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Rohstoffknappheit Fünf Schritte zur grünen Wirtschaft

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Nutzung - Was dein ist, ist auch mein

Carsharing - Gemeinsam weniger Quelle: dpa

Mit ihren eng anliegenden, schwarzen Kleidern würde es Rachel Botsman in einer Hippie-Kommune nicht weit bringen. Mit ihrem Leitspruch schon: Unter dem Motto "teilen statt besitzen" will sie unsere Konsumgewohnheiten umkrempeln. Botsman, die ihr Geld als Politik- und Unternehmensberaterin verdient und aussieht wie die Schauspielerin Sandra Bullock, wird auf Internet-Konferenzen wie ein Star gefeiert. Das Nachrichtenmagazin "Time" kürte ihr Konzept zu einer der zehn wichtigsten Zukunftsideen. Und das nur wegen eines Buches: "What’s Mine is Yours: The Rise of Collaborative Consumption".

Botsman und Co-Autor Roo Rogers zeigen darin Wege auf, Güter besser zu nutzen, indem man sie über Internet-Plattformen teilt oder tauscht. Die Bohrmaschine "läuft in ihrem gesamten Leben durchschnittlich nur 14 Minuten", sagt sie. Oder das Auto: Es werde nur eine Stunde am Tag gefahren. "Warum soll jeder eins besitzen, wenn man es gemeinsam besser nutzt und damit auch Geld spart?"

Wie wenig wir Produkte nutzen, zeigt eine weitere Zahl aus ihrem Buch: 80 Prozent der Dinge, die wir besitzen, nutzen wir nur einmal im Monat. Die Frage ist, müssen wir wirklich alles besitzen? Oder sollten wir mehr Dinge ausleihen, wenn wir sie brauchen? Das wäre die einfachste Art, Ressourcen zu schonen.

Hatte man früher nur einen kleinen Kreis von Bekannten, mit denen man Dinge tauschen oder teilen konnte, verbindet das Internet heute Millionen von Menschen. Die Teilnehmer der Börsen bewerten, wie pfleglich ein Entleiher mit der Heckenschere oder dem Auto umgegangen ist. Das schafft das notwendige Vertrauen, auch Fremden seine Sachen zu überlassen. Wer die Bohrmaschine gesäubert und intakt zurückgegeben hat, dem leiht man auch seinen Rasenmäher.

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    Millionen Güter getauscht

    Botsman hat unzählige Beispiele von Internet-Börsen gesammelt, über die Menschen Güter verleihen: von swap.com über freecycle.org bis zu zipcar.com, eine Carsharing Seite mit fast 600 000 Nutzern allein in den USA. Über Freecycle werden jährlich rund zehn Millionen Güter verschenkt. Experten schätzen, dass 2010 der Gesamtwert der im Netz getauschten und verliehenen Produkte 36 Milliarden Dollar betrug – das gemeinsame Nutzen von Gütern ist längst ein Megatrend.

    In Deutschland ist diese Bewegung am stärksten beim Carsharing zu beobachten. 190.000 Nutzer waren es 2010 – 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. "Carsharing ist auf dem Weg zum Massenmarkt", sagt Franz-Rudolf Esch, Leiter des Lehrstuhls Automobilmarketing an der European Business School in Oestrich-Winkel. In den Städten könnte die Zahl der Zulassungen daher schon bald sinken, so seine Prognose. Laut Bundesverband Carsharing kaufen mehr als 30 Prozent der Nutzer keinen eigenen Wagen.

    Die Autohersteller reagieren darauf: Daimler, Peugeot und BMW bieten bereits Carsharing-Service für ihre Autos an.

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