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Rohstoffe Kampf um jeden Tropfen

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Effektiv können auch kleine Dämme sein, die saisonale Regenfälle stauen, damit sie versickern und das Grundwasser speisen. Das Wasser kann dann in Trockenphasen zur Bewässerung genutzt werden. Im indischen Bundesstaat Gujarat wurden in den vergangenen vier Jahren 100 000 solcher Mikrodämme gebaut. Daraufhin stiegen die Ernten deutlich, und die Bauern konnten höherwertige Feldfrüchte anbauen.

Selbst die aufwendige Tröpfchenbewässerung wird als Low-Tech-Variante für Kleinbauern erschwinglich. Hierbei tropft Wasser aus Schläuchen direkt an den Fuß der Pflanze und kann so fast ohne Verluste von den Wurzeln aufgenommen werden.

Intelligente Wassertarife

Nichtregierungsorganisationen wie International Development Enterprises oder das private Startup DripTech aus Kalifornien haben einfache Systeme entwickelt, bei denen Regentonnen an erhöhten Stellen im Feld postiert werden. Die Schwerkraft sorgt für Druck in den perforierten Schläuchen, die das Wasser gezielt an die Pflanzen abgeben. Der Bauer spart rund die Hälfte Wasser und steigert seine Erträge um bis zu einem Drittel. Rund 150 Dollar kostet das für einen Viertelhektar, die Miniversion für Gemüsegarten fünf Dollar.

Allen Ansätzen zum Trotz: In vielen Regionen hinkt der Einsatz effizienter Bewässerungstechnik dem technisch Möglichen weit hinterher. Selbst in wasserärmsten Ländern wird der Verbrauch von Industrie und Landwirtschaft so gut wie nie genau erfasst. Ohne angemessene Preise aber ist Verschwendung die Folge.

"Wasser ist ein Menschenrecht, keine Frage", sagt Wasserforscher Gleick. Trotzdem müsse es nicht kostenlos sein. Wasser müsse einen realen Preis haben, der die Knappheit anzeigt. Damit sich aber auch die ärmsten Bevölkerungsteile Wasser leisten können, brauche es intelligente Tarife, fordert Gleick. Wie in Südafrika: Jeder Bürger erhält 25 Liter pro Tag kostenlos, jeder weitere kostet Geld. Großverbraucher erhalten nicht nur keinen Mengenrabatt, sondern zahlen einen Aufschlag, der die Grundversorgung finanziert.

"In den meisten Branchen gilt: Je mehr du kaufst, desto billiger wird es", sagt Gleick. "Beim Wasser aber sind diese Zeiten endgültig vorbei."

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