Valley Talk

Mittwoch ist Teslas Schicksalstag

Matthias Hohensee Quelle: Frank Beer für WirtschaftsWoche
Matthias Hohensee Korrespondent (Silicon Valley)

Der Multiunternehmer und Tesla-Gründer Elon Musk widerlegt seine Zweifler immer wieder. Aber wie lange schafft er das noch? Zweifel kommen auf, zumal das Interesse an E-Autos sinkt.

Der Tesla-CEO Elon Musk Quelle: AP

Gegen Elon Musk zu wetten ist nicht ratsam. Der gebürtige Südafrikaner gehört zu den wenigen Gründern im Silicon Valley, die immer wieder bahnbrechende und riskante Ideen erfolgreich umsetzen. Musk gründete das Raumfahrtunternehmen SpaceX und schoss Raketen ins All. Zuletzt brachte er den Solaranbieter SolarCity an die Börse. Selbst mit seinem Sorgenkind, dem Elektroautohersteller Tesla Motors, widerlegt er seine Kritiker immer wieder: Mehrmals stand das Unternehmen auf der Kippe, mal aus Geldmangel, mal wegen technischer Probleme.

Von der nächsten Woche hängt vieles ab

Doch Musk hielt Tesla finanziell über Wasser. Er gewann Daimler und Toyota als Investoren und ging mit Batteriehersteller Panasonic eine Kooperation ein. Im Juni 2010 brachte er Tesla an die Börse. Und unbeirrt investierte Musk in die Produktion von Fahrzeugen, obwohl ihm Berater längst empfohlen hatten, sich auf die Rolle als Zulieferer für große Autokonzerne zurückzuziehen. Doch das hätte bedeutet, dass sich der Autobauer an deren Tempo bei der Einführung von Elektrofahrzeugen hätte anpassen müssen. Musk wollte schneller vorankommen. Nach dem größtenteils in Europa gefertigten Sportwagen Tesla Roadster rollt daher seit Sommer vergangenen Jahres in einer Fabrik am Rande des Silicon Valley die viertürige Limousine Model S vom Band.

Serienstart für den Tesla S
Mit seinem neuen Model S möchte der kalifornische Autobauer Tesla nun den Massenmarkt erorbern. Quelle: PR
Das Modell S soll mit 20 000 Exemplaren serienmäßig an den Markt gebracht werden - eine Herausforderung für den Elektroautobauer, der für seinen Zweisitzer Roadster nur 2 000 Exemplare hergestellt hat. Quelle: PR
Im neuen Wagen soll dagegen fünf Personen Platz finden, für zwei Kinder soll es gar noch Raum hinter der zweiten Sitzreihe geben. Quelle: PR
Tesla fordert mit seinem neuen Wagen auch dem deutschen Autobauer BMW heraus - In Puncto Klasse sehen Experten in dem neuen Tesla einen direkten Konkurrenten zum BMW M5. Quelle: PR
Ausrüsten kann man den S mit Batterien verschiedener Reichweite. Bis zu 500 Kilometer verspricht die Batterie mit einer Ladung von 85 Kilowatt. Quelle: PR
Top Geschwindigkeit mit der 85-Kilowatt-Batterie: bis zu 200 km/h. Quelle: PR
Zudem soll der Wagen mit dieser Energieausstattung in nur 5,6 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen können. Quelle: PR
Listenpreis, je nach Ausstattung und Batteriekapazität: Zwischen 49 000 und 97 900 US-Dollar. Quelle: PR

Bisher hat Musk alle Klippen umschifft. Doch sein größtes Manöver steht nächste Woche bevor. Mittwoch gibt Tesla die Verkaufszahlen des vierten Quartals bekannt. Dann muss das Unternehmen bekannt geben, ob es tatsächlich im vergangenen Jahr 3000 Fahrzeuge verkauft hat, wie geplant. Und vor allem, ob die Nachfrage nach der Elektrolimousine immer noch so groß ist wie in den vergangenen Jahren, als Fans mehr als 12.000 Autos vorbestellten.

Musk hat ein profitables Quartal in Aussicht gestellt. Lag er falsch, geht seinem hoch verschuldeten Unternehmen das Geld aus.

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