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Modellmetropole Der geplatzte Traum der Wüstenstadt Masdar

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Ihnen ist die Geschichte von Hélène Pelosse noch zu gut in Erinnerung. Die Französin war Chefin der gerade in Abu Dhabi entstehenden Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien, kurz: Irena. Für einige Experten steht fest: Sie ist an Machtspielchen der Araber gescheitert, weil sie versuchte, eine unabhängige Organisation aufzubauen. Mancher sagt, sie sei auch mit dem Job überfordert gewesen.

Wahrscheinlich ist an beidem etwas dran. Vergangenes Jahr jedenfalls musste Pelosse gehen. In einem bemerkenswerten Interview, in dem sie niemanden konkret beschuldigte, vertraute sie dem Fachblatt „Neue Energie“ hinterher an: Ihre Büros seien abgehört worden, sie sei bespitzelt worden, ihr Gepäck und Hotelzimmer hätte man durchsucht, ja sogar ihr Pass und ihr Computer wurden gestohlen – von den Drohbriefen ganz zu schweigen.

„Ich habe unterschätzt, wie es in Abu Dhabi sein würde”, sagt Pelosse.

Nur in Maßen grün

Von alledem merken die Masdar-Besucher nichts, die zwischen den tonfarbenen Gebäuden gen Himmel staunen. Sie laufen durch Masdar wie Kinder durch Disneyland, nicht ahnend, was sich hinter den Kulissen des potemkinschen Ökodorfs in der Wüste abspielt.

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    Masdar will Vorbild sein, Zukunft. Doch im Parkhaus steht vor allem Vergangenheit: polierte weiße Limousinen, Geländewagen, SUVs. Die meisten Masdar-Mitarbeiter bekommen bei Dienstantritt zinslose Darlehen für beliebig große Autos. Und den nutzen sie.

    Grün sein ist eben auch in Masdar nur so lange akzeptabel, wie es die Weltenretter selbst nicht betrifft.

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