WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Neue Modelle Volkswagens Freud' und Leid mit den SUVs

SUVs sind beliebt, doch Autobauer wie VW können sich nur bedingt darüber freuen: Die stylischen Offroader bringen zwar ordentliche Renditen, trüben aber die Klimabilanz.

Das siebensitzige SUV auf Basis der Studie Cross-Blue soll die Verkäufe in China und den USA ankurbeln. Quelle: dpa

Alle Welt will SUV fahren. Nicht nur die Amerikaner, sondern auch die Europäer und Asiaten. Nicht nur die Bewohner ländlicher Regionen, sondern auch viele Stadtbewohner, die eher selten Gefahr laufen, sich durch Schnee und Matsch kämpfen zu müssen. Viele Frauen und Senioren schätzen die erhöhte Sitzposition und den bequemen Einstieg, viele Familienväter sind die althergebrachten Kombis und Vans leid.

Die Manager der Autoindustrie wissen nicht so recht, ob sie sich über diesen Trend freuen sollen. Einerseits fahren sie mit den trendigen Sport Utilities höhere Gewinne ein als mit den eher biederen Transportern der konventionellen Art. Andererseits haben die Pseudo-Geländewagen, die meist ohne Allradantrieb daherkommen und eher für Asphaltcowboys denn für echte Abenteurer gebaut sind, eine größere Stirnfläche und ein höheres Gewicht als Stufenhecklimousinen oder Sportcoupés.

Wie die VW-Sparten 2013 abgeschnitten haben

Die Folge: Mit der wachsenden Zahl der SUVs wird es für die Autohersteller immer schwerer, jene strengen CO2-Grenzwerte zu erfüllen, die ihnen der Gesetzgeber zum Schutze des Klimas verordnet hat.

Von den Problemen, die daraus erwachsen, zeugt auch das Investitionsprogramm für die Jahre 2015 bis 2019, das Vorstandschef Martin Winterkorn dem Aufsichtsrat des Volkswagen-Konzerns präsentiert hat. Die gigantische Summe von 85,6 Milliarden Euro – das ist deutlich mehr als Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt derzeit für den Erhalt der Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung steht – wird Europas größter Automobilhersteller in den kommenden fünf Jahren investieren, um in der Branche sowohl ökologisch wie auch und ökonomisch eine führende Rolle zu übernehmen.

Vier neue SUV-Modelle

Fast ein Viertel davon, nämlich 21,9 Milliarden Euro, sollen in die Produktentwicklung fließen, in neue, besonders sparsame Antriebe, aber unter anderem auch in vier neue SUV-Modelle: Die Neuauflage des Bestseller-Modells Tiguan, die im kommenden Jahr auf den Markt kommt und erstmals auch in einer Langversion mit sieben Sitzen angeboten wird, eine zusätzliche Offroad-Variante des Golf sowie einen preiswerten SUV im XXL-Format für Kunden in USA und China.

Der ebenso bullige wie hochhackige Großkombi soll ab 2016 im US-Werk Chattanooga produziert werden und mit einem Startpreis von rund 30.000 Euro auf Kundenfang gehen. Ein Export nach Deutschland ist gottlob vorerst nicht geplant. Damit die neuen Autos die bislang vorbildliche CO2-Bilanz der Marke nicht verhageln, werden sie sparsame Motoren und Getriebe erhalten und auch mit einem an der Steckdose wieder aufladbaren Hybridantrieb lieferbar sein.

„Wir werden die CO2-Ziele erreichen um keine Strafen zahlen zu müssen – das sind wir unserem Image schuldig“, sagt ein hochrangiger VW-Manager. Er macht allerdings keinen Hehl daraus, dass die finanziellen Belastungen durch die scharfen CO2-Grenzwerte für Pkw erheblich sind – es gehe immerhin um Mehraufwendungen in Höhe von über 1500 Euro pro Fahrzeug. In Summe kämen so rund vier Milliarden Euro jährlich zusammen.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Um solche Beträge stemmen zu können, hat Volkswagen im Sommer ein breitangelegtes Programm zur Effizienzsteigerung gestartet. Rund fünf Milliarden Euro sollen bis 2017 dadurch allein bei Volkswagen eingespart werden, konzernweit rund zehn Milliarden Euro.

So gewinnt man finanziellen Spielraum, nicht nur für neue SUVs, sondern auch für das eine oder andere neue Auto. Beispielsweise für den Bugatti der nächsten Generation, der sicher auch kein Ökomobil wird.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%