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Paul Otellini im Interview "Wir sind die Besten"

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Wann werden wir erste Handys mit „Intel inside“ sehen?

Der koreanische Hersteller LG hat im Januar ein erstes Intel-Smartphone vorgestellt. Es kommt dieses Jahr auf den Markt. Und seien Sie sicher: Dem werden noch viele weitere folgen.

Ist es nicht ein Rückschlag, dass Apple in dem vor wenigen Wochen angekündigten Mobilcomputer iPad einen eigenen Chip einbaut und nicht Intel wie in den Mac-Computern?

Nein. Wir liefern auch keine Chips für das iPhone, und das iPad ist ja letztlich das gleiche Gerät in groß. Wir würden natürlich gerne beide Produkte mit unseren Chips bestücken. Dafür werden wir so lange werben, bis es uns gelingt.

Mit den jüngsten Quartalszahlen ist Intel wieder zu den Gewinnen vor dem Wirtschaftseinbruch zurückgekehrt. Ist die Krise für die IT-Industrie vorbei?

Wir stecken immer noch in schwierigen Zeiten. Unsere Stärke in der zweiten Jahreshälfte 2009 basierte vor allem auf dem Endkundengeschäft mit Notebooks und Netbooks, das sehr gut lief. Die Verkäufe von PCs an Geschäftskunden haben sich immer noch nicht erholt.

Das PC-Geschäft wuchs zwar beim Absatz, aber wegen des Preisdrucks gingen die Umsätze zurück.

Das stimmt. Weil das verfügbare Einkommen der Menschen gesunken ist, haben Hersteller die Preise gesenkt. Dennoch: Wenn wir in harten Zeiten so glimpflich davonkommen, werden wir uns in guten Zeiten noch viel besser schlagen.

Google-Chef Eric Schmidt hat gerade das Ende des PC-Zeitalters ausgerufen. Die Zukunft sei mobil, sagt er. Hat er recht? 

Der Tod des PCs wird doch schon seit mehr als zehn Jahren prophezeit. Doch aktuell werden mehr als 300 Millionen Rechner pro Jahr verkauft, der Trend geht in Richtung 500 Millionen. Für viele Menschen ist der Computer ein zentraler Bestandteil des Alltags. Wenn Ihr PC heute Abend kaputtginge – würden Sie dann nur noch Ihr Handy verwenden? Gewiss nicht! Es handelt sich meines Erachtens nicht um ein Entweder-oder. Die Menschen haben immer intelligentere Mobiltelefone, gleichzeitig nutzen sie aber auch weiter PCs, weil diese eine bessere Benutzeroberfläche haben sowie einen größeren Bildschirm und mehr Multimediafähigkeiten.

Mit 75 Prozent aller Umsätze ist Intel noch stark vom PC-Geschäft abhängig. Wollten Sie nicht längst in neue Märkte vorstoßen?

Wir kommen gut voran. So haben wir beispielsweise angekündigt, künftig die Luxuswagen von BMW und Daimler mit Fahrzeug-Entertainment-Systemen auszustatten. Außerdem arbeiten wir für derartige Systeme an einem gemeinsamen Standard für die gesamte Industrie. Unser Geschäft mit sogenannten Embedded Systems – das sind Chips etwa für Industriemaschinen – erwirtschaftet pro Jahr bereits mehr als eine Milliarde Dollar. Allein in den vergangenen 18 Monaten haben wir 2500 Auftragsinnovationen erzielt. Doch es dauert ungefähr drei Jahre, diese sogenannten Design-Wins bis zur Produktion der Chips zu bringen.

Automobil- und Maschinenbau wurden von der Krise schwer getroffen. Wie lukrativ ist der Schwenk hin zu diesen Märkten? 

Pro Jahr werden immer noch rund 70 Millionen Autos gebaut. Irgendwann wird jedes davon einen Internet-Anschluss haben. Daher ist es wichtig für uns, in dem Geschäft dabei zu sein. Und die Rechnerkapazitäten in Automobilen werden nicht nur in Entertainment-Systemen stecken. Sie helfen sogar, Autos sicherer zu machen. Schon heute stecken alle möglichen Sensoren und GPS-Empfänger in den Fahrzeugen. Die müssen nun intelligent verknüpft werden – daran arbeiten wir.

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