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Moderne Cockpits Warum wir bald mehr mit unserem Auto sprechen werden

Navigation, Telefonie, Nachrichten, Soziale Medien - was auf den kleinen mobilen Helfern geht, wollen immer mehr Kunden auch im Auto nutzen können. Eine Herausforderung für die Autobauer.

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Die S-Klasse unter den Stromern
Bekannt wurde Elon Musks kalifornische Elektroautoschmiede durch den Sportwagen Tesla Roadster, der auf der Lotus Elise basierte. Das neue Modell, das schlicht "S" heißt, ist eine Eigenentwicklung mit einigen Superlativen. So sorgen die Batterien des viertürigen und 2,1 Tonnen schweren Luxus-Sportcoupes theoretisch für maximal 480 Kilometer Reichweite, verspricht der Hersteller. So weit fährt mit einer Batterieladung derzeit kein anderes Serien-Elektroauto. Allerdings zeigen langfristige Tests auch immer wieder, dass diese Angaben in der Realität kaum zu schaffen sind. Quelle: PR
Diesmal soll es - anders als beim Roadster - keine Kleinserie werden, sagt der Hersteller. Und schon jetzt liegen angeblich 13.000 Vorbestellungen vor. Für Europa sind davon 3.000 bestimmt. Eine gewisse Exklusivität ist also garantiert. Dabei nennt Tesla bisher noch nicht einmal einen offiziellen Preis für den deutschen Markt, allerdings sollen sich die Kurse an den amerikanischen Listen orientieren. Quelle: PR
Die Motorleistung der Grundversion steht noch nicht fest, dafür stellt Tesla derzeit seine Spitzenversion ganz in den Vordergrund. Die kostet 97.000 Dollar (rund 75.000 Euro) und wartet mit einem 85 Kilowattstunden-Akku auf. Der bringt 310 kW bzw. 421 PS Power und 600 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterachse. Quelle: PR
Dass bei einem so futuristischen Auto wie dem Tesla S keine Kontrolle mehr analog funktioniert, versteht sich fast von selbst. Quelle: PR
Das gigantisch große 17-Zoll-Touchscreen dominiert den Innenraum. Quelle: PR
Beeindruckend gestalten sich die Fahrleistungen des 421 PS starken Topmodells. Quelle: PR
Das Staufach unter der Fronthaube fasst 150 Liter. Quelle: PR

Hier noch schnell ein Telefonat führen, da eine SMS schreiben und dann nochmal die Wegbeschreibung im Navigationsgerät überprüfen. Nein, die Rede ist nicht vom ganz normalen Umgang mit dem Smartphone, sondern von einer Fahrt mit dem eigenen Pkw. Immer stärker schwappt das sogenannte Infotainment vom Unterhaltungselektronik- in den Fahrzeugmarkt. Die Gefahren, die damit einhergehen, stellen die Hersteller vor ganz neue Herausforderungen.

Erst kürzlich hat das Versicherungsunternehmen DA Direkt in einer Studie herausgefunden, dass es 41 Prozent der Pkw-Fahrer in Deutschland an Aufmerksamkeit mangelt, weil sie während der Fahrt Telefonate führen. Mehr als die Hälfte der Befragten lassen sich von der Suche nach dem Weg vom Geschehen auf der Straße ablenken. Der Auto Club Europa (ACE) belegt sogar in einer Studie vom September 2013,, dass Fummelei am Navigationsgerät zu den häufigsten Unfallursachen auf Europas Straßen zählt.

Intuitive Anwendung

Gleichzeitig bekommen die Funktionen im Auto mit den wachsenden Möglichkeiten von Smartphone und Tablet Konkurrenz. Warum sollte man sich mit dem komplizierten Navigationssystem im Auto herumschlagen, wenn die perfekte App doch schon auf dem Smartphone installiert ist? Der amerikanische Elektroautohersteller Tesla hat als einer der ersten Player am Markt dieses Potenzial erkannt und das Tablet ins Auto gebracht. Im Modell S blinkt dem Fahrer eine beeindruckende 17 Zoll große Touch-Padfläche (23 Zentimeter in der Diagonale) entgegen.

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    Sie zeigt zum Beispiel die Außentemperatur und den Energieverbrauch des Fahrzeugs an. Außerdem lassen sich darüber das Navigationssystem und die Musikkonsole steuern. Und natürlich ist das Surfen im Internet möglich – zunächst noch über eine langsame 3G-Leitung, doch das Turbo-Internet LTE ist auch im Auto auf dem Vormarsch.

    Auch die Klimaanlage, das Schiebedach und die Nebelscheinwerfer werden über die neue Zentrale im Tesla Modell S bedient. Die Anwendung ist sehr intuitiv, ebenso wie Smartphone- und Tablet-Nutzer es gewohnt sind, wie ein Fahrzeugtest der WirtschaftsWoche ergeben hat: Egal ob Audis MMI, BMWs i-Drive oder Daimlers Command – alle Bedienkonzepte sehen neben dieser modernen Anzeige alt aus.

    Doch trotz dieser innovativen Bedienung gibt es neben Lob auch viel Kritik an dem innovativen Elektrofahrzeug. So bemängelt der ADAC in seinem großen Fahrzeugtest, dass der Touchscreen eine sehr große Eingewöhnungszeit benötige und stark vom Verkehr ablenke.

    Tablet als Gefahrenquelle

    Ganz ähnliche Beschwerden werden aktuell aus der Schweiz laut. Ein Anwalt lässt derzeit untersuchen, ob der riesige Touchscreen in Teslas Model S Fahrer zu stark vom Verkehrsgeschehen ablenkt. Grundlage ist die Beschwerde eines hochrangigen Polizeibeamten, der Ton und Bild bei einer Testfahrt als Gefahrenquelle einstufte. Laut dem Schweizer Straßenverkehrsgesetz müssen die Fahrer selbst dafür sorgen, nicht durch zu große Kommunikationssysteme abgelenkt zu werden. Was aber, wenn der große Bildschirm schon im Auto fest eingebaut ist? Die Klärung des Falls dürfte nicht ganz einfach werden. Immerhin ist zum Beispiel das Zeitung lesen im Stau oder Stopp-and-Go-Verkehr in der Schweiz erlaubt, sofern eine automatische Fahrassistenz übernimmt.

    Bei Tesla selbst nimmt man die Berichte gelassen. Immerhin sei das Auto ja inklusive Touchscreen von der Zulassungsbehörde des Landes abgenommen worden, sagte eine Sprecherin gegenüber dem Manager Magazin Online. Außerdem habe es bisher noch keine Unfälle mit dem Modell S in der Schweiz gegeben.

    Sicheres Infotainment

    Ist das unsere Auto-Zukunft?
    i-Road Concept: Die Vorteile eines Autos mit der Kurvendynamik eines Motorrades verbindet Toyota bei seiner Studie, die auf dem 83. Genfer Autosalon ihre Premiere feiert. Umweltfreundlich ist das künftige Mobil für Großstädter dank Elektroantrieb. Viel mehr als ein moderner Kabinenroller ist es dennoch nicht. Auf 2,35 Metern Länge, 85 Zentimetern Breite und 1,45 Metern Höhe gibts aber Platz für zwei Personen. Als Antrieb dienen zwei Radnaben-Elektromotoren an den beiden Vorderrädern mit einer Leistung von jeweils zwei kW. Eine Lithium-Ionen Batterie sorgt für eine Reichweite von 50 Kilometern und lässt sich an der Haushalts-Steckdose binnen drei Stunden aufladen. Im Gegensatz zu Zweirädern müssen die Fahrer des "I-Road" bei geringen Geschwindigkeiten und im Stand die Balance nicht selbstständig halten. Hierfür sorgt das sogenannte "Active Lean"-System, das diese Aufgabe mithilfe eines Stellmotors und einem Getriebe an der Vorderradaufhängung übernimmt. Ein Steuergerät berechnet die hierfür erforderliche Neigung basierend auf dem Lenkwinkel, den vom Gyro-Sensor gemessenen Drehbewegungen und der Geschwindigkeit. Außerdem kompensiert das System während der Fahrt Fahrbahn-Unebenheiten. Quelle: dpa
    Über den Status den Konzepts hinaus gefahren ist der VW XL1, der zumindest in einer Kleinserie von 250 Autos verkauft werden wird. Allerdings zu einem noch unbekannten Preis. Er ist in erster Linie Ausdruck des Engagements von Volkswagen bezüglich umweltschonender Fahrzeuge. Das so genannte 1-Liter-Auto ist ein 795 Kilo-Leichtgewicht für zwei Personen. Bei dem "Leuchtturmprojekt" verwendete Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion, insbesondere die Plug-in-Hybrid-Technik, fließen aber auch in die Modelle der Großserienproduktion ein. Quelle: dpa
    Mitsubishi dagegen stellt in Genf gleich zwei Studien mit alternativem Antrieb in den Mittelpunkt: GR-HEV und CA-MiEV. Wobei der GR-HEV als moderner Pick-up, unabhängig vom Antrieb, als reine Designstudie schon überzeugt. Für die Japaner besteht der nächste Schritt darin, elektrische Komponenten und Baugruppen auch auf die Anforderungen größerer oder sportlicherer Modelle für den Arbeits- und Freizeiteinsatz abzustimmen. Der Grand Runner-HEV setzt die Hybridtechnologie (HEV) erstmals in einem Pick-up-Modell der Ein-Tonnen-Nutzlastklasse ein. Der GR-HEV verbindet dabei die Vorzüge verschiedener Fahrzeugwelten: Ein schadstoffarmer und sauberer Dieselmotor, die Unterstützung der emissionsfrei arbeitenden Elektromotoren und der permanente Allradantrieb mit integrierter Fahrdynamikregelung "S-AWC" (Super All Wheel Control), die unter allen Fahrbedingungen jeweils bestmögliche Traktions- und Stabilitätsreserven sicherstellt. Der HEV-Antrieb ist weniger komplex und preisgünstiger als rein elektrische beziehungsweise Plug-in-Hybridsysteme und eignet sich damit für hohe Belastungen eines Pick-ups im Arbeitseinsatz. Das Entwicklungsziel der Konzeptstudie war eine CO2-Emission von weniger als 149 g/km. Quelle: AP/dpa
    Mitsubishi beschäftigt sich seit 1966 mit dem Thema Elektromobilität. Erklärtes Ziel ist es, den Anteil an elektrisch betriebenen Fahrzeugen bis 2020 auf 20 Prozent der Gesamtproduktion zu erhöhen. Mit dem komplett neu entwickelten SUV Outlander haben die MMC-Ingenieure bereits einen weiteren wichtigen Schritt in diese Richtung unternommen. Seit Januar bietet der Hersteller das Modell in Japan auch mit Plug-in-Hybridantrieb (PHEV) an und stellt unter Beweis, dass ein elektrischer Antrieb mit einem großen D-Segment-Crossover-Modell ausgezeichnet harmonieren kann. Marktstart in Deutschland ist in diesem Sommer. Als Technologieträger ist der "CA-MiEV" (Compact & Advanced MiEV) gedacht. Das Auto ist die konsequente Weiterentwicklung des seit 2009 in Serienproduktion hergestellten Elektrofahrzeugs Mitsubishi i-MiEV. Dank Leichtbaukonzept, elektrischen Antriebskomponenten und Hochleistungsbatterien auf dem neuesten Stand der Technik sowie einer ausgefeilten Aerodynamik erreicht das Fahrzeug laut Hersteller einen Aktionsradius von rund 300 Kilometern. Weitere Merkmale der schlanken Konzeptstudie sind die kabellose Magnetresonanz-Ladetechnologie und via Smartphone steuerbare Nebenfunktionen. Quelle: dpa
    Kia Provo Concept Quelle: dpa
    Der dreitürige Mini-Crossover Adam Rocks winkt als Hauptpreis beim diesjährigen ManagementCup.
    Kia Cross GT: Die SUV-Studie feierte ihre Weltpremiere bereits auf der Chicago Auto Show Anfang Februar. Ein Hybridantrieb mit 3,8-Liter-V6-Benziner sowie ein Elektromotor leisten in dem 4,90 Meter langen Konzeptfahrzeug 299 kW/406 PS. Der Cross GT verfügt laut Hersteller bei reinem Elektrobetrieb über eine Reichweite von 32 Kilometern. Quelle: AP

    Dennoch zeigt die Geschichte, dass die Eins-zu-Eins-Übertragung von Smartphone- und Tablet-Technologien ins Auto nicht so einfach funktionieren kann. Der ACE schreibt dazu in seiner Studie: „Nicht alles was technisch möglich und von den Kunden gewünscht ist, scheint unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit auch sinnvoll.“

    Deutsche Autobauer versuchen entsprechend stärker als der IT-lastige Konzern Tesla von PayPal-Gründer Elon Musk die neuen Möglichkeiten des Infotainments mit den Sicherheitsanforderungen der Straßenverkehrsordnung zu verbinden.

    Wie die deutsche Autobauer Infotainment umsetzen

    Bei Mercedes und Audi zum Beispiel wird die Bedieneinheit von der Anzeige komplett voneinander entkoppelt. Grundlage für die Entscheidung war bei Audi eine Kunden-Umfrage. Sie hat ergeben, dass Fahrer mit dieser Art der Systemsteuerung im Auto deutlich besser klar kommen. Eingebaut ist die Technik zum Beispiel im Audi TT und der neuen C-Klasse von Mercedes. Beide Wagen kommen noch im Laufe des Jahres in den Handel.

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      Das neue sogenannte MMI-Konzept hat Audi erstmals auf der diesjährigen Hightech-Messe CES in Las Vegas vorgestellt. Der sportliche Flitzer ist mit einem kleinen, runden Touchpad mit drehbarem Ring ausgestattet. Es befindet sich direkt vor dem Schaltknüppel, in angenehmer Entfernung zum Arm des Fahrers. Direkt daneben liegen vier Schalter, mit denen sich zwischen den Bereichen Navigation, Telefon, Radio und Media wechseln lässt. Unnötiges Strecken oder Verrenken ist so nicht nötig, um alle wichtigen Funktionen im Auto anzusteuern, die dann über den 10,2 Zoll großen Full-HD-Bildschirm angezeigt werden. Dieser liegt hinter dem Lenkrad im Blickfeld des Fahrers. Auch Drehzahl- und Geschwindigkeitsmesser werden hier digital angezeigt. Auf einen weiteren Bildschirm in der Mittelkonsole wollen die Ingolstädter im Gegensatz zu den Limousinen in der sportlichen Variante sogar ganz verzichten.

      Sprachsteuerung bekommt immer größere Bedeutung

      „Der Fahrer kann während der Fahrt mit dem Finger Buchstaben auf das Touchpad malen und so sogar Nachrichten schreiben, ohne den Blick von der Fahrbahn zu wenden“, erklärt Audi-Sprecher Tim Fronzek. Dabei spricht eine Software die Buchstaben nach, so dass der Fahrer sofort eine akustische Rückmeldung bekommt, ob seine Kritzeleien auch vom System erkannt wurden. Gleichzeitig hat Audi aber auch den schon vor 17 Jahren eingeführten Dreh-Drück-Steller verbaut. Damit lassen sich Buchstaben über das Rädchen anwählen und per Klick bestätigen. „Das ist von vielen Kunden gelernt und daher auch gewünscht“, sagt Fronzek.

      Auch Mercedes setzt ab diesem Jahr auf ein modernes, entkoppeltes Touchpad. In der neuen C-Klasse befindet sich das Touchpad im Mittelgang des Autos. Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen kann der Fahrer ebenfalls mit dem Finger eingeben. Ganz neu ist hier neben dem normalen Display ein sogenanntes „Head-Up-Display“. Wie in einem Jet werden dem Fahrer dann die wichtigsten Informationen direkt auf die Frontscheibe projiziert.

      „Mittelfristig werden digitale Anzeigen im Premiumsegment Standard sein“, vermutet Audi-Sprecher Tim Fronzek. Und sie sind erst der Anfang einer ganz neuen Entwicklung. Während sich das Thema Gestensteuerung in der Automobilbranche weitestgehend erledigt hat, bekommt die Sprachsteuerung eine immer stärkere Bedeutung. „Gesten könnten die anderen Verkehrsteilnehmer verwirren“, ordnet Fronzek das Phänomen ein, da auf der CES vor zwei Jahren noch als große Innovation gefeiert wurde. Aber dass wir bald mehr mit unserem Auto sprechen werden, davon ist er überzeugt. „Während wir heute noch bestimmte Sprachbefehle lernen müssen, könnte bald ein ganz normales Gespräch mit dem Bordcomputer möglich sein“, sagt der Audi-Sprecher.

      Dialog mit dem Auto

      Diese Autos überfordern ihre Fahrer
      Mercedes A 200Preis: Ab 27.786 Euro Comand Online System und Drive Kit 5270 Euro Aufpreis Positiv: Große Funktionsvielfalt, Twitter- und Facebook-Zugang möglich Negativ: Display-Integration wirkt nicht durchdacht, kein Touchscreen, unglückliche Bezeichnung der Funktionen führt zu Fehlern, verschachtelte Menüstruktur, Bedienung über drei Ebenen, Öffnen der Apps ohne Handbuch kaum möglich, Texteingabe über unpraktische ABC-Zeile, wenig nützliche Spracheingabe Fazit: Viel Geld für ein unfertiges System Note: 3,39 Quelle: Daimler
      BMW 730dPreis: Ab 74.000 Euro 3.360 Euro Aufpreis für Navigationssystem Professional, Bang und Olufsen Sound System 4.950 Euro, Apps 150 Euro, Smartphone-Schnittstelle 100 Euro. Positiv: Großer Bildschirm, sehr viele Funktionen, Aps verfügbar Negativ: Unkomfortable, wenig intuitive Menüführung per Controller, viele Fehleingaben möglich, etliche Icons und Beziehungen sind nicht selbsterklärend Fazit: Sehr teure Systeme, die die Nutzer verwirren, Blick ins Handbuch nötig Note: 2,85
      Mazda 6 KombiPreis: 32.090 Euro Sportsline-Ausstattung mit Bose Soundsystem serienmäßig, Navi 500 Euro Aufpreis Positiv: Berührungsempfindlicher Bildschirm mit Direktzugriffstasten und Drehrad Negativ: Hauptmenü fehlt, zu kleiner und zu tief sitzender Bildschirm, geringe Auflösung, simultane Nutzung des Drehrades und des Bildschirms nötig, kryptische Bezeichnungen wie AF, TA; REG Fazit: Günstiges Navi, Soundsystem nur in teurer Ausstattungslinie, mäßiger Bedienkomfort Note: 2,81 Quelle: dapd
      Audi A8Preis: Ab 70.000 Euro MMI Navigation mit MMI touch 2900 Euro, Bang und Olufsen Sound System 6500 Euro, Bluetooth-Telefon 700 Euro Aufpreis Positiv: Große Funktionsvielfalt, guter Bildschirm, auf MMI touch lässt sich per Finger schreiben Negativ: Kein Touchscreen, häufige Umorientierung voom Bildschirm auf Bedientasten und zurück nötig, keine Testperson versteht auf Anhieb die MMI-touch-Funktion, wenig nützliche Spracheingabe Fazit: Sehr teure Systeme, die wenig intuitiv sind Note: 2,5 Quelle: AP
      Ford C-MaxPreis: Ab 21.400 Euro Sony Navigationssystem und Ford Sync Kommunikationssystem 965 Euro Aufpreis Positiv: Viele Funktionen, mäßiger Preis Negativ: Zu kleiner Bildschirm, zu viele Knöpfe, Controller zu weit vom Fahrersitz entfernt, vier schlecht sichtbare Funktionstasten, unverständliche Beschriftung der Schaltflächen auf dem Bildschirm, umständliche Handykopplung, umständliche Audio-Quellenauswahl über AUX-Taste Fazit: Wenig selbsterklärendes Infotainment. Gut gemeint, aber schlecht gemacht Note: 2,1 Quelle: Reuters
      Porsche 911 Cabrio 4SPreis: Ab 112.313 Euro Porsche Communication Management, Burmester Soundsystem 10.526 Euro Aufpreis Positiv: Einleuchtende Bedienung, viele Funktionen Negativ: Zu viele Knöpfe, Tasten und Schalter auf engstem Raum erfordern viel Aufmerksamkeit und lenken ab, Drehknopf und Zurück-Knopf liegen etwas versteckt auf Beifahrerseite, Meldungen am unteren Bildschirmrand werden übersehen, wenig nützliche Spracheingabe Fazit: Vielfältiges, aber eines der teuersten Systeme im Test Note: 2 Quelle: WWW.INGOBARENSCHEE.DE
      Opel AdamPreis: Ab 11.500 Euro Intellilink-System und Halterung 538 Euro Aufpreis Positiv: Steuerung über Touchscreen, einleuchtende, übersichtliche Menüstruktur, Zurück-Knopf am Bildschirmrand Negativ: Nutzung der separaten Apps auf dem gekoppelten Smartphone etwa für die Navigation nicht selbsterklärend, zu wenig Kontrollmöglichkeit über Lautstärke und automatisches Musikabspielen Fazit: Pfiffiges System zum moderaten Preis Note: 1,87 Quelle: dapd

      Konkret: Heute müssen häufig noch Schlagworte wie zum Beispiel „Navigation“ ausgesprochen werden, um dem System darauf zu bringen, welche Funktion gerade von ihm benötigt wird. Künftig soll zum Beispiel die Ansage „Such mir die schnellste Strecke nach Bochum“ ausreichen. Das intelligente System versteht dann von alleine, was der Fahrer möchte und sichert sich maximal noch ab: „Wollen Sie den Routenplan nach Bochum angezeigt bekommen?“.

      Diesen Weg befürwortet auch der ACE in seiner Studie. Danach hat zum Beispiel die Eingabe eines Navigationsziels per Sprachsteuerung im Test im Schnitt nur halb so lange gedauert, wie die manuelle Eingabe per Touchpad oder Dreh-Drück-Steller. Dennoch seien die Autobauer noch weit von der Qualität der Spracherkennung in Smartphones entfernt. Die Dialog-Situation sei noch längst kein Standard.

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        Doch das wird sich ändern. Einen entscheidenden Weg in diese Richtung ist Audi erst vor wenigen Wochen gegangen. Ebenfalls auf der CES in Las Vegas gaben die Bayern bekannt, sich an der „Open Automotive Alliance“ zu beteiligen. Dabei handelt es sich um eine enge Zusammenarbeit von Google mit den Autobauern Audi, General Motors, Honda und Hyundai. Ziel ist es das beliebte Betriebssystem Android stärker in Fahrzeuge zu verbauen. Die Sprachsteuerungskomponente Voice S wird Audi zufolge dabei eine wesentliche Rolle spielen.

        Menschliche Schwächen ausgleichen

        Grundlage für eine solide, intelligente Sprachsteuerung, wird ein schneller und zuverlässiger Internetzugang sein. Ohne Datenturbo LTE mit einer Übertragungsrate von bis zu 300 Megabit pro Sekunde funktionieren weder Voice S noch Siri noch andere Programme fließend. Vor allem nicht im fahrenden Zustand. Der ACE schlägt dafür eine bessere Integration der Smartphones in die Bordelektronik vor. Damit wären die Bedienlogik und die Datenstruktur dem Nutzer bekannt. Langwierige Gewöhnung-Zeiten gäbe es nicht mehr. 

        Ein weiteres Thema, das den ganzen Bereich Infotainment langfristig komplett auf den Kopf stellen wird, sind Fahrassistenzsysteme und automatisiertes Fahren. Egal ob sicheres Fahren in Stopp-and-Go-Situationen oder Seitwärts-Rückwärts-Einscheren in enge Parklücken – die modernen Systeme der großen Autobauer haben schon gezeigt, wie zuverlässig sie menschliche Schwächen ausgleichen. Und menschliches Versagen ist laut ACE-Erhebung in 90 Prozent der Fälle die Ursache für Unfälle im Straßenverkehr. Etwa 20 Prozent der tödlichen Unfälle würden durch eine Ablenkung des Fahrers verursacht.

        Mobilität



        Die Assistenzsysteme im Auto sind erst der Anfang. Seit Jahren arbeitet die Forschung an Möglichkeiten, dem Fahrer das Fahren komplett abzunehmen. Und aller Skepsis zum Trotz ist die Akzeptanz für selbstfahrende Autos in den vergangenen Jahren in der Bevölkerung gewachsen. Eine Studie der Marktforscher von Navigant Research hat ergeben, dass aber 2035 jährlich etwa 100 Millionen autonome Autos weltweit produziert werden könnten. Damit wäre der manuelle Pkw im Straßenverkehr abgelöst.

        Inwieweit dann noch Infotainmentprogramme eingebaut werden müssen, die Rücksicht auf die Aufmerksamkeit des Fahrers nehmen, ist fraglich. Projektionen auf die Frontscheibe oder zig Knöpfe im Lenkrad sind dann vielleicht gar nicht mehr nötig. „Doch an dem Punkt sind wir noch lange nicht“, sagt Tim Fronzek. „Noch hat der Fahrer die Verantwortung im Straßenverkehr. Und das müssen wir bei allen Wünschen nach Infotainment berücksichtigen.“

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