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Modellmetropole Der geplatzte Traum der Wüstenstadt Masdar

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Dabei könnten Dr. Sultans Leute viele Bauprojekte schon jetzt wirtschaftlicher umsetzen – wenn sie nur besser planen würden. Doch gerade die Planung wirkt in Masdar oft wie von Praktikanten gemacht. Auf den Dächern des Masdar Institute lässt sich das eindrucksvoll besichtigen: Das Flachdach des tonfarbenen Gebäudes ist mit einer ein Megawatt starken Fotovoltaik-anlage konventioneller Bauart bestückt, die etwa etwa 300 Mal größer ist als die Anlage auf einem Einfamilienhaus.

Doch das Gebäude ist so kompliziert konstruiert, dass Teile des Daches die schwarz schimmernden, schräg gegen die Wüstensonne gerichteten Solarmodule beschatten. Das ist etwa so, als würde man ein Windrad hinter einem Windfang installieren.

Zu wenig Energie

Zudem waren die fertigen Solaranlagen auf den Dächern des Studentenwohnheims monatelang nicht einmal angeschlossen. Der lokale Stromversorger wollte die Transformatoren zunächst nicht zulassen, weil die Verantwortlichen schlicht nicht miteinander gesprochen hatten.

Den fehlenden Strom konnte der Zehn-Megawatt-Fotovoltaik-Solarpark am Rande der Stadt ausgleichen, der noch Überschüsse produziert. Doch wenn Masdar tatsächlich wächst und wie geplant Abertausende neue Bewohner in die Stadt ziehen, dürfte das laut Experten nicht mehr reichen.

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    Mit drei Megawatt sollen zwar in wenigen Jahren auch die Fotovoltaikmodule auf dem Dach des Hauptquartiers der Betreibergesellschaft von Masdar zur Energieproduktion beitragen. Alle anderen Gebäude jedoch werden – entgegen ursprünglicher Planung – „vorerst keine Fotovoltaik mehr bekommen“, sagt Afshari. Zusammen mit der Ein-Megawatt-Anlage auf dem Studentenwohnheim verfügt die Stadt dann nur über etwa 14 Megawatt installierter Grünstrom-Leistung. Doch das ist wahrscheinlich zu wenig für 50.000 Menschen.

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