US-Studie Autofahrer misstrauen Einparkhilfen

Einparkhilfen parken laut einer neuen Studie akkurater und schneller als Menschen ein. Trotzdem trauen die meisten Autofahrer der neuen Technologie nicht – und das nicht ganz zu unrecht.

Die meisten Autofahrer parken ihr Fahrzeug lieber selbst ein. Quelle: AP

Immer mehr Autohersteller bauen Selbstpark-Systeme in ihre Fahrzeuge ein. Aber dabei wollen Autofahrer gar nicht die Kontrolle über ihren Wagen abgeben. Das hat der US-Verkehrsclub American Automobile Association (AAA) in seiner aktuellen Studie herausgefunden. Vier Fahrer testeten fünf Automodelle: Jeder parkte jeweils fünfmal selbst und fünfmal unter Anleitung der Technologie ein.

80 Prozent der Befragten vertrauen lieber in ihre eigenen Einparkfähigkeiten – nur jeder vierte Fahrzeugführer würde sein Auto durch die neue Technologie einparken lassen. Trotz des Misstrauens haben die Forscher herausgefunden, dass die automatischen Systeme besser einparken können als die Testpersonen.

Was an modernen Autos am meisten nervt
Warnhinweise ohne EndeStändig schauen Assistenzsysteme dem Fahrer auf die Finger und melden sich mit Blinken und Piepen: Ob der Totwinkelassistent, die Verkehrsschilderkennung, der Spurhalteassistent oder der Abstandsassistent. Immer wieder mischen sie sich ein und entmündigen den Fahrer. Quelle: dpa
Schlechte RundumsichtZunehmende Anforderungen an Design und Sicherheit sorgen für flach ansteigende Dachlinien oder breite A-, B-, oder C-Säulen. All das behindert eine gute Rundumsicht. Quelle: obs
Die EinparkhilfeKaum ein Einparken ohne Piepen. Obwohl oft noch ausreichend Platz zum Rangieren ist, schlägt die Einparkhilfe immer wieder Alarm. Quelle: dpa
Das vernetzte AutoSeitdem auch das Auto online ist, greift die ständige Erreichbarkeit und Zerstreuung vom Smartphone auf das Fahrzeug über. Das führt zu noch mehr Ablenkung, von der die zahlreichen Fahrtassistenten schon genug mit sich bringen. Quelle: dpa
Von innen zu entriegelnde TankdeckelSie haben schon für viele Ehrenrunden rund ums Auto gesorgt: Tankdeckel, die sich nur von innen entriegeln lassen. Zu oft fällt es einem erst dann ein, wenn man schon davor steht. Quelle: dpa
TastenchaosMehr Technik, mehr Knöpfe: Viele Extras erleichtern uns das Autofahren, füllen das Armaturenbrett jedoch mit vielen Knöpfen und Anzeigen. Diese sind außerdem oftmals konfus angeordnet und schlecht zu erreichen. Quelle: obs
Sound EngineeringDie Technik entwickelt sich weiter, wird sparsamer – und dadurch leiser. Weil der Motor nicht mehr selbst röhrt, helfen Autohersteller nach. Nur sind diese unterlegten Geräusche nicht authentisch und klingen künstlich. Quelle: dpa
Schwerhörige SprachsteuerungenOb die Sprachsteuerung den Fahrer versteht, ist oftmals Glückssache. Gerade nach Orts- und Straßennamen ertönt immer wieder gerne: „Wie bitte?“ Quelle: dpa
Streikendes BluetoothMusik vom Handy aufs Soundsystem? Bluetooth macht’s möglich – theoretisch. Oft  verweigern Auto und Handy die Zusammenarbeit – entweder weil das Gerät nicht gefunden wird oder die Musik darauf. Quelle: dpa
Piepen fürs AnschnallenAnschnallen vergessen? Sofort meldet sich das Auto mit einem Piepen zu Wort. Das ist sinnvoll, stört aber trotzdem – vor allem wenn nur ein schwerer Rucksack auf dem Beifahrersitz liegt und das Auto denkt, er sei ein Mensch. Quelle: Fotolia

Die automatischen Systeme parkten das Fahrzeug zehn Prozent schneller als die Testpersonen ein. Beim parallelen Parken brauchten die Einparksysteme fast die Hälfte weniger Züge – meistens nur einen, während die Autofahrer im Durchschnitt zwei- bis dreimal korrigieren mussten. Dabei stellten die Selbstparksysteme das Auto etwa 37 Prozent näher am Bordstein ab.

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Auch wenn die neue Technologie schneller und akkurater als Menschen einparkt, hat auch sie einige Mängel. Der Verkehrsclub stellte fest, dass manche Systeme das Auto zu nah am Bordstein abstellten.

Die Folge: Die Technologie beschädigte Felgen und Reifen.

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