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Rohstoffknappheit Fünf Schritte zur grünen Wirtschaft

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Die Herausforderung

Ein nachhaltiges Produktionsmodell allein wird allerdings nicht reichen. Die Wirtschaft der Zukunft muss einen Konsumstil fördern, der statt auf Masse auf langlebige und umweltverträgliche Produkte setzt, und die freier Zeit und sozialem Austausch den gleichen Wert zumisst wie Statussymbolen und dem Anhäufen materiellen Reichtums.

Doch kann das wirklich funktionieren, ohne die Wirtschaft ihrer Triebfeder zu berauben und den Fortschritt zu gefährden?

Der Naturwissenschaftler und Leiter des internationalen Komitees für nachhaltiges Ressourcenmanagement, Ernst Ulrich von Weizsäcker, ist davon überzeugt: NachInternet und Biotechnologie, so seine These, sei die radikale Erhöhung der Ressourcenproduktivität der nächste große Innovationsmotor, der das globale Wachstum vorantreibe, schreibt er in seinem jüngsten Buch "Faktor Fünf". Und erstmals in der Geschichte der Industrialisierung könne dies ohne zusätzlichen Verbrauch von Energie, Wasser und Mineralien gelingen. "Die Technologien, um jede Einheit Wohlstand mit 80 Prozent weniger Ressourcenplünderung und Ausstoß von Klimagas herzustellen, haben wir bereits", sagt von Weizsäcker.

Konkret geht es um die Rückgewinnung von Rohstoffen, ihren produktiveren Einsatz, den Ersatz endlicher Ressourcen durch nachwachsende Ersatzstoffe und ein verändertes Konsumverhalten — bis hin zu intelligentem Verzicht.

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    In der Politik und unter Ökonomen haben er und Fraunhofer-Präsident Bullinger einflussreiche Unterstützer dieser These gefunden. Etwa in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), einem Zusammenschluss der führenden Industrienationen.

    In einer jüngst vorgestellten Studie ("Towards Green Growth") kommen OECD-Ökonomen zu einem beunruhigenden Ergebnis: Würde die Welt weiter wirtschaften wie bisher, führe das geradewegs ins Verderben: Wasserknappheit, Umweltverschmutzung, Klimawandel und die sinkende Artenvielfalt würden die Menschheit bedrohen, warnt OECD-Generalsekretär Angel Gurría, ehemals mexikanische Finanz- und Außenminister.

    Dass dies keine Panikmache ist, belegen viele Daten. Schon heute leben wir weit über unsere Verhältnisse. Forscher des Global Footprint Network schätzen, dass die Menschen die Ressourcen bereits jetzt um 30 Prozent schneller aufzehren, als die Erde sie ersetzen kann. Würden wir weiter leben wie bisher, würden nach Berechnungen der Umweltorganisation WWF im Jahr 2035 theoretisch zwei Erden gebraucht, um alle Menschen mit Nahrung, Energie und Lebensraum zu versorgen.

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