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Samsung Europas neuer Handy-König

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Nur eines konnten sie nicht: Den Schwenk zu emotional begeisternden Produkten vollziehen, in dem Moment, als nicht mehr nur technisch Interessierte für Mobilfunk begeisterten, sondern zunehmend auch Kunden ohne Faible für Technik aber dafür mit Begeisterung für intuitive Bedienung und den spielerischen Umgang mit dem Telefon und den darauf installieren Programmen. Spätestens als Apple 2007 sein erstes iPhone auf den Markt brachte, orientiere sich der Markt um – und Nokia nicht mit …

Anders die Koreaner, die bis dato mit technisch ordentlichen aber nicht übermäßig innovativen Telefonen und – trotz Werbeikonen wie Michael Ballack – mittelmäßigem Erfolg versucht hatten, die Phalanx der in Westeuropa etablierten Handyriesen wie Nokia, Siemens, Motorola oder Sony Ericsson zu knacken. Die Asiaten erkannten den Kundenschwenk und interpretierten Apples iPhone Vorbild auf ihre Weise um.

Samsung ist mit im Geschäft

Und zwar mit aller Konsequenz. In allen Größen und Preislagen brachten die Koreaner seither Mobiltelefone auf den Markt, die Apples Idee mindestens aufgriffen - aber eben auch für den Massenmarkt bezahlbar machten. Telefone mit Fingersteuerung über berührungsempfindliche Bildschirme hatte Samsung bereits ab der mittleren Preis- und Geräteklasse im Angebot, da kam Nokia über ein paar teure Topmodelle mit Touch-Display nicht hinaus. Gestützt auf Googles Smartphone-Betriebssystem Android – den Absatzerfolg speziell des vergangenen Jahres ­– sowie der eigenen Handy-Plattform Bada näherte sich Samsung dabei schneller und engagierter als die Konkurrenten an die Messlatte des neuen Branchentreibers Apple an.

So schnell und so konsequent, dass die Kalifornier jüngst die Koreaner des umfassenden Plagiats verklagt haben. Und das trotz der skurrilen Situation, dass Apple zwar einerseits Samsungs Mobilfunksparte vor Gericht zerrt, zugleich aber einer der besten Kunden von Samsungs Komponentengeschäft ist. Denn egal ob Speicherbausteine, Mobilfunkchip oder High-end-Displays: Bei fast allen wichtigen Mobilfunkbauteilen ist der koreanische Elektronikgigant Samsung inzwischen mit im Geschäft – und Apple einer wichtigsten Abnehmer.

Erfolgsgeschichte fortschreiben

Nur Samsung selbst scheint, bei der internen Beschaffung noch besser wegzukommen als der Großkunde aus Cupertino: Denn Hochleistungsbauteile wie etwa die extrem farb- und kontraststarken zugleich aber stromsparenden Amoled-Displays finden sich bisher stets zuerst in den Smartphones aus Korea. So auch im 10-Millionen-Seller Galaxy S aus dem vergangenen Jahr, dessen Nachfolger die Koreaner im Februar in Barcelona umgeben von architektonischem Pomp vorgestellt haben. Das Galaxy S2 (und seine preisgünstigeren Schwestermodelle) sollen die Erfolgsgeschichte im Mobilfunkgeschäft nun fortschreiben.

Denn auch für Samsung gilt, was IDC-Mobilfunkspezialist Francisco Jeronimo gerade erst Nokia ins Stammbuch geschrieben hat: „Die jüngsten Marktzahlen zeigen, wie wechselhaft der Markt ist, und wie wichtig es ist, die entscheidenden Trends nicht zu unterschätzen. Ansonsten reicht ein besseres Augenzwinkern, und selbst die stärksten Marken werden vom Wettbewerb überholt.“

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