Prototyp Google stellt selbstfahrendes Auto vor

Vier Jahre lang hat Google ein selbstfahrendes Auto entwickelt, bald könnte es auf der Straße fahren - ohne Lenkrad, Gas- oder Bremspedal.

Wo Google seine Finger im Spiel hat
Google GlassEines der spannendsten Projekte des Suchmaschinen-Anbieters ist sicherlich Google Glass. Mit der Datenbrille ist es möglich E-Mails abzufragen, im Internet zu surfen, zu fotografieren und zu filmen. 2013 hat das Unternehmen erste Datenbrillen an Webentwickler und Geschäftspartner verkauft, mittlerweile ist die Brille frei verfügbar. Quelle: dpa
Online-MusikdienstGoogle stärkt sein Musikgeschäft mit dem Kauf des Streaming-Dienstes Songza, der passende Lieder für verschiedene Situationen zusammenstellt. Nutzer der Songza-App können zum Beispiel zwischen „Musik zum Singen unter der Dusche“, zum Autofahren oder zum Joggen entscheiden. Solche Song-Listen werden von Songza-Mitarbeitern zusammengestellt, es gibt Angebote für verschiedene Tageszeiten und Stilrichtungen. Zugleich kann sich auch die Software hinter dem Dienst an den Musikgeschmack der Nutzer anpassen. Die Musikauswahl kann über Daten aus dem Netz auch das aktuelle Wetter am Standort des Nutzers abgestimmt werden. Google nannte bei Bekanntgabe des Deals am Dienstag keinen Kaufpreis. Nach Informationen der „New York Times“ waren es mehr als 39 Millionen Dollar. Songza ist bisher nur in Nordamerika verfügbar und hatte Ende vergangenen Jahres 5,5 Millionen Nutzer. Der kostenlose und werbefinanzierte Dienst werden zunächst unverändert weiter betrieben, erklärte Google. Mit der Zeit werde man nach Wegen suchen, wie die Musikplattform Google Play Music von Songza profitieren könnte. Quelle: Screenshot
SatellitentechnikGoogle stärkt seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar, wie der Internet-Konzern mitteilte. Skybox bietet seinen Kunden das Beobachten gewünschter Gebiete mit detailreichen Fotos und 90 Sekunden langen Videos an. Als Dienstleistungen nennt Skybox zum Beispiel die Überwachung von Feldern auf Schädlingsbefall und die Aufsicht über Energie-Pipelines. Auch die Auswertung der Container-Bewegungen in Häfen, der Aktivität auf Flughäfen oder der Bestände auf Parkplätzen von Autohändlern ist möglich. Die Satelliten von Skybox sollen helfen, die Google-Karten auf aktuellem Stand zu halten, erklärte der Internet-Konzern am Dienstag. Außerdem hoffe Google, damit die Versorgung mit Internet-Zugängen und die Hilfe bei Unglücken und Naturkatastrophen zu verbessern. Google ist selbst bei der Entwicklung digitaler Satellitenkarten mit seinem Projekt Google Earth weit vorangekommen. Etablierte Anbieter wie DigitalGlobe oder GeoEye haben den Erdball erfasst, Skybox verspricht jedoch frischere Bilder auf Bestellung. Skybox ist einer von mehreren neuen Anbietern, die von drastisch gesunkenen Kosten für Entwicklung und Herstellung von Satelliten profitieren wollen. Sie packen ihre Technik in deutlich kleinere Satelliten als man sie früher baute. Skybox will über die Jahre rund zwei Dutzend Satelliten ins All bringen, steht bei dem Plan aber erst am Anfang. Die Skybox-Satelliten sind nach bisherigen Berichten rund 100 Kilogramm schwer. Das macht es auch günstiger, sie ins All zu bringen als früher. Die Kosten pro Satellit werden auf rund 25 bis 50 Millionen Dollar geschätzt. Quelle: Screenshot
SatellitentechnikErst im April 2014 hatte Google den Hersteller von Solardrohnen Titan Aerospace gekauft. Mit dem Kauf will Google seine Pläne vorantreiben, drahtloses Internet auch in abgelegenste Teile der Welt zu bringen. Über den Kaufpreis für das US-Unternehmen, das 20 Mitarbeiter beschäftigt, wurde nichts bekannt. Titan entwickelt solarbetriebene Satelliten. Sie sollen 2015 erstmals kommerziell in Betrieb genommen werden. Die Drohnen fliegen in rund 20 Kilometern Höhe und können dort fünf Jahre bleiben. Ihre Spannweite ist mit 50 Metern etwas kürzer als die einer Boeing 777. Medienberichten zufolge war auch Facebook an Titan interessiert. Quelle: AP
Sicherheits-GadgetsGoogle hat die Firma SlickLogin gekauft, die eine innovative Art erfunden hat, herkömmliche Passwörter mit einer zweiten Sicherheitsstufe zu ergänzen. Das israelische Start-up setzt dabei auf Ultraschall-Töne, die zwischen Smartphone und PC eines Nutzers ausgetauscht werden. SlickLogin gab die Übernahme am Sonntag bekannt, eine Preis wurde nicht genannt. Nach Informationen des Technologieblogs „Geektime“, das als erstes von dem Deal berichtet hatte, geht es um einige Millionen Dollar. Derzeit setzt Google als zweite Zugangsstufe zusätzlich zum Passwort Zahlencodes ein, die über eine App auf das Smartphone geschickt werden. Der Vorteil des von SlickLogin entwickelten Systems ist, dass die Authentifizierung automatisch laufen kann, ohne dass der Nutzer sich darum kümmern muss. SlickLogin hatte das Ultraschall-Konzept im vergangenen September vorgestellt und befand sich bis zuletzt noch in einer geschlossenen Test-Phase. Nach Informationen von „Geektime“ bestand die Firma immer noch aus den drei Gründungsmitgliedern. Quelle: WirtschaftsWoche Online
Autonome AutosNicht nur große Automobilkonzerne, auch Google forscht mit viel Aufwand an selbstfahrenden Pkw. Dafür entwickelt der Konzern selbst die Software, die das Auto steuert. Dabei will der Konzern wohl sogar eigene Fahrzeuge auf den Markt bringen, die als autonome Taxen am Straßenverkehr teilhaben sollen. Für die Produktion der Autos gab es bereits Gespräche mit dem deutschen Zulieferer Continental und dem Fertiger Magna. Quelle: dpa
Medizinische GadgetsGoogles geheime Forschungsabteilung Google X hat ihre nächste Erfindung öffentlich gemacht. Es ist eine digitale Kontaktlinse für Diabetiker, die Blutzucker-Werte kontrolliert. Google X soll für den Internet-Konzern die Grenzen des Möglichen austesten. Die Entwickler aus dem Forschungslabor testen laut einem Blogeintrag Prototypen einer Kontaktlinse, bei der zwischen zwei Schichten ein Sensor sowie ein Miniatur-Funkchip integriert sind. Die Linse messe die Glucose-Werte in der Tränen-Flüssigkeit jede Sekunde. Der Prototyp sei in mehreren klinischen Forschungsstudien erprobt worden. Die Kontaktlinse solle die Daten an eine begleitende Smartphone-App funken. Chip und Sensor seien so winzig wie Glitzer-Partikel und die Antenne dünner als das menschliche Haar. Er werde auch erwogen, für Warnsignale Mikro-LEDs direkt in die Linse zu integrieren, hieß es. Es sei noch viel Arbeit zu tun bis die Kontaktlinse als fertiges Produkt auf den Markt komme, schränkten die Entwickler ein. Google wolle sich dafür in dem Bereich erfahrene Partner suchen, die Zugang zu der Technologie bekämen. An dem Projekt arbeitet federführend der Forscher Babak Parviz mit, der schon an den Anfängen der Datenbrille Google Glass stand. Er hatte bereits 2009 demonstriert, wie man Kontaktlinsen mit LEDs versehen kann. Quelle: dpa

In einem Werbevideo hat Google einen Zweisitzer vorgestellt, der wie eine Gondel auf Rädern aussieht: Das soll es sein, ein selbstfahrendes Auto. Bereits in zwei Jahren könnten selbstfahrende Autos so weit sein, dass sie ohne menschliche Hilfe auf der Straße unterwegs sein könnten.

„In ein paar Jahren werden sie deutlich sicherer sein als ein menschlicher Fahrer", sagte Google-Mitgründer Sergey Brin auf dem Branchentreff Code Conference zu den autonomen Autos. „Sie werden sehen, dass sie bald herumfahren werden. Wir wollen erklären, was das eigentlich ist."

Seit einigen Jahren arbeitet Brin mit seinem Team in Googles Geheimlabor X unweit des Hauptgebäudes in Mountain View an dem futuristischen Fahrzeug. Aufgebaut hat das Forschungslabor der Solinger Sebastian Thrun. Der weltweit führende Experte für Robotik und künstliche Intelligenz arbeitet hier intensiv an den zum Teil verrückt wirkenden Ideen von Page und Brin. Acht Milliarden US-Dollar des Google-Budgets fließen jedes Jahr in Forschung und Entwicklung.

Insgesamt gibt es acht Projekte, die in dem Geheimlabor entwickelt werden. Ziel ist es, Technologien zu entwickeln, die zwar noch weit von der Marktreife entfernt sind, in denen Google aber revolutionäres Potenzial sieht, wie etwa schwebende Windturbinen oder auch Google Glass. Das Google-Auto ist eines der ganz großen Vorzeige-Projekte, mit dem das Unternehmen offensiv wirbt.

Der neue Prototyp des Autos verfügt weder über ein Lenkrad, noch über ein Gas- oder Bremspedal. Stattdessen steuert sich das Fahrzeug über Sensoren und Software selbst. Es soll vorerst mit einer Geschwindigkeit von maximal 40 Stundenkilometern unterwegs sein, um so Unfälle und Opferzahlen im Straßenverkehr zu verringern.

„Wir planen, etwa hundert dieser Fahrzeuge zu bauen. Im Verlauf des Sommers werden unsere Testfahrer frühe Versionen dieser Autos, die über manuelle Kontrollen verfügen werden, ausprobieren", erklärt Projektleiter Chris Umerson in einem Blogbeitrag. „Wenn alles gut läuft, wollen wir hier in Kalifornien in den kommenden Jahren ein kleines Pilotprogramm durchführen."

Es ist das erste von Google entwickelte selbstfahrende Auto: Bislang hatte der Konzern auf auf existierende Modelle gesetzt und diese mit eigener Technologie ausgestattet wurden. Bislang ist aber vorgesehen, dass der Fahrer in bestimmten Situationen wieder die Kontrolle des Fahrzeugs übernehmen kann. Die Autobranche sieht in dem autonomen Fahren einen vielversprechenden Zukunftstrend - und arbeitet selbst an entsprechenden Modellen.

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Bereits Mitte der 90er Jahre sind Audi-Entwickler mit einem Auto von München bis Dänemark gefahren, ohne ein einziges Mal ins Lenkrad zu greifen. Damals war das Thema noch so heikel, dass niemand sich traute von "autonomen Fahrzeugen" zu sprechen. Die Rede war stets von "Fahrerassistenz". Die Tatsache, dass ein Computer sicher durch den Straßenverkehr lenken könnte, schien damals noch viel zu futuristisch.

Inzwischen wächst die Akzeptanz. Erst kürzlich hat Volvo in einem Pilotprojekt hundert selbstfahrende Autos durch den Göteborger Berufsverkehr geschickt. Damit schuf das Unternehmen nicht nur Aufmerksamkeit. Es wurde deutlich, dass gerade im Stop-and-Go-Verkehr der Computer sehr sicher unterwegs ist. Angeblich sollen bereits 2017 die ersten autonomen Autos auf schwedischen Straßen zugelassen werden.

Die Automobilbranche ist für den Wandel auf jeden Fall bereits gerüstet. Unter anderem Nissan hat angekündigt bis 2020 selbstfahrende Autos auf den Markt bringen zu wollen. Audi, BMW und VW stehen ebenfalls in den Startlöchern.

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