WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz "Effizienz ist das große Thema"

Warum Sportwagenbauer Porsche auf den Hybridantrieb setzt und trotz Umweltauflagen den Fahrspaß noch groß schreibt.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Wolfgang Hatz Quelle: Porsche Pressefoto

WirtschaftsWoche: Herr Hatz, Hybridautos wie der neue Panamera Hybrid haben zwei Motoren an Bord. Sie sind schwer, teuer – und fahren nur kurze Strecken elektrisch. Weshalb setzt Porsche auf die Technik? 

Hatz: Der Hybridantrieb ist für uns ein wichtiger Baustein. Gerade in den USA, Japan und China verlangen die Kunden entsprechend ausgerüstete Fahrzeuge.

Rechnet sich das für Porsche?

Betriebswirtschaftlich führt der Hybridantrieb sicher nicht zu Jubelstürmen. Für die soziale Akzeptanz aber ist er ein wichtiger Baustein. Er hilft Unternehmen auch, ihren Flottenverbrauch zu senken. Deshalb baut Porsche sein Angebot in dieser Richtung weiter aus. Interessant ist, dass wir mit dem Cayenne Hybrid in dem Marktsegment bereits führend sind.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Wenn es allein um den Verbrauch geht, schneidet ein Auto mit Dieselmotor immer noch besser ab als ein Hybrid.

    Das stimmt. Deshalb sind in Europa bei großen Autos auch 50 Prozent der Neuzulassungen Dieselautos.

    Der Panamera Hybrid kostet etwa 26.000 Euro mehr als die Dieselvariante. Werden sich die Preise angleichen?

    Das wird schwierig – selbst bei allen Volumen- und Skaleneffekten und bei einer Intensivierung des Wettbewerbs. Denn der Markt drängt auf größere elektrische Reichweiten. Das bedeutet, dass der Energiespeicher im Auto wachsen muss, und das kostet Geld.

    Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring beteiligte sich Porsche mit einem Hybridauto, das einen Teil seiner Antriebsenergie aus einem Schwungrad schöpfte, das die Energie mithilfe rotierender Gewichte speichert. Eignet sich die Technik auch für Alltagsautos?

    Eher nicht, aber ich will es auch nicht ausschließen: Es hängt vom Einsatzzweck des Fahrzeugs ab. In einem Kleinwagen wird es einen Schwungradspeicher sicher nicht geben. Aber in einem Supersportwagen...

    ...an dem Porsche arbeitet...

    ...könnte ich es mir vorstellen. Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs ist für alle Autohersteller ein Thema. Aber es führt nicht nur ein Weg dahin. Manche Autos werden ihre Energie aus Batterien beziehen, andere vielleicht aus einem Schwungradspeicher, wieder andere werden den Fahrstrom mit einem kleinen Verbrennungsmotor erzeugen.

    Ist der neue Elfer für einen Hybridantrieb vorbereitet?

    Kurzfristig wird es dort keinen Hybridantrieb geben, damit würde das Auto zu schwer. Aber es wäre fahrlässig, bei einem neuen Auto eine solche Antriebsform auszuschließen. Erst recht, wenn das Wissen im Unternehmen vorhanden ist.

    Audi arbeitet mit dem A1 e-tron an einem Elektroauto, das den Fahrstrom unterwegs mit einem kleinen Wankelmotor erzeugt. Was halten Sie von der Idee?

    Es ist zumindest ein interessantes Konzept, um den Fahrern von Elektroautos die Reichweitenangst zu nehmen. In einem Flottenversuch soll sich die Technik jetzt erst einmal bewähren. Danach sehen wir weiter.

    Sind Sie den A1 e-tron schon gefahren?

    Ja. Er fährt sich wie ein Elektroauto – hat ein ordentliches Drehmoment. Bis 80 Kilometer pro Stunde ist die Welt in Ordnung. Die Autobahn hingegen ist nicht das ideale Revier.

    Top-Jobs des Tages

    Jetzt die besten Jobs finden und
    per E-Mail benachrichtigt werden.

    Standort erkennen

      Kann sich der VW-Konzern eine solche exotische Lösung leisten?

      Wenn nicht der Volkswagen, wer dann? In einem großen Konzern muss es erlaubt sein, querzudenken. Bei jedem Projekt, auch wenn es zunächst nicht ins Schema passt, lernt man etwas – das hilft allen Marken im Konzern.

      Benziner, Diesel, Hybrid, Elektro – die Budgets der Motorenentwickler splitten sich immer stärker auf. Wie wirkt sich das für Sie aus?

      Wir haben in der Tat gut zu tun, die Auslastung der Mannschaft ist hoch. Immerhin sind unsere Budgets kontinuierlich vergrößert worden. Bei Porsche geben wir inzwischen einen zweistelligen Anteil des Umsatzes für Forschung und Entwicklung aus – was viel ist.

      Porsche und Volkswagen arbeiten eng zusammen. Spart man dadurch Entwicklungsarbeit?

      Die Entwickler haben überall Ideen. Und bei Porsche haben wir uns viel vorgenommen – dabei haben wir sicherlich auch einiges aufzuarbeiten.

      In welche Richtung wollen Sie Porsche entwickeln? Die Motorleistungen sind heute schon hoch genug.

      Das hat man schon in den Achtzigerjahren gedacht. Mit unserem neuen Elfer werden wir zeigen, dass noch Verbesserungen möglich sind – in fast allen Eigenschaften. Effizienz ist das große Thema: Wir haben das Gewicht reduziert, den Verbrauch optimiert und trotzdem noch mehr Fahrspaß reingebracht.

      Bei aller Euphorie über alternative Antriebe: Der Elfer mit Verbrennungsmotor ist noch nicht das Ende?

      Keine Sorge. Nach der Baureihe 991 wird es einen Porsche 992 geben. Und das wird sicher kein Elektroauto sein. 

      © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
      Zur Startseite
      -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%