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Moderne Cockpits Warum wir bald mehr mit unserem Auto sprechen werden

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Sicheres Infotainment

Ist das unsere Auto-Zukunft?
i-Road Concept: Die Vorteile eines Autos mit der Kurvendynamik eines Motorrades verbindet Toyota bei seiner Studie, die auf dem 83. Genfer Autosalon ihre Premiere feiert. Umweltfreundlich ist das künftige Mobil für Großstädter dank Elektroantrieb. Viel mehr als ein moderner Kabinenroller ist es dennoch nicht. Auf 2,35 Metern Länge, 85 Zentimetern Breite und 1,45 Metern Höhe gibts aber Platz für zwei Personen. Als Antrieb dienen zwei Radnaben-Elektromotoren an den beiden Vorderrädern mit einer Leistung von jeweils zwei kW. Eine Lithium-Ionen Batterie sorgt für eine Reichweite von 50 Kilometern und lässt sich an der Haushalts-Steckdose binnen drei Stunden aufladen. Im Gegensatz zu Zweirädern müssen die Fahrer des "I-Road" bei geringen Geschwindigkeiten und im Stand die Balance nicht selbstständig halten. Hierfür sorgt das sogenannte "Active Lean"-System, das diese Aufgabe mithilfe eines Stellmotors und einem Getriebe an der Vorderradaufhängung übernimmt. Ein Steuergerät berechnet die hierfür erforderliche Neigung basierend auf dem Lenkwinkel, den vom Gyro-Sensor gemessenen Drehbewegungen und der Geschwindigkeit. Außerdem kompensiert das System während der Fahrt Fahrbahn-Unebenheiten. Quelle: dpa
Über den Status den Konzepts hinaus gefahren ist der VW XL1, der zumindest in einer Kleinserie von 250 Autos verkauft werden wird. Allerdings zu einem noch unbekannten Preis. Er ist in erster Linie Ausdruck des Engagements von Volkswagen bezüglich umweltschonender Fahrzeuge. Das so genannte 1-Liter-Auto ist ein 795 Kilo-Leichtgewicht für zwei Personen. Bei dem "Leuchtturmprojekt" verwendete Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion, insbesondere die Plug-in-Hybrid-Technik, fließen aber auch in die Modelle der Großserienproduktion ein. Quelle: dpa
Mitsubishi dagegen stellt in Genf gleich zwei Studien mit alternativem Antrieb in den Mittelpunkt: GR-HEV und CA-MiEV. Wobei der GR-HEV als moderner Pick-up, unabhängig vom Antrieb, als reine Designstudie schon überzeugt. Für die Japaner besteht der nächste Schritt darin, elektrische Komponenten und Baugruppen auch auf die Anforderungen größerer oder sportlicherer Modelle für den Arbeits- und Freizeiteinsatz abzustimmen. Der Grand Runner-HEV setzt die Hybridtechnologie (HEV) erstmals in einem Pick-up-Modell der Ein-Tonnen-Nutzlastklasse ein. Der GR-HEV verbindet dabei die Vorzüge verschiedener Fahrzeugwelten: Ein schadstoffarmer und sauberer Dieselmotor, die Unterstützung der emissionsfrei arbeitenden Elektromotoren und der permanente Allradantrieb mit integrierter Fahrdynamikregelung "S-AWC" (Super All Wheel Control), die unter allen Fahrbedingungen jeweils bestmögliche Traktions- und Stabilitätsreserven sicherstellt. Der HEV-Antrieb ist weniger komplex und preisgünstiger als rein elektrische beziehungsweise Plug-in-Hybridsysteme und eignet sich damit für hohe Belastungen eines Pick-ups im Arbeitseinsatz. Das Entwicklungsziel der Konzeptstudie war eine CO2-Emission von weniger als 149 g/km. Quelle: AP/dpa
Mitsubishi beschäftigt sich seit 1966 mit dem Thema Elektromobilität. Erklärtes Ziel ist es, den Anteil an elektrisch betriebenen Fahrzeugen bis 2020 auf 20 Prozent der Gesamtproduktion zu erhöhen. Mit dem komplett neu entwickelten SUV Outlander haben die MMC-Ingenieure bereits einen weiteren wichtigen Schritt in diese Richtung unternommen. Seit Januar bietet der Hersteller das Modell in Japan auch mit Plug-in-Hybridantrieb (PHEV) an und stellt unter Beweis, dass ein elektrischer Antrieb mit einem großen D-Segment-Crossover-Modell ausgezeichnet harmonieren kann. Marktstart in Deutschland ist in diesem Sommer. Als Technologieträger ist der "CA-MiEV" (Compact & Advanced MiEV) gedacht. Das Auto ist die konsequente Weiterentwicklung des seit 2009 in Serienproduktion hergestellten Elektrofahrzeugs Mitsubishi i-MiEV. Dank Leichtbaukonzept, elektrischen Antriebskomponenten und Hochleistungsbatterien auf dem neuesten Stand der Technik sowie einer ausgefeilten Aerodynamik erreicht das Fahrzeug laut Hersteller einen Aktionsradius von rund 300 Kilometern. Weitere Merkmale der schlanken Konzeptstudie sind die kabellose Magnetresonanz-Ladetechnologie und via Smartphone steuerbare Nebenfunktionen. Quelle: dpa
Kia Provo Concept Quelle: dpa
Der dreitürige Mini-Crossover Adam Rocks winkt als Hauptpreis beim diesjährigen ManagementCup.
Kia Cross GT: Die SUV-Studie feierte ihre Weltpremiere bereits auf der Chicago Auto Show Anfang Februar. Ein Hybridantrieb mit 3,8-Liter-V6-Benziner sowie ein Elektromotor leisten in dem 4,90 Meter langen Konzeptfahrzeug 299 kW/406 PS. Der Cross GT verfügt laut Hersteller bei reinem Elektrobetrieb über eine Reichweite von 32 Kilometern. Quelle: AP

Dennoch zeigt die Geschichte, dass die Eins-zu-Eins-Übertragung von Smartphone- und Tablet-Technologien ins Auto nicht so einfach funktionieren kann. Der ACE schreibt dazu in seiner Studie: „Nicht alles was technisch möglich und von den Kunden gewünscht ist, scheint unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit auch sinnvoll.“

Deutsche Autobauer versuchen entsprechend stärker als der IT-lastige Konzern Tesla von PayPal-Gründer Elon Musk die neuen Möglichkeiten des Infotainments mit den Sicherheitsanforderungen der Straßenverkehrsordnung zu verbinden.

Wie die deutsche Autobauer Infotainment umsetzen

Bei Mercedes und Audi zum Beispiel wird die Bedieneinheit von der Anzeige komplett voneinander entkoppelt. Grundlage für die Entscheidung war bei Audi eine Kunden-Umfrage. Sie hat ergeben, dass Fahrer mit dieser Art der Systemsteuerung im Auto deutlich besser klar kommen. Eingebaut ist die Technik zum Beispiel im Audi TT und der neuen C-Klasse von Mercedes. Beide Wagen kommen noch im Laufe des Jahres in den Handel.

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    Das neue sogenannte MMI-Konzept hat Audi erstmals auf der diesjährigen Hightech-Messe CES in Las Vegas vorgestellt. Der sportliche Flitzer ist mit einem kleinen, runden Touchpad mit drehbarem Ring ausgestattet. Es befindet sich direkt vor dem Schaltknüppel, in angenehmer Entfernung zum Arm des Fahrers. Direkt daneben liegen vier Schalter, mit denen sich zwischen den Bereichen Navigation, Telefon, Radio und Media wechseln lässt. Unnötiges Strecken oder Verrenken ist so nicht nötig, um alle wichtigen Funktionen im Auto anzusteuern, die dann über den 10,2 Zoll großen Full-HD-Bildschirm angezeigt werden. Dieser liegt hinter dem Lenkrad im Blickfeld des Fahrers. Auch Drehzahl- und Geschwindigkeitsmesser werden hier digital angezeigt. Auf einen weiteren Bildschirm in der Mittelkonsole wollen die Ingolstädter im Gegensatz zu den Limousinen in der sportlichen Variante sogar ganz verzichten.

    Sprachsteuerung bekommt immer größere Bedeutung

    „Der Fahrer kann während der Fahrt mit dem Finger Buchstaben auf das Touchpad malen und so sogar Nachrichten schreiben, ohne den Blick von der Fahrbahn zu wenden“, erklärt Audi-Sprecher Tim Fronzek. Dabei spricht eine Software die Buchstaben nach, so dass der Fahrer sofort eine akustische Rückmeldung bekommt, ob seine Kritzeleien auch vom System erkannt wurden. Gleichzeitig hat Audi aber auch den schon vor 17 Jahren eingeführten Dreh-Drück-Steller verbaut. Damit lassen sich Buchstaben über das Rädchen anwählen und per Klick bestätigen. „Das ist von vielen Kunden gelernt und daher auch gewünscht“, sagt Fronzek.

    Auch Mercedes setzt ab diesem Jahr auf ein modernes, entkoppeltes Touchpad. In der neuen C-Klasse befindet sich das Touchpad im Mittelgang des Autos. Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen kann der Fahrer ebenfalls mit dem Finger eingeben. Ganz neu ist hier neben dem normalen Display ein sogenanntes „Head-Up-Display“. Wie in einem Jet werden dem Fahrer dann die wichtigsten Informationen direkt auf die Frontscheibe projiziert.

    „Mittelfristig werden digitale Anzeigen im Premiumsegment Standard sein“, vermutet Audi-Sprecher Tim Fronzek. Und sie sind erst der Anfang einer ganz neuen Entwicklung. Während sich das Thema Gestensteuerung in der Automobilbranche weitestgehend erledigt hat, bekommt die Sprachsteuerung eine immer stärkere Bedeutung. „Gesten könnten die anderen Verkehrsteilnehmer verwirren“, ordnet Fronzek das Phänomen ein, da auf der CES vor zwei Jahren noch als große Innovation gefeiert wurde. Aber dass wir bald mehr mit unserem Auto sprechen werden, davon ist er überzeugt. „Während wir heute noch bestimmte Sprachbefehle lernen müssen, könnte bald ein ganz normales Gespräch mit dem Bordcomputer möglich sein“, sagt der Audi-Sprecher.

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