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Umweltschutz Grüne Jedis gegen VW

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Drittens packt Greenpeace seine Klientel beim Spieltrieb. Das ist ebenfalls clever, denn sie stellt die erste Generation dar, zu deren Alltag Computerspiele gehörten. Auch wer der Kampagne beitritt, soll spielen ("Andere Rebellen rekrutieren und die Rebellion größer machen deine Aufgabe ist"). Jeder geworbene Mitstreiter erhöht den eigenen Rang innerhalb der Rebellenorganisation, man dient sich hoch vom Baby-Ewok- bis zum Yoda-Status. Das ist Wettbewerb um lustige, aber nutzlose digital candies, nur den besten Jedi-Rittern schenkt Greenpeace etwas zum Anfassen: ein T-Shirt.

Gamification, die Präsentation als Spiel, macht Berater Raymond zufolge die Popularität guter Kampagnen aus. Aber man darf zweifeln, ob Beliebtheit auch politischem Erfolg entspricht. Wie viel ist eine politische Aussage wert, wenn ihr vor allem der Wunsch zugrunde liegt, Yoda zu werden oder ein TShirt zu ergattern? Lässt sich Klimaschutz spielerisch erreichen?

Schon seit Jahren wählt Greenpeace immer wieder große Unternehmen zum Gegner. Mitte der neunziger Jahre wurde vor allem die Aktion gegen Shell bekannt – der Konzern wollte damals die ausrangierte Ölplattform Brent Spar im Meer versenken. Mehr noch als mangelnden Umweltschutz prangert Greenpeace diesmal die vermutete Einflussnahme von VW auf gesetzgeberische Prozesse an. Das macht die Botschaft einfach und leicht kommunizierbar – Umweltschutz ist demgegenüber komplizierter. Dass die Versenkung einer alten Ölplattform nicht unbedingt die schlechteste Möglichkeit sein muss, haben inzwischen auch viele Greenpeace-freundliche Zeitgenossen eingesehen. Lobbyismus indes eignet sich weitaus besser als Vorwurf, weil die Einflussnahme von Interessengruppen auf den Gesetzgeber der öffentlichen Meinung zufolge per se schlecht ist.

Unterhaltsam ist die Kampagne VW Darkside allemal. Gemessen an der Zahl der Rebellen ist sie durchaus erfolgreich. Ob die Jedi aber nur spielen wollen oder wirklich etwas gestalten können, müssen sie erst noch beweisen. Meister Yoda würde es wohl so formulieren: "Leicht es ist, zu beginnen eine Rebellion. Schwieriger es wird sein, sie durchzuhalten bis zum Schluss."

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