Spritpreise zur Ferienzeit Nur Dumme tanken morgens

Pünktlich zu den Sommerferien steigen deutschlandweit die Spritpreise. Wo es sich am günstigsten tanken lässt - und wo Ihnen das Benzin besser nicht ausgehen sollte.

Kostenfalle Tankstelle: Wer in den Urlaub fährt, sollte sich gut überlegen, wann und wo er sein Auto volltankt. Quelle: dpa

Die Ferien haben begonnen, das Auto ist vollgepackt und die Vorfreude auf den Urlaub steigt. Aber Vorsicht: Wer in diesen Tagen in den Urlaub starten möchte, der sollte sein Auto am besten schon am Abend vorher tanken. "Frühmorgens sind die Preise in der Regel am höchsten. Zwischen 18 und 20 Uhr liegen sie dagegen im Durchschnitt am niedrigsten", sagt Jürgen Albrecht, Leiter der Verkehrspolitik im Automobilclub ADAC.

Dieser Trend ist deutschlandweit erkennbar. Darüber hinaus unterscheiden sich jedoch die Preise pro Liter Benzin um bis zu acht Cent pro Liter je nach Bundesland - macht bei einer Tankfüllung rund fünf Euro. Der Abstand zwischen dem günstigsten und dem teuersten Bundesland beträgt derzeit vier Cent bei Superbenzin und knapp vier Cent bei Diesel.

Ein Vergleich der bundesweit rund 14.000 Tankstationen, den der ADAC anlässlich des Ferienstarts für die "Welt" durchführte, zeigt auch: Berlin und Brandenburg gehören zu den Spitzenreitern, wenn es um günstiges Tanken geht. Nordrhein-Westfahlen, bisher ebenfalls auf den vorderen Plätzen, rutscht dagegen ins Mittelfeld ab.

Wie viel Sprit Ihr Auto wirklich schluckt
Erschütterndes TestergebnisVon den 91 geprüften Fahrzeugen lag der im Unterschied zu den Herstellerangaben festgestellte Mehrverbrauch bei 55 Wagen teils deutlich über der Marke von zehn Prozent. Diese Grenze muss laut herrschender Rechtsprechung überschritten werden, wenn der Autokaufvertrag erfolgreich angefochten werden soll. Voraussetzung dafür ist in aller Regel auch das Gutachten eines anerkannten Sachverständigen, der die besagte Verbrauchsdifferenz bestätigen muss. Die Bildergalerie zeigt die Testergebnisse ausgewählter Fahrzeuge: Die erste Ziffer gibt immer den Spritverbrauch laut Hersteller an. Die zweite den tatsächlichen Verbrauch im Rahmen des ACE-Tests. Quelle: dapd
Ford FocusFocus 1.6 Ti-VCT: Werksangabe: 6,6 Liter Super - ACE-Test: 7,9 Liter Focus 1.6 TDCi TREND: Werksangabe: 5,1 Liter Diesel - ACE-Test: 5,2 Liter Focus 2.0 TDCi: Werksangabe 4,9 Liter Diesel - ACE-Test 5,1 Liter Quelle: obs
Opel CorsaCorsa 1.7 CDTI Cosmo: Werksangabe: 4,8 Liter Diesel - ACE-Test: 5 Liter Quelle: obs
Audi Q3Q3 2.0 TDI Quattro S tronic: Werksverbrauch: 5,9 Liter Diesel - ACE-Test: 7,9 Liter Quelle: obs
Audi A4 A4 1.8 TFSI: Werksangabe: 7,1 Liter Super - ACE-Test: 8,1 Liter A4 2.7 TDI Avant Multitronic: 6,4 Liter Diesel - ACE-Test; 6,5 Liter Quelle: obs
Audi A6 AvantA6 Avant 2.0 TDI: Werksangabe: 5,8 Liter Diesel - ACE-Test: 6,7 Liter A6 Avant 3.0 TDI quattro: Werksangabe: 5,8 Liter Diesel - ACE-Test: 6,9 Liter Quelle: obs
Škoda RapidRapid 1.9 TDI: Werksangabe: 4,4 Liter Diesel - ACE-Test: 4,6 Liter Quelle: dpa

Günstige Städte, teures Land

Der Wettbewerb zwischen den Ölkonzernen ist je nach Region unterschiedlich. In den Städten sind Benzin und Diesel vergleichsweise günstiger, auf dem Land dagegen teurer. Dort gibt es weniger Tankstationen und somit weniger Konkurrenz - Grund genug für die Konzerne, die Preise in die Höhe zu treiben.

Der ADAC geht davon aus, dass sich die Spritpreise in den ersten Ferienwochen weiter verändern werden. "Wir erwarten, dass zum Ferienbeginn noch ein Preiseffekt spürbar sein wird, aber der wird nicht mehr so ausgeprägt sein wie in den vergangenen Jahren", sagt Albrecht. Der Grund: Zwar nutzten die großen Ölkonzerne die Ferien dafür, die Preise ordentlich in die Höhe zu treiben. Allerdings seien die Schwankungen nicht mehr so groß wie früher. Stattdessen verlagerten sich die Preissprünge jetzt auf die einzelnen Tage und könnten je nach Wochentag stark variieren, so Albrecht.

Das sind die meistverkauften Erdgas-Modelle
Platz 10: Fiat FiorinoGerade einmal 3200 Erdgasautos wurden in den ersten sieben Monaten in Deutschland verkauft. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum verkauften Händler 1,8 Millionen Fahrzeuge. Die Erdgas-Autos machen also gerade einmal 0,2 Prozent aller Neuwagen aus. Fiat bietet die meisten Modelle an, etwa den Fiat Fiorino der zwischen Januar 2011 und Juli diesen Jahres 161 Mal verkauft wurde.* Die Auswahl an Erdgas-Modellen ist bisher gering. Viele Autofahrer wissen aber auch noch zu wenig über die Vorteile von Erdgasfahrzeugen... * Quelle: Car Center of Automotive Research Quelle: Fiat
Platz 9: Fiat DobloAußer Fiat bieten Opel, Mercedes und Volkswagen Erdgasfahrzeuge an - das war es auf dem deutschen Markt aber auch. Zählt man alle Karosserievarianten zusammen gibt es derzeit in Deutschland 400 unterschiedliche Pkw-Modelle zu kaufen - nicht einmal 20 davon haben einen Erdgas-Tank. Der Fiat Doblo ist einer davon und hat 227 Käufer gefunden.* * Im Zeitraum 2011 bis 31. Juli 2012 Quelle: Fiat
Platz 8: Fiat PandaDer kleine Flitzer ist ebenfalls mit Erdgas-Antrieb zu haben. Zwischen 2011 und Juli 2012 verkauften die Italiener 325 Modelle. Die geringen Verkaufszahlen werden den Vorteilen des Erdgas-Autos nicht gerecht, denn die Treibstoffkosten sind um ein Vielfaches niedriger als bei den traditionellen Benzin- und Dieselfahrzeugen. Zum Vergleich: Der Energiegehalt von einem Kilogramm Erdgas entspricht 2 Liter Autogas (LPG), bzw. 1,5 Liter Benzin bzw. 1,3 Liter Diesel. Erdgas ist damit derzeit auch der preisgünstigste Kraftstoff mit etwa 0,60 Cent/Liter. Quelle: Reuters
Platz 7: Fiat PuntoDer Punto hatte in der Erdgas-Variante bisher den größten Erfolg aller Fiat-Fahrzeuge - wenn man bei den geringen Absätzen überhaupt von Erfolg sprechen möchten. 381 Mal fand er zwischen Januar 2011 und Juli 2012 einen Käufer. Wie alle Erdgasfahrzeuge stößt der Punto rund 75 Prozent weniger Kohlenmonoxid und 25 Prozent weniger Kohlendioxid aus - außerdem rund ein Fünftel weniger Kohlenwasserstoff und Stickoxide. Quelle: REUTERS
Platz 6: Mercedes E-KlasseEs ist das einzige Modell des Premium-Autobauers, dass es unter die Top Ten der meistverkauften Erdgasfahrzeuge schafft - mit gerade einmal 637 verkauften Modellen. Da ist die Marke mit dem Stern andere Dimensionen gewohnt. Auf dem Autosalon in Paris stellt Mercedes die neue B-Klasse 200 Natural Gas Drive vor. Im Erdgasbetrieb liegt der Verbrauch des 156 PS-starken Fünfsitzers bei lediglich 4,2 Kilogramm auf 100 Kilometer. Anfang 2013 soll er beim Händler stehen. Quelle: Mercedes
Platz 5: Zafira TourerDas Opel-Modell war 2011 noch nicht auf dem Markt, steigt 2012 mit bisher 224 verkauften Exemplaren vergleichsweise stark in den Markt ein. Zur Rettung des angeschlagenen Autobauers werden die homöopathischen Absätze jedoch kaum beitragen können. Bei der geringen Anzahl an verkauften Fahrzeugen wundert es nicht, dass auch das Tankstellennetz noch schlecht ausgebaut ist. Der ADAC zählt aktuell rund 900 Erdgastankstellen in Deutschland. Quelle: Opel
Platz 4: Opel ZafiraAls erster im Ranking knackt der Zafira die Tausendermarke. Mit 1196 verkauften Modellen liegt er auf Platz vier. Das erste erdgasbetriebene Fahrzeug entwickelte übrigens 1984 der schwedische Autobauer Volvo. Das mag ein Grund dafür sein, dass dieser Antriebstyp in Schweden schon deutlich verbreiteter ist als hierzulande. Auch in Italien und der Schweiz sind Erdgas-Fahrzeuge populärer. Quelle: Opel

Auch andere Experten stellen fest, dass hohe Preisschwankungen nicht mehr zu bestimmten Ereignissen stattfinden, sondern sich tagtäglich abspielen. "Früher waren es drei bis vier Cent, heute liegen die Benzinpreise im Verlauf eines Tages um zehn bis 15 Cent auseinander", sagt Rainer Wiek, Chefredakteur des Energie-Informationsdienstes (EID).

Dass die Preise jetzt besonders stark steigen, liegt auch daran, dass die Tankstationen im April und Mai geringen Gewinn gemacht haben. Das solle jetzt durch große Preissprünge ausgeglichen werden. Denn in den kurzen Stunden mit besonders hohen Preisen bleibt entsprechend mehr in der Kasse hängen.

"Autofahrer können jeden Tag günstig tanken oder zumindest teure Zeiten vermeiden", sagt Albrecht. Man müsse nur hinschauen, wann und wo man den Tank am besten fülle.

Wer einen Diesel fährt, kann vor allem in Bremen günstig tanken, der Literpreis liegt dort bei 1,356 Euro. Teuer wird es dagegen mit 1,407 Euro pro Liter im Saarland. Benzinfahrer sollten Brandenburg meiden, wo ein Liter Benzin 1,583 Euro kostet. Günstig tanken können sie stattdessen ebenfalls in Bremen, für 1,542 Euro pro Liter.

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