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Rad Dem Fahrrad gehört die Zukunft

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Radschnellweg statt Schnellstraße

Groningen: Die Universitätsstadt mit 200.000 Einwohnern hat Parkhäuser mit Anzeigetafeln gebaut, die den Radfahrer zu freien Stellflächen lotsen. Die Parkhäuser wirken hell und freundlich und liegen direkt neben Bus- und Bahnstationen.

Eindhoven: Eine ringförmige Brücke erlaubt es Radfahrern in der südholländischen Stadt, eine viel befahrene Autokreuzung ohne Stopp zu überqueren. Der 2012 eröffnete Hovenring gilt inzwischen als architektonisches Meisterwerk.

Twente: Die Grenzregion zu Deutschland baut einen 62 Kilometer langen Radschnellweg, der die Städte Enschede, Almelo und Nijverdal verbindet. Ein Drittel der 80 Millionen Euro teuren Strecke ist bereits gebaut oder befindet sich in Planung.

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Im Kampf gegen die Auto-Lobby

Nordrhein-Westfalen plant nun ein ähnliches Megaprojekt, von dem sich Befürworter wie ADFC-Chef Syberg eine „positive Signalwirkung“ erhoffen. 2014 präsentierte der Regionalverband Ruhr, ein Netzwerk lokaler Städte und Kreise, eine Machbarkeitsstudie für einen 100 Kilometer langen Radschnellweg von Duisburg über Essen, Bochum und Dortmund nach Hamm. Kosten: 184 Millionen Euro. Der gesellschaftliche Nutzen soll fünf Mal höher liegen, weil sich täglich etwa 400.000 Pkw-Kilometer einsparen ließen. Kritiker bezweifeln das.

Noch immer lösen solche Vorhaben heftige Reaktionen aus, wie auch ein Projekt in der viel befahrenen Rosenheimer Straße in München zeigt. Die Autolobby opponierte erfolgreich, dass Radfahrer auf der Einfallsstraße mehr Platz erhalten sollten.

Mobilität



Der Streit schaffte es gar in den Kooperationsvertrag der großen Koalition in München von SPD und CSU. Radwege würden nur „unter der Bedingung“ gebaut, „dass bestehende Fahrspuren erhalten werden können“. Die Fachleute der Stadt fürchten nun ein unlösbares Dilemma: Es soll zwar mehr Geld für Radwege geben, aber weniger Spielraum für die Umsetzung. Kluge Verkehrspolitik sei so nicht möglich.

Auch in London gab es Widerstand gegen die Pläne des Bürgermeisters. Doch Johnson setzte sich durch – und ebnete so den Weg für neue Ideen. Aktuell diskutiert London über Radwege auf Stelzen und sogar über der Themse. Wer die Fluss-Strecke nutzen will, soll 2,50 Euro pro Fahrt zahlen – damit wenigstens ein Teil der Investitionen von 760 Millionen Euro wieder hereinkommt.

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