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Wasserstoffautos Brennstoffzelle reloaded

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Opel Hydrogen3 an einer Quelle: AP

Nicht nur für Zetsche sind das gute Gründe, an die Zukunft der Brennstoffzelle zu glauben. Deshalb haben sich neben Daimler auch Unternehmen wie Toyota, BMW, General Motors/Opel, Volkswagen, Ford sowie Total und Shell zur Clean-Energy-Partnership zusammengeschlossen. 13 Unternehmen gehören ihr an. Ihr Ziel: Bis 2015 sollen Wasserstoffautos nicht nur serienreif, sondern auch bezahlbar sein. Dafür wollen sie gleichzeitig die Zahl der Wasserstofftankstellen von heute 27 auf mindestens 1000 erhöhen – mit Kosten von 1,7 Milliarden Euro. Ein ehrgeiziges Ziel.

Denn dabei gibt es ein Problem. „Irgendwo muss der Wasserstoff erzeugt werden, den die Fahrzeuge tanken“, sagt Willi Diez, Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Geschieht das mit der sogenannten Elektrolyse, liegt der Wirkungsgrad bei nur 57 Prozent, das heißt, fast die Hälfte der zugeführten Energie geht bei der Umwandlung von chemischer Energie in Strom verloren.

Sauberer Strom

Ökologisch ist die Wasserstoffmobilität daher erst vertretbar, wenn der Wasserstoff mit grünem Strom erzeugt wird. So wie am neuen Flughafen Berlin Brandenburg International. 16 Kilometer südlich von Berlin wächst der alte Flughafen Schönefeld zum großen, 2000 Fußballfelder umfassenden Hauptstadtflughafen heran, von dem ab Juni 2012 die ersten Linienflüge starten sollen. Dort öffnet 2011 die erste CO2-neutrale Tankstelle der Welt. Die Energie für die Wasserstoffproduktion liefert ein Windpark, den der grüne Stromproduzent Enertrag nahe dem neuen Flughafen errichtet.

Der Clou an der Technik: Wasserstoff kann auch als Zwischenspeicher für Energie genutzt werden. Das hilft den Energieversorgern, die damit den sauber produzierten Strom nicht wegen Überangebots zum Dumpingpreis verkaufen müssen – so wie das vergangene Weihnachten dank des Sturmtiefs Yann passierte.

Mehr als genug Treibstoff

Aber auch für die Autos, die jetzt auf Wasserstoff angewiesen sind, ist mehr als genug Treibstoff vorhanden: 190 Milliarden Kubikmeter fallen weltweit etwa in Rohölraffinerien an. 850 Millionen Kubikmeter stößt allein die deutsche Industrie als Nebenprodukt aus, das aus Kostengründen meist abgefackelt wird. Schon die Hälfte davon würde reichen, um fünf Millionen Autos zu betreiben. Die Menge könnte 1000 Wasserstofftankstellen speisen, die eine flächendeckende Versorgung gewährleisten.

Der Haken: Jeder Bau einer Wasserstofftankstelle schlägt im Gegensatz zu einer konventionellen Tankstelle, die eine Million Euro kostet, noch mit mehr als zwei Millionen Euro zu Buche. Viel Geld.

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