen Jahres 161 Mal verkauft wurde.* Die Auswahl an Erdgas-Modellen ist bisher gering. Viele Autofahrer wissen aber auch noch zu wenig über die Vorteile von Erdgasfahrzeugen... * Quelle: Car Center of Automotive Research Quelle: Fiat
Platz 9: Fiat DobloAußer Fiat bieten Opel, Mercedes und Volkswagen Erdgasfahrzeuge an - das war es auf dem deutschen Markt aber auch. Zählt man alle Karosserievarianten zusammen gibt es derzeit in Deutschland 400 unterschiedliche Pkw-Modelle zu kaufen - nicht einmal 20 davon haben einen Erdgas-Tank. Der Fiat Doblo ist einer davon und hat 227 Käufer gefunden.* * Im Zeitraum 2011 bis 31. Juli 2012 Quelle: Fiat
Platz 8: Fiat PandaDer kleine Flitzer ist ebenfalls mit Erdgas-Antrieb zu haben. Zwischen 2011 und Juli 2012 verkauften die Italiener 325 Modelle. Die geringen Verkaufszahlen werden den Vorteilen des Erdgas-Autos nicht gerecht, denn die Treibstoffkosten sind um ein Vielfaches niedriger als bei den traditionellen Benzin- und Dieselfahrzeugen. Zum Vergleich: Der Energiegehalt von einem Kilogramm Erdgas entspricht 2 Liter Autogas (LPG), bzw. 1,5 Liter Benzin bzw. 1,3 Liter Diesel. Erdgas ist damit derzeit auch der preisgünstigste Kraftstoff mit etwa 0,60 Cent/Liter. Quelle: Reuters
Platz 7: Fiat PuntoDer Punto hatte in der Erdgas-Variante bisher den größten Erfolg aller Fiat-Fahrzeuge - wenn man bei den geringen Absätzen überhaupt von Erfolg sprechen möchten. 381 Mal fand er zwischen Januar 2011 und Juli 2012 einen Käufer. Wie alle Erdgasfahrzeuge stößt der Punto rund 75 Prozent weniger Kohlenmonoxid und 25 Prozent weniger Kohlendioxid aus - außerdem rund ein Fünftel weniger Kohlenwasserstoff und Stickoxide. Quelle: REUTERS
Platz 6: Mercedes E-KlasseEs ist das einzige Modell des Premium-Autobauers, dass es unter die Top Ten der meistverkauften Erdgasfahrzeuge schafft - mit gerade einmal 637 verkauften Modellen. Da ist die Marke mit dem Stern andere Dimensionen gewohnt. Auf dem Autosalon in Paris stellt Mercedes die neue B-Klasse 200 Natural Gas Drive vor. Im Erdgasbetrieb liegt der Verbrauch des 156 PS-starken Fünfsitzers bei lediglich 4,2 Kilogramm auf 100 Kilometer. Anfang 2013 soll er beim Händler stehen. Quelle: Mercedes
Platz 5: Zafira TourerDas Opel-Modell war 2011 noch nicht auf dem Markt, steigt 2012 mit bisher 224 verkauften Exemplaren vergleichsweise stark in den Markt ein. Zur Rettung des angeschlagenen Autobauers werden die homöopathischen Absätze jedoch kaum beitragen können. Bei der geringen Anzahl an verkauften Fahrzeugen wundert es nicht, dass auch das Tankstellennetz noch schlecht ausgebaut ist. Der ADAC zählt aktuell rund 900 Erdgastankstellen in Deutschland. Quelle: Opel
Platz 4: Opel ZafiraAls erster im Ranking knackt der Zafira die Tausendermarke. Mit 1196 verkauften Modellen liegt er auf Platz vier. Das erste erdgasbetriebene Fahrzeug entwickelte übrigens 1984 der schwedische Autobauer Volvo. Das mag ein Grund dafür sein, dass dieser Antriebstyp in Schweden schon deutlich verbreiteter ist als hierzulande. Auch in Italien und der Schweiz sind Erdgas-Fahrzeuge populärer. Quelle: Opel

Erdgas ist für viele Ingenieure die ideale Brückentechnik ins Zeitalter der Elektromobilität. Denn bis die Stromer alltagstauglich und für jedermann erschwinglich sind, bis Ladestationen an allen Tankstellen stehen und bis regenerativ erzeugter Strom in ausreichenden Mengen verfügbar ist, werden noch Jahre vergehen.

"Wir müssen das Thema Erdgas viel intensiver angehen", fordert deshalb der Chef des Volkswagen-Konzerns, Martin Winterkorn. Denn mit kaum einer anderen Antriebstechnik ließen sich die Flottenverbräuche mit so geringem technischem Aufwand senken.

Es ist ein Geschäft mit Zukunft. Zumindest für einige Jahrzehnte. Denn der Gaspreis koppelt sich vom steigenden Erdölpreis ab, weil die Fördermengen in vielen Ländern größer sind als angenommen. Ursache dafür sind neue Methoden der Gasförderung. Beim sogenannten Fracking pumpen Maschinen Wasser und Chemikalien unter Druck ins Gestein, um das dort eingeschlossene Erdgas freizubekommen. Die Folge des wachsenden Gasangebots: In den USA ist der Rohstoff mehr als ein Drittel billiger als in Europa.

Präsident Barack Obama hat das Ziel gesetzt, die Vereinigten Staaten zum größten Energieproduzenten der Welt und zum Nettoexporteur von Gas zu machen. Im Mai hat er deshalb die Genehmigung erteilt, im Bundesstaat Texas ein Terminal für Erdgas so umzurüsten, dass es ab 2017 keine Annahmestelle für Gaslieferungen aus dem Ausland mehr ist, sondern ein Export-Ventil für das in den USA produzierte Gas.

Wachsendes Angebot

Die Förderunternehmen könnten dann einen Teil des Energieschatzes auf minus 163 Grad Celsius herunterkühlen und als sogenanntes Liquified Natural Gas (LNG) per Schiff in alle Welt verkaufen.

Bald sollen zwei weitere Gasterminals genehmigt werden. Eines in Richmond im Bundesstaat Virginia, ein anderes im kalifornischen San Diego. Dann startet die große US-Erdgas-Exportoffensive. "Das ist ein großer Schritt hin zu einem Weltmarkt für Erdgas", sagt Heiko Kaiser, Produktmanager Erdgas beim Autozulieferer Bosch, der seit gut zehn Jahren auf Erdgas als Antrieb setzt. Die Folge des steigenden Angebots werden mittelfristig sinkende Preise sein.

Doch sinkende Preise allein reichen nicht, um das Gaszeitalter in der Automobilbranche beginnen zu lassen. Erst die wesentlich verbesserte Technik macht dieses neue Mobilitätszeitalter möglich.

Als Dieselmotoren Anfang der Neunzigerjahre serienmäßig mit Turbos aufgeladen wurden, war das ihr Durchbruch, weil sie schneller und sparsamer wurden.

Ähnliches geschieht nun bei Gasfahrzeugen. Ausgestattet mit doppelten Turboladern und komfortablerer Technik, werden sie zu Alternativen für jedermann, selbst für Autofahrer, die gern etwas sportlicher unterwegs sind.

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