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Olympische Winterspiele Go for Green

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Als Jobmotor Nummer eins haben die Kanadier die Brennstoffzelle auserkoren. Kanadische Studien kommen zu dem Ergebnis, dass das globale Marktvolumen der Technik schon 2016 rund 8,5 Milliarden Dollar erreichen wird.

Mit Kalifornien baut British Columbia daher ein Netz an Wasserstofftankstellen auf, das von Whistler bis San Diego reichen soll. An dem Projekt ist auch der Münchner Technologiekonzern Linde beteiligt. Die Ingenieure des Instituts für Brennstoffzellen-Innovation in Vancouver entwickeln parallel eine Brennstoffzelle, die bei halbierter Größe noch mehr Leistung für den elektrischen Antrieb von Autos und Bussen liefert.

„Wenn das geschafft ist und die Tank-Infrastruktur steht, steht dem Serienstart von Brennstoffzellen-Fahrzeugen nichts mehr im Wege“, ist John Tak überzeugt, Präsident der kanadischen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Vereinigung. Damit wären die Kanadier dann führend.

Rund 4000 Kilometer weiter östlich geht es ebenfalls um die automobile Zukunft. Am Montrealer Forschungsinstitut Ireq des Energieriesen Hydro-Quebec treiben Wissenschaftler den Bau völlig neuer Mini-Elektromotoren voran: Sie sollen in Radnaben von Autos eingebaut werden und bis zu 60 Kilowatt elektrische Antriebsleistung liefern – genug, um einen Mittelklassewagen anzutreiben.

Elektrifizierung des Verkehrs als Schlüssel für eine klimaschonende Zukunft

Eine Kooperation mit dem indischen Autobauer Tata Motors hat Hydro-Quebec schon abgeschlossen. Seit Anfang des Jahres ist auch Mitsubishi an Bord. Ein Projekt mit einem deutschen Autohersteller soll kurz vor dem Abschluss stehen. Den Namen will Unternehmenschef Thierry Vandal allerdings noch nicht verraten, Experten tippen auf Daimler.

Vandal sieht in der Elektrifizierung des Verkehrs, der in Quebec 42 Prozent zur Emission von Treibhausgasen beiträgt, den Schlüssel für eine klimaschonende Zukunft. „Würden nur eine Million der Autos auf unseren Straßen hier elektrisch fahren, sänke der Ausstoß um jährlich 3,4 Millionen Tonnen.“

Um weit größere Dimensionen geht es beim wichtigsten Forschungs- und Vorzeigeprojekt der Internationalen Energie Agentur zur sauberen Nutzung der Kohle. Seit 2000 bezieht der Ölkonzern Cenovus über eine 320 Kilometer lange Pipeline täglich 8000 Tonnen CO2 vom US-Kohlevergaser Dakota Gasification in North Dakota. Er presst das Gas zunächst unter hohem Druck durch seine unterirdischen Erdöllagerstätten in Saskatchewan rund um die Kleinstadt Weyburn, um zusätzliche 200 Millionen Barrel Öl aus den Gesteinsporen herauszuwaschen. Bei jedem Spülvorgang bleibt ein Teil des Gases im Gestein haften.

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