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Rohstoffe Kampf um jeden Tropfen

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Durch Ionenaustauscher lässt Quelle: AP

Weltweit müssen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sogar mehr als eine Milliarde Menschen verunreinigtes Wasser trinken, täglich sterben Tausende an Durchfallerkrankungen.

China und Indien haben mittlerweile reagiert und "bauen Hunderte Wasser- und Abwasseraufbereitungsanlagen", konstatiert die Unternehmensberatung McKinsey. Für deutsche Unternehmen wie Lanxess aus Leverkusen oder Wilo aus Dortmund öffnen sich dadurch milliardenschwere Wachstumsmärkte.

Hoher Aufwand

Mittelständler Wilo liefert Spezialpumpen für die Wassergewinnung und -reinigung, Kunststoffriese Lanxess unter anderem sogenannte Ionenaustauscher, die gezielt Schadstoffe aus verschmutztem Wasser filtern. Beispielsweise aus Grundwasservorkommen in Indien, Bangladesch und anderen Regionen Asiens, die zum Teil hochgradig mit Schwermetallen wie Arsen belastet sind.

Werden Brunnen mit Ionenaustauschern versehen, lässt sich wieder Trinkwasser gewinnen. Ganz billig ist das nicht: "Je nach Verschmutzung und Aufwand liegen die Kosten pro Kubikmeter Wasser zwischen 20 Cent und 10 Euro", sagt der bei Lanxess für Ionenaustauscher verantwortliche Manager Stefan Hilger. Zum Vergleich: In Deutschland kostet ein Kubikmeter Wasser durchschnittlich 1,65 Euro.

Strohhalm filtert Wasser

Daneben gibt es auch einfache technische Lösungen, wie zum Beispiel einen Spezial-Strohhalm mit integriertem Schadstofffilter des Gesundheitstechnikunternehmens Vestergaard Frandsen aus Lausanne in der Schweiz, mit dem man direkt aus mit Krankheitserregern verseuchten Pfützen trinken kann. Oder den Watercone des deutschen Mittelständlers Mage Water Management aus Odelzhausen bei München. Dieser durchsichtige, 80 Zentimeter große Plastikkegel wird auf verschmutztes Wasser gestellt, das durch Sonnenwärme verdunstet und an der Innenseite kondensiert. Frei von Schadstoffen und Krankheitserregern kann es aufgefangen werden.

Wesentlich effizienter als die nachträgliche Reinigung ist allerdings, Abwässer in geschlossenen Kreisläufen direkt vor Ort zu reinigen und wiederzuverwenden. Mittelständler wie der Technologiespezialist Huber aus Berching bei Nürnberg bieten modulare Kleinkläranlagen an, die in Kranken- oder Hochhäusern integriert werden können, wo sehr viel Abwasser anfällt. Das mit Membranen gereinigte Wasser lässt sich für WC-Spülung, zum Waschen oder in Klimaanlagen verwenden.

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