Straßenschäden Sommerhitze lässt den Beton explodieren

Bei extremer Hitze leiden nicht nur die Menschen, sondern auch die Straßen – wie sich am Wochenende wieder einmal gezeigt hat.

Bauarbeiter reparieren die A57 in der Nähe von Goch (Nordrhein-Westfalen): Die große Hitze ließ auf der A57 an der niederländischen Grenze die Fahrbahndecke aufplatzen. Quelle: dpa

Seit Tagen herrschte über Deutschland eine brütende Sommerhitze, vielerorts kletterte das Thermometer über 35 Grad. Auch die Deutsche Bahn hatte mal wieder mit den Klimaanlagen in den Fernzügen zu kämpfen. In Leipzig musste am Freitagabend ein überhitzter ICE geräumt werden, eine Weiterfahrt war unmöglich.

Doch nicht nur der Schienenverkehr litt unter der flächendeckenden Hitze, auch für die A57 bei Goch waren es ein paar Grad zu viel: Am Sonntag brach auf der Autobahn Richtung Köln die Fahrbahn auf. Etwa zehn Autos fuhren noch über die beschädigte Stelle, die teilweise wie eine Sprungschanze wirkte. Einige Fahrzeuge wurden beschädigt, verletzt wurde zum Glück niemand. Die A57 musste auf einer Länge von drei Kilometern gesperrt werden.

Weniger Glück hatte im vergangenen Sommer ein Motorradfahrer in Bayern: Augenzeugenberichten zufolge wölbte sich die Fahrbahn in Sekundenbruchteilen direkt vor dem Motorrad des 59-Jährigen, der nicht mehr ausweichen konnte. Er verstarb noch an der Unfallstelle.

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Solche sogenannten "Blow Ups" treten besonders häufig an alten Autobahn-Abschnitten auf, die noch aus Betonplatten gebaut sind. Pro Grad Temperaturunterschied dehnt oder schrumpft eine Betonplatte um einen Zehntel Millimeter. Haben sich nach Jahren der Belastung die Betonplatten bereits teilweise vom Boden gelöst, kann sich bei hohen Temperaturschwankungen die Spannung potenzieren – und im Extremfall explosionsartig abbauen.

Das Problem lässt sich auf die Schnelle nicht lösen, Straßenmeistereien mahnen bei hohen Temperaturen auf alten Betonstrecken zur Vorsicht. Außer regelmäßigen Kontrollen sind ihnen die Hände gebunden, für einen Neubau der betroffenen Straßen fehlt das Geld.

Eine Billion Euro für die Verkehrswege

Auf rund 300 Milliarden Euro beziffert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung den Investitionsbedarf für Erhalt, Aus- und Neubau von Straßen. Rechnet man noch Schienen, Flughäfen und Schifffahrtswege hinzu, kommen die DIW-Experten auf eine Summe von einer Billion Euro. Nach der Haushaltsplanung bis 2017 sind aber nur rund zwölf Milliarden Euro jährlich geplant, weniger als fünf Milliarden davon für die Fernstraßen.

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Hinzu kommt: Die Qualität der deutschen Straßen verschlechtert sich zunehmend. Laut dem ADAC ist bereits jede zweite Straße beschädigt, doch bei Bund, Länder und Kommunen fehlt das Geld für den Erhalt der verschlissenen Verkehrswege. Wie der ADAC vom Deutschen Asphaltverband (DAV) erfahren hat, ging die Asphaltproduktion im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 41 Millionen Tonnen zurück. Daraus folgert der Autoclub, dass immer weniger für den Straßenerhalt ausgegeben wird.

"Anstatt die Straßen ordentlich zu reparieren, wird vielerorts nur Flickschusterei betrieben. Aber Schlaglöcher zu stopfen reicht nicht, um die Qualität der Straßen dauerhaft zu erhalten", sagt der ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Klaus Becker.

Im Sommer leiden die Straßen unter der Hitze, im Winter hinterlassen Frost und Straßenräumdienste ihre Spuren. Rund 70 Prozent des Gütertransports und 80 Prozent des Personenverkehrs rollen in Deutschland über die Straßen – tagtäglich. Bis 2025 werden diese Zahlen laut einer Prognose der Bundesregierung nochmals um rund zwei Drittel steigen - falls es die Straßen noch aushalten.

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