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Selbstfahrendes Auto GM und Toyota arbeiten am elektronischen Chauffeur

Für viele klingt es nach „Knight Rider“, doch das selbstfahrende Auto steht kurz vor der Marktreife. General Motors will solche Systeme in zwei Jahren in seinen Autos anbieten.

Mit umgebauten Cadillac CTS will General Motors das vernetzte Fahren erproben. Quelle: Cadillac

Mit 110 Stundenkilometern über den Highway zu fahren, klingt keineswegs außergewöhnlich. Wenn das Auto das allerdings selbstständig macht, ist das etwas Besonderes. Und wenn dieses Auto keine reine Zukunftsvision ist, sondern im Sommer 2016 in den Handel kommen soll - dann wird es richtig interessant.

Zalreiche Autobauer tüfteln bereits seit Jahren am selbstfahrenden Auto, Daimler bietet ein solches System bereits in seiner S-Klasse an – aber nur bei niedrigen Geschwindigkeiten, im Stau etwa. Der US-Konkurrent General Motors (GM) will aber einen Schritt weiter sein und ein selbstfahrendes Auto seiner Marke Cadillac in zwei Jahren auf den Markt bringen. So hat es der Konzern zumindest auf einer Konferenz der Gesellschaft für Intelligenten Transport (ITS) in Detroit angekündigt. Das Cadillac-System soll aber nicht nur im Stop&Go-Verkehr, sondern auch bei Autobahngeschwindigkeit funktionieren.

General Motors hat seinem neuartigen System den Namen „Super Cruise“ verpasst. Es hat integrierte Kameras und Radare, die das Auto in der Mitte der Fahrbahn und in sicherer Entfernung zu vorausfahrenden Wagen halten. Sobald der Verkehr einmal stoppt, bremst das System auch das Auto ab – oder schaltet in den Stop&Go-Modus.

Für GM-Chefin Mary Barra ist das Fahren ohne Pedale und Lenkrad der „wahre Luxus“. „Wenn Ihnen auf der Autobahn vom kalifornischen Barstow nach Las Vegas der Sinn danach steht, können Sie sich eine Lenkpause gönnen und das Auto die Arbeit machen lassen“, sagte Barra in ihrer Rede bei der ITS-Konferenz stolz. Ganz entspannen könne sich der Fahrer aber nicht, er müsse weiter den Verkehr beobachten.

Bis zum fahrerlosen Auto dauert es noch

„Die Sensorentechnologie ist noch nicht an dem Punkt, an dem der Fahrer sich einfach verabschieden kann“, sagte der GM-Direktor für globale Sicherheitsstrategie, John Capp. Deshalb arbeitet der Konzern an einem Überwachungssystem, das die Aufmerksamkeit des Fahrers sicherstellen soll. Da dem Fahrer bei diesem System immer noch eine wichtige Rolle zukommt, spricht GM auch nur von einem teilautonomen Fahren. „Irgendwann wird es vielleicht ein fahrerloses Auto geben“, sagte GM-Cheftechnologe Jon Lauckner. „Doch bis zu diesem Zeitpunkt in der Zukunft ist es noch eine gehörige Entfernung.“

Die teure und aufwändige Technik soll in einem Auto der GM-Premiummarke GM debütieren, und zwar in einer Preisklasse, „in der wir bislang noch nicht vertreten sind“, sagte Barra. Das neue Modell dürfte also über der Limousine CTS positioniert werden und die deutschen Luxus-Liner Audi A8, BMW 7er und Mercedes-Benz S-Klasse ins Visier nehmen.

Auch Toyota arbeitet am autonomen Fahren

Ganz ähnlich wie die GM-Technologie liest sich die Vision von Toyota, wie sich die Japaner unfallfreies Fahren vorstellen. Das System von Toyota nennt sich AHDA (Automated Highway Driving Assist) und arbeitet nach einem vergleichbaren Prinzip. Ein im Kühlergrill montiertes Radar überwacht den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und passt diesen laufend an, eine Frontkamera erfasst die Fahrbahn und hält das Autop selbstständig in der Spur. AHDA ist auf die Verkehrsbedingungen amerikanischer Highways ausgelegt und arbeitet bis zu Geschwindigkeiten von 70 Meilen pro Stunde, also 113 km/h.

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