Partnerschaft zwischen SAP und DFB "Ein Computer schießt keine Tore"

Der Softwareriese aus dem nordbadischen Walldorf sieht sich gut gerüstet für die aktuellen Megatrends der IT. Zudem trägt die Kooperation mit dem Deutschen Fußball Bund erste Früchte.

Co-Chef der SAP AG, Jim Hagemann Snabe, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Manager der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff Quelle: dpa

Ein entspannter Jim Hagemann Snabe trat bei der gestrigen SAP-Pressekonferenz auf der CeBIT vor die Medienvertreter. Kein Wunder, ist es für den Co-Chef des Walldorfer Softwarekonzerns doch der vierte und letzte Auftritt auf der weltgrößten IT-Messe. Auf der Hauptversammlung Ende Mai wechselt er wie angekündigt in den Aufsichtsrat, dann ist sein Kompagnon Bill McDermott der alleinige SAP-Boss.

Weil der aber gerade – angeblich wegen Terminschwierigkeiten – in den USA weilt, stand Snabe ein letztes Mal allein im Rampenlicht. Und das schien er sichtlich zu genießen. Er nutzte das Podium für einen kurzen Rückblick auf die vergangenen vier Jahre, in denen McDermott und er den Tanker SAP behutsam, aber doch grundlegend umgebaut haben.

"Nicht nur Power-Point-Präsentationen"

Beide gemeinsam haben nach der Berufung an die SAP-Spitze vor vier Jahren das Unternehmen auf die drei neuen Wachstumsfelder Cloud, Mobility und Big Data ausgerichtet. „Diese drei Megatrends der IT sind heute die Top-Themen auf der CeBIT“, so ein sichtlich stolzer Snabe. „Und SAP hat in allen drei Bereichen echte Lösungen am Start, nicht nur Powerpoint-Präsentationen.“

Die wichtigsten IT-Trends

Nach dem Blick in die Vergangenheit lenkte Snabe den Fokus dann auf die Zukunft. Und die ist für die Walldorfer vor allem die Hochleistungsdatenbank Hana. Ein Produkt, das vor allem SAP-Mitgründer und -Aufsichtsratsboss Hasso Plattner in den vergangenen Jahren vorangetriebenen hat. Hana ermöglicht dank der so genannten In-Memory-Technogie – dabei werden  Daten im Arbeitsspeicher des Rechners gespeichert und nicht mehr auf den langsamen Festplatten – blitzschnelle Abfragen auch größter Datenmengen.

Detaillierte Analysen sofort nach dem Spiel

Neben den üblichen Pilotkunden mit traditionell großen Datenvolumina, etwa aus der Finanzwirtschaft-, Versicherungs- oder Mobilfunkindustrie, hat SAP auch einen Kunden der ungewöhnlichen Art parat: Auf der CeBIT im vergangenen Jahr haben SAP und der Deutsche Fußball Bund (DFB) eine bis Ende 2017 laufende Partnerschaft besiegelt. In ihrem Rahmen modernisiert SAP die IT-Systeme des DFB und soll auch bessere und genauere Spiel- und Spieler-Analysen ermöglichen – natürlich mit Hilfe von Hana.

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Wie genau das funktioniert, erläuterte gestern Oliver Bierhoff, der Team-Manager der deutschen Nationalmannschaft. Dank der Analysesoftware von SAP hätten Trainer und Spieler direkt nach einem Spiel bereits detaillierte Statistiken parat. Dies erlaube schnellere und detaillierte Vorbereitungen auf kommende Matches.

Und in Zukunft will SAP diese Daten per eigens für den DFB entwickelter App sogar auf Smartphones und Tablets bereitstellen. Der im Auditorium geäußerten Befürchtung, künftig könne allein die Technologie über Sieg oder Niederlage entscheiden, trat der Ex-Nationalstürmer indes entgegen: „Wie sagt Franz Beckenbauer – also unser aller Kaiser – immer: ‚Ein Computer schießt keine Tore‘.“

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